• 2. Spieltag in den Gruppen C und D
  • Brasilien und Iran im Achtelfinale
  • Auch USA (Gruppe A) vorzeitig in Runde der letzten 16

TAGESRÜCKBLICK – Am zweiten Spieltag in Gruppe D hat sich Brasilien dank seines Sieges gegen die DVR Korea vorzeitig für die K.o.-Phase der FIFA U-17-Weltmeisterschaft Indien 2017 qualifiziert. Aber auch die Asiaten bleiben trotz zweier Niederlagen im Rennen. Denn in derselben Gruppe zeigte sich Spanien von seiner Auftaktniederlage erholt und gewann deutlich gegen Niger, das sich weit weniger erfrischend präsentierte als noch bei seinem so erfolgreichen WM-Debüt.

In Gruppe C könnte Costa Rica frustriert sein, weil trotz zweimaliger Führung nur ein Punkt heraussprang. Aber angesichts der drückenden Überlegenheit Guineas ist das Unentschieden ausgesprochen schmeichelhaft, auch wenn es keiner der beiden Mannschaften wirklich nützt.

Die große Überraschung gelang derweil Iran mit dem hohen Sieg gegen Deutschland und dem damit verbundenen vorzeitigen Einzug in die K.o.-Phase. Außerdem steht nach diesem Spieltag schon fest, dass die USA als einer der besten Tabellendritten sicher im Achtelfinale stehen.

Die Ergebnisse
Gruppe C
Costa Rica – Guinea 2:2
Iran – Deutschland 4:0

Gruppe D
Spanien – Niger 4:0
DVR Korea – Brasilien 0:2

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Die Lehren des Spieltages
Große Enttäuschung, Teil 1: Es ist schwierig, sich zu entscheiden, welche Statistik bei Guinea am meisten beeindruckt. Sind es die 39 Zentimeter, die den größten Spieler um Kader (Torwart Mohamed Camara, 1,94 m) vom kleinsten (Verteidiger Samuel Conte, 1,55 m) trennen, was ein recht lustiges Bild ergibt, wenn just diese beiden vor dem Anpfiff zusammenstehen? Oder ist es doch die Chancenverwertung, bei der in 90 Minuten trotz 42 Torschüssen am Ende nur zwei magere Tore standen? Allerdings trafen die Guineer auch auf einen großartig aufgelegten Ricardo Montenegro, der von den 14 Schüssen auf sein Tor satte neun parieren konnte.

2. Große Enttäuschung, Teil 2: Wenn mit Brasilien die beste Mannschaft in der Geschichte des Wettbewerbs in Kochi aufläuft, dann sind die Fans im Jawaharlal Nehru International Stadium voller Vorfreude. Schade nur, dass die Auriverdes und ihre nordkoreanischen Gegner eine Stunde lang wenig taten, um diesen Erwartungen gerecht zu werden. Bis zur Führung der Brasilianer vergnügten sich die Zuschauer entsprechend mit "India! India!"-Rufen – sei es, um ihrer Mannschaft zu huldigen, die am Vorabend ihr erstes WM-Tor erzielt hatte, oder um ihr Land zu feiern, das sich als vorbildlicher Gastgeber präsentiert. Es war ein Spektakel aus Lärm und Licht, zumal die Anwesenden auch ihre Handys aufleuchten ließen. In ein paar Tagen ist in Diwali Lichterfest, eine der wichtigsten Feierlichkeiten in Indien. Heute gab es bereits einen Vorgeschmack darauf.

3. Große Enttäuschung, Teil 3: Vor dem Spiel des Abends in Goa kam Iran gerade einmal auf vier Siege bei vier WM-Teilnahmen. Die jüngste datierte zwar vom Auftaktspiel gegen Guinea in Indien 2017, aber im Vergleich zu Deutschland mit seinen 45 Siegen bei zehn Endrunden nahm sich die Bilanz dennoch bescheiden aus. Nach 90 Minuten musste man denn auch einen Klassenunterschied konstatieren – allerdings zu Gunsten des Team Melli, das sich ungefährdet mit 4:0 durchsetzte, ohne sich um Favoritenrollen und Statistiken zu kümmern.

Die Zahl des Tages
100 – Durch das 4:0 gegen Niger hat Spanien jetzt die magische Marke von 100 Toren bei U-17-Weltmeisterschaften durchbrochen. 98 Tore hatte die Rojita vor dem Anpfiff und Abel Ruiz war mit seinen beiden Toren in der ersten Hälfte allein dafür verantwortlich, dass es zur Pause runde 100 waren.

Das Zitat
"Ich möchte zunächst den Iranern zu einem sehr verdienten Sieg gratulieren. Wir haben heute kein gutes Spiel abgeliefert und in vielen Situationen unsere Grenzen aufgezeigt bekommen. Meine Spieler konnten nicht das abrufen, was sie eigentlich leisten können. Daraus müssen wir ganz schnell die richtigen Schlüsse ziehen, die Niederlage aufarbeiten und es im dritten Gruppenspiel deutlich besser machen. Jeder unserer jungen Spieler wird in seiner Karriere noch solche Niederlagen erleben - nun müssen wir damit richtig umgehen, um im entscheidenden Spiel gegen Guinea mit all unseren Qualitäten wieder zu gewinnen. Das ist die Aufgabe, der wir uns gemeinsam stellen werden."
Christian Wück (Trainer, Deutschland)