• Iran gelingt historischer Einzug ins Viertelfinale
  • Schon jetzt erzielte Team Melli mehr Tore als bei seinen drei Teilnahmen bisher
  • Vier Punkte, die den Iran so stark bei Indien 2017 machen

Vier Spiele, vier Siege und 12:2 Tore. Das iranische Team marschiert weiter unaufhaltsam durch die FIFA U-17-Weltmeisterschaft Indien 2017. Das Team von Trainer Abbas Chamanian rang im Achtelfinale in Goa Mexiko mit 2:1 nieder.

Nun steht das junge Team Melli unter den besten Acht Teams der Welt, welches das beste Ergebnis in der Historie dieses Wettbewerbs für das Land bedeutet. Damit führt der Nachwuchs eindrucksvoll die Erfolgsbilanz des Irans in den letzten Monaten fort. Als einziges Team weltweit konnte sich das asiatische Land in 2016/2017 für fünf verschiedene FIFA-Turniere qualifizieren. Eine herausragende Leistung, an die selbst Mannschaften wie Brasilien, Deutschland oder Frankreich nicht heranreichen.

Iran vor Indien 2017:
3 Teilnahmen
Bestes Ergebnis Achtelfinale
3 Siege, 3 Unentschieden, 5 Niederlagen
10 Tore
14 Gegentore

Iran während Indien 2017:
Viertelfinale
4 Siege
12 Tore
2 Gegentore

Was sind die Gründe für den Erfolg? FIFA.com begab sich auf Spurensuche. Und fand vier Punkte, die in den bisherigen vier Spielen besonders auffällig waren.

1. Blitzschnelles Umschaltspiel
In allen Spielen fiel bisher auf: Iran spielt aus einer disziplinierten Grundordnung heraus. Hat der Gegner den Ball stehen oft alle Spieler in der eigenen Hälfte und mache die Räume sehr eng. "Unser erstes Ziel ist es, kein Gegentor zu bekommen. Das zweite Ziel ist es, ein Tor zu erzielen. Das dritte Ziel ist es, den Vorsprung zu verteidigen und das Spiel zu gewinnen", erklärt Abwehrchef Taha Shariati gegenüber FIFA.com. Es wird auf Fehler gelauert. Wird der Ball dann erobert, geht es blitzschnell. Mit wenigen Pässen und höchstem Tempo geht es schnurstracks Richtung Torabschluss. Hier kommen vor allem die schnellen Spitzen Younes Delfi und Allahyar Sayyad zum Zug. Wird der Ball verloren, geht es aber auch genauso schnell wieder zurück.

2. Zusammenhalt und Teamgeist
Schon beim Warmmachen applaudieren die Ergänzungsspieler der Startelf bei der letzten Übung. Bevor es aus der Kabine Richtung Spielfeld geht, schallt ein lauter Anfeuerungsruf aus der Kabine. So aufopferungsvoll und leidenschaftlich wie das Team auf dem Platz kämpft, bereitet es sich auch schon vor dem Spiel vor. "Wir sind ein Team, es geht nur mit Zusammenhalt und Teamgeist!", versichert der heute gelbgesperrte Kapitän Mohammad Ghobeishavi, der das Spiel von der Tribüne aus verfolgte, in der Mixed Zone des Pandit Jawaharlal Nehru Stadions.

3. Kontrolle ohne Ballbesitz
In allen vier Spielen hatte das junge Team Melli bisher weniger Ballbesitz als der Gegner:

Iran 40% – 60% Guinea
Iran 43% – 57% Deutschland
Iran 48% – 52% Costa Rica    
Iran 35% – 65% Mexiko

Allerdings hatte das Team das Spiel trotzdem unter Kontrolle. "Klar, es ist sehr kräftezehrend so viel hinter dem Ball zu arbeiten. Aber wir geben immer alles für den Teamerfolg. Und wenn wir am Ende gewinnen, haben wir unser Ziel erreicht", so Mohammad Sharifi, der das Spiel im Mittelfeld gemeinsam mit Ghobeishavi lenkt und schon zwei Mal per Strafstoß in Indien treffen konnte.

4. Schlüsselpositionen gut besetzt
Im ersten Spiel gegen Guinea brillierte Sharifi im zentralen Mittelfeld. Im Spiel gegen Deutschland glänzte das Sturmduo Sayyad und Delfi. In der Partie gegen Costa Rica war Ghobeishavi Dreh- und Angelpunkt und gegen Mexiko überragte Torhüter Ali Gholam Zadeh. Auf entscheidenden Positionen haben die Iraner richtig gute Individualisten, die trotz des über allem stehenden Teamgedankens, ein Spiel entscheiden können. Dieser Mix könnte hier in Indien noch mehr ermöglichen. "Wir haben das große Ziel vor Augen, das Finale und den WM-Sieg", lässt Shariati daran keinen Zweifel aufkommen, dass Iran noch weiter Geschichte schreiben will.