• Die indische U-17-Auswahl ist stolz darauf, Neuland betreten zu haben
  • Das Team des Gastgeberlandes ist nach drei Niederlagen ausgeschieden
  • Matos: "Wir haben einen Prozess in Gang gesetzt"

Als Indien den Zuschlag für die Ausrichtung der FIFA U-17-Weltmeisterschaft bekam, stand fest, dass das Land mit diesem Turnier Geschichte schreiben würde und dass das indische Publikum den Fussball im eigenen Land auf hohem Niveau kennen lernen würde.

Natürlich war die Spannung groß, wie sich die Gastgeber bei ihrer ersten Teilnahme an einem FIFA-Turnier schlagen würden. Die Inder standen in ihrer Gruppe mit Kolumbien, Ghana und den USA vor schweren Aufgaben.

Die jungen Inder zeigten in den drei Spielen in Gruppe A viel Elan und Einsatz und machten ihre Landsleute stolz. Doch die Gegner waren zu stark für die Gastgeber und so müssen sie sich nun nach drei Niederlagen aus dem Turnier verabschieden.

Auch wenn der Weg bei diesem Turnier für Indien nun zu Ende ist, herrscht weithin Zufriedenheit mit dem Erreichten. "Ich freue mich, dass Indien zum ersten Mal an einer Weltmeisterschaft teilgenommen hat", erklärte Indiens Kapitän Amarjit Kiyam gegenüber FIFA.com. "Die Zeit, die wir hier alle zusammen spielten, war eine großartige Erfahrung."

Standhafte Unterstützung
Was die drei Spiele Indiens zu solch besonderen Anlässen machte, war die leidenschaftliche Unterstützung für die Mannschaft im Jawaharlal Nehru-Stadion in New Delhi. Der Einfluss der Zuschauer auf die Leistungen des indischen Teams zeigte sich in der Spielweise des Teams gegen die Rivalen in Gruppe A.

"Diese fantastische Unterstützung, die das gesamte Team in New Delhi bekommen hat, werde ich mein ganzes Leben lang in Erinnerung behalten, das werde ich nicht vergessen", sagte Kiyam. "Es war das erste Mal, dass die Mannschaft auf diese Weise empfangen wurde, und damit etwas ganz Besonderes. Ich möchte mich bei allen Fans bedanken, die ins Stadion kamen und das Team bei den drei Spielen unterstützt haben."

Der weitere Weg
Die Gastgeberrolle und die Teilnahme an dieser U-17-Weltmeisterschaft war von vornherein Teil eines größeren Plans, Indien zu einer respektableren Fussballnation zu machen. Es herrscht das Gefühl, dass dieser Wettbewerb einen wertvollen Ausgangspunkt darstellt, von dem ausgehend das Land im Fussball ein höheres Niveau erreichen kann.

"Es ist wichtig, dass alle begreifen, dass die Fussballförderung in Indien schon bei den Vier-, Fünf- und Sechsjährigen in der Schule beginnen muss", sagte U-17-Trainer Luis Norton de Matos am Donnerstag nach der 0:4-Niederlage gegen Ghana. "Im Moment kann man noch nicht erwarten, dass diese Jungs gegen Teams wie Ghana oder Kolumbien gewinnen. Es ist eine fantastische Generation für die Zukunft, aber um Erfolge zu erzielen, muss man an der Basis ansetzen. Hier in Indien haben wir einen Prozess in Gang gesetzt."

Kiyam ist überzeugt, dass sich der Fussball in Indien von nun an positiv entwickeln wird. "Es ist unser Bestreben, uns auf dem vor uns liegenden Weg weiter und weiter zu verbessern", sagte der Mittelfeldspieler. "Ich glaube, der indische insgesamt Fussball verbessert sich und der Weg kann von hier nur nach oben führen. Dass nun mehr Menschen Fussball schauen und sich aktiv für den Fussball interessieren, kann dem indischen Fussball mittel- bis langfristig nur zugute kommen."