• Carlos Mejia verletzte sich vor dem Qualifikationsturnier, wurde dennoch Torschützenkönig
  • Er verletzte sich vor der U-17-WM, hat aber bereits zwei Tore erzielt
  • "Das war sehr schwer, aber diese Prüfungen bringen mich weiter"

Es heißt, dass ein Blitz nie zwei Mal an derselben Stelle einschlägt. Carlos Mejia dürfte seine Zweifel haben, denn der honduranische Stürmer erlitt innerhalb von wenigen Monaten zwei Knieverletzungen hintereinander.

Die erste am Meniskus hätte beinahe seine Teilnahme am Qualifikationsturnier der CONCACAF zur FIFA U-17-Weltmeisterschaft verhindert. "Ich musste mich einer Operation unterziehen. Das war sehr schwer, denn wenn man jung ist, kann man sich nicht vorstellen, dass einem so etwas passiert. Aber ich hatte viel Unterstützung, habe hart gearbeitet und konnte mich am Ende erholen", sagt er im Gespräch mit FIFA.com.

Wirklich? Sein Nationalcoach José Valladares liefert eine andere Version der Geschichte. "Dieses WM-Qualifikationsturnier in Panama hat er praktisch verletzt bestritten", verrät der Trainer nach dem Sieg gegen Neukaledonien am zweiten Spieltag der Gruppe E. "Aber wir haben versucht, ihn während des ganzen Turniers zu schonen. Er war wichtig, und sein Beitrag war entscheidend, um uns zur WM zu führen."

Von Tag zu Tag stärker
Das ist sogar noch untertrieben. Der praktisch auf einem Bein spielende Mejia sicherte den Catrachos mit sieben Toren in fünf Spielen fast im Alleingang das Ticket nach Indien. Dann kam der Mai 2017 und es blieben noch vier Monate zur Vorbereitung des WM-Turniers. Mejia war bereits so fit, dass er für seinen Klub Vida im Finale eines Turniers gegen CD Olimpia wieder auf dem Rasen stand. "Leider erlitt er einen Rückfall", berichtet Valladares. "Vielleicht hat er sich nicht ausreichend geschont, um sich nach der Verletzung und diesem Turnier in Panama zu erholen. Er musste nur einen Monat, nachdem er wieder zu spielen angefangen hatte, erneut operiert werden."

Honduras würde seinen Torjäger brauchen, um in Indien zu bestehen, doch der Betroffene selbst glaubte nicht mehr daran, die Reise antreten zu können. "Das war noch schwerer, weil ich dachte, vollkommen genesen zu sein und mich wohl zu fühlen. Ich musste noch einmal von vorne anfangen", sagt Mejia. "Ich war völlig niedergeschlagen, aber meine Mutter hat mich psychologisch aufgebaut, damit ich von Tag zu Tag stärker werde."

In der Lokalpresse waren Bilder von Mejia mit Krücken zu sehen, die nicht besonders beruhigend wirkten angesichts der Tatsache, dass die Reise schon wenige Wochen später losgehen sollte. Aber Valladares war dennoch nicht bereit, die Hoffnung aufzugeben, seinen Torjäger mitzunehmen. "Der Trainer hat immer zu mir gehalten und immer daran geglaubt, dass ich einen Platz im Team habe, selbst als ich verletzt war", sagt Mejia. "Auch der Konditionstrainer stand mir immer bei und hat alles dafür getan, dass ich für das Turnier auf die Beine komme. Eine Zeitlang habe ich sogar beim ihm zu Hause gewohnt, damit ich mich so gut wie möglich erholen kann."

Dynamit im Fuß
Es hat sich gelohnt. Mejia kehrte während eines Trainingslagers in Spanien, der letzten Etappe der Vorbereitung für Indien, wieder auf den Platz zurück. Schon in den ersten beiden Partien der U-17-WM gegen Japan (1:6) und Neukaledonien (5:0) stand er in der Startelf. "In den ersten Minuten hatte ich beim Rennen ein wenig Angst", räumt er ein. "Aber je mehr Zeit verstrich, desto weniger habe ich an die Verletzungsgefahr gedacht. Meine Teamkameraden vertrauen mir und geben mir Zuversicht."

Und ein Mejia mit Selbstvertrauen ist ein Stürmer mit Dynamit im Fuß, wie er gegen Neukaledonien zwei Mal bewies. Und seitdem weiß man auch, dass der Blitz eben doch zwei Mal an derselben Stelle einschlagen kann. In diesem Fall im Indira Gandhi Athletic Stadium von Guwahati, in dem Honduras gegen Frankreich um den Einzug ins Achtelfinale spielen wird. "Es war nicht leicht für mich nach diesen Verletzungen, doch am Ende sind das Prüfungen, die mich weiterbringen", schließt er.

Ein Leben für den Fussball
- Carlos Mejia ist der Sohn des ehemaligen Profis Ignacio Mejia
- Seine Vorbilder: Lionel Messi, Neymar, Philippe Coutinho
Im vergangenen Jahr absolvierte er Probetrainings bei Manchester City und Bolton:
"Ich weiß nicht genau, was passiert ist, aber ich musste nach Honduras zurückkehren. Das war nicht leicht, denn ich hatte mich darauf eingestellt, zu bleiben. Ich hoffe, dass ich eines Tages nach Europa zurückkehren kann. Ich weiß, dass ich an diesem Tag fit und mental bereit sein werde, um zu bleiben und Erfolg zu haben."