• England zum ersten Mal U-17-Weltmeister
  • Philip Foden zum besten Spieler des Turniers gewählt
  • Neuer Torrekord

Ein neuer Titelträger und eine rekordverdächtige Anzahl an potenziellen künftigen Stars - so könnte das Fazit der FIFA U-17-Weltmeisterschaft Indien 2017 lauten. Die sechs Stadien waren während des gesamten Turniers sehr gut besucht. Mehr als eine Million Zuschauer wollten live in den Arenen dabei sein. 52 Partien wurden absolviert, die schönste davon vielleicht das Endspiel, in dem die Engländer einen Rückstand von zwei Toren aufholten und letztlich deutlich gegen Spanien gewannen. Für England, das im April 2017 bereits die FIFA U-20-Weltmeisterschaft gewonnen hatte, ist es der erste Titel in dieser Altersklasse.

FIFA.com fasst die wichtigsten Aspekte der 17. Auflage der FIFA U-17-Weltmeisterschaft zusammen.

Der Weltmeister
England erreichte in dieser Altersklasse erst drei Mal überhaupt die Endrunde und kam dabei zwei Mal bis ins Viertelfinale. Folglich zählten die Three Lions im Vorfeld nicht zu den Favoriten. Aber schon in der Vorrunde ließen sie mit drei überzeugenden Siegen aufhorchen. Auch danach gewannen sie Spiel um Spiel, ehe es im Finale gegen Spanien zur erfolgreichen Revanche für das verlorene Endspiel bei der UEFA U-17-Europameisterschaft kam.

Dabei sah es nach zwei Gegentoren in der ersten halben Stunde ganz und gar nicht danach aus. Doch im Stadion von Kolkata starteten die Engländer eine nicht für möglich gehaltene Aufholjagd und schossen fünf Tore am Stück. Philip Foden gewann als bester Spieler des Turniers den Goldenen Ball von adidas und Rhian Brewster holte als bester Torschütze den Goldenen Schuh von adidas.

Top-Trio
Nach der Auftaktniederlage gegen Brasilien startete auch Spanien so richtig durch. Vor allem dank ihrer Offensivstärke schalteten die Iberer in der K.o.-Phase Frankreich, Iran und Mali aus. Dass es mit dem Titel nichts wurde, lag an unverkennbaren Schwächen in der Defensive. Damit haben die Iberer nun schon ihr viertes Finale verloren.

Brasilien, das 2005 zuletzt im Endspiel stand und verlor, meldete sich immerhin wieder in der Weltspitze zurück. Für den dreifachen Weltmeister standen die Zeichen dank guter Leistungen schon auf Finaleinzug, doch dann zogen die Brasilianer in der Vorschlussrunde gegen England den Kürzeren und gewannen das Spiel um Platz drei.

Mali war nach der Finalniederlage 2015 in Chile mit großen Ambitionen nach Indien angereist. Nach einigen Startschwierigkeiten entfaltete die Mannschaft dann ihr Offensivpotenzial. Was blieb, war die mangelhafte Chancenverwertung: 184 Torschüsse langten dem Afrikanern am Ende nur zu Platz vier.

Die Leistung der Neulinge
Drei Neulinge gaben bei dieser Weltmeisterschaft ihre Visitenkarten ab: Zum einen Gastgeber Indien, der zwar alle drei Vorrundenspiele verlor, sich aber dennoch der bedingungslosen Unterstützung der heimischen Fans gewiss sein konnte. Das Tor von Jeakson Thounaojam gegen Kolumbien könnte sich als Hoffnungsschimmer für den indischen Fussball erweisen.

Neukaledonien als zweiter Vertreter Ozeaniens konnte nach zwei hohen Niederlagen gegen Frankreich und Honduras einen Punkt gegen Japan erkämpfen. Niger wiederum gewann ein Gruppenspiel und erreichte so die K.o.-Phase.

Ein Beinahe-Neuling war auch Irak, denn für die Mannschaft war es nach 2013 erst die zweite Teilnahme an einer WM in dieser Altersklasse. Vor vier Jahren verlor das Team noch alle drei Gruppenspiele. Dieses Mal reisten die Iraker allerdings als amtierender Asienmeister an. Den Titel hatten sie im Vorjahr ebenfalls in Indien errungen und gestalteten ihre Rückkehr durchaus erfolgreich: Sie feierten ihren ersten Sieg im Wettbewerb, holten insgesamt vier Punkte und kamen als Gruppenzweiter eine Runde weiter.

Tore, Tore, Tore
In den Vereinigten Arabischen Emiraten war 2013 mit 172 Toren ein neuer Turnierrekord aufgestellt worden. In Indien wurden es dank der äußerst offensiv geführten Begegnungen noch mehr. Schon nach 50 absolvierten Spielen in den Halbfinals war der alte Rekord um zwei Tore verbessert. Dank der neun Tore am Finaltag liegt der neue Rekord nun bei 183 Toren.

Die Stars von morgen
Wie immer war diese FIFA U-17-Weltmeisterschaft auch die Geburtsstunde neuer Stars. Zu nennen wären an dieser Stelle Philip Foden, der zum besten Spieler des Turniers gewählt wurde, Rhian Brewster als erfolgreichster Torschütze, Spaniens Kapitän und Torjäger Abel Ruiz, Sergio Gomez, Gelabert, Lassana Ndiaye, Paulinho, der deutsche Kapitän Jann-Fiete Arp sowie Frankreichs bester Torschütze Amine Gouiri. Diese und andere Spieler haben durchaus das Zeug dazu, bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™in ihren jeweiligen A-Nationalmannschaften aufzutauchen.

Einmaliges Ereignis
Zur Förderung des Frauen-Schiedsrichterwesens waren im Turnier sieben Schiedsrichterinnen im Einsatz. Meist fungierten sie als Vierte Offizielle. Die Schweizerin Esther Staubli allerdings leitete, 16 Jahre nach der Südkoreanerin Eun Ju beim Turnier 2001, die Erstrundenbegegnung zwischen Japan und Neukaledonien.

Abschlusstabelle
1.
England
2. Spanien
3. Brasilien
4. Mali

Individuelle Auszeichnungen

Goldener Ball von adidas: Philip Foden (England)

Goldener Schuh von adidas: Rhian Brewster (England)

Goldener Handschuh von adidas: Gabriel Brazao (Brasilien)

FIFA-Fairplay-Preis: Brasilien

Austragungsorte und Stadien

Vivekananda Yuba Bharati Krirangan Stadium (Kolkata)
Dr. DY Patil Stadium (Navi Mumbai)
Pandit Jawaharlal Nehru Stadium(Goa)
Indira Gandhi Athletic Stadium (Guwahati)
Jawaharlal Nehru Stadium (New Delhi)
Jawaharlal Nehru International Stadium (Kochi)

Tore
183 - Rekord in der Geschichte des Wettbewerbs