• Hadji Dramé erzielt beim Sieg Malis den Führungstreffer
  • Er ist der Sohn des renommierten Trainers Djibril Dramé
  • Er bewundert Neymar und Cristiano Ronaldo

In den Gängen des Indira Gandhi Athletic Stadium herrschte im Vorfeld der Viertelfinalpartie bei der FIFA U-17-Weltmeisterschaft zwischen Mali und Ghana große Aufregung. Seit 48 Stunden regnete es in Guwahati pausenlos, was die Austragung der Partie ernsthaft zu gefährden schien. Doch der ganze Wirbel und die Ungewissheit drangen offenbar nicht bis in die Kabine der Malier vor.

"Das Wetter bereitet uns keine Sorgen. Egal, wie die Bedingungen sind, wir gehen auf den Platz, spielen und wollen gewinnen", sagt Hadji Dramé, der Stürmer Malis, im Gespräch mit FIFA.com. Vor diesen Worten hatte er Taten sprechen lassen, indem er das Führungstor erzielte und den Weg zum 2:1-Erfolg seines Teams ebnete. Trotz der Macht der Elemente und eines Gegners, der in Indien bis dato brilliert hatte.

Jüngste Bilanz von Hadji Dramé
- 3 Tore seit Beginn der FIFA U-17-Weltmeisterschaft
- Schütze des 2.000sten Tores in der Geschichte der U-17-WM
- 3 Tore bei der U-17-Afrikameisterschaft in Gabun, die Mali gewann
- Bester Spieler beim Dream Cup 2016 in Japan, an dem Mali, Japan, Mexiko und Ungarn teilnahmen
- Sturmhoffnung von Yelleni Olimpic

Unter den schweren Bedingungen zeigten die Malier die größere Ruhe und taktische Reife. Dadurch gerieten sie nicht nur nie in ernsthafte Bedrängnis, sie konnten zudem ihrer Spielweise treu bleiben. Erneut übertrafen sie die Marke von 20 Torschussversuchen, die Black Starlets brachten es auf gerade einmal acht. "Wir haben uns gut verhalten und intelligent gespielt", analysiert Dramé, der seinen dritten Treffer im Turnier erzielte. "Ghana hat viel mit hohen Bällen gespielt, deshalb haben wir versucht, den Ball tief zu halten und mit den Füßen zu spielen. Wir haben die Ruhe bewahrt, und das hat den Unterschied gemacht."

Es ist tatsächlich ein knapp 17-jähriger junger Mann, der wenige Minuten nach dem Schlusspfiff mit einer solchen Reife spricht und ein WM-Viertelfinale analysiert. Aber es ist nicht mehr ganz so überraschend, wenn man weiß, dass Hadji seit seiner Geburt taktische Diskussionen gewöhnt ist. Sein Vater Djibril Dramé ist in Mali ein angesehener Trainer.

"Zu Hause ist er zwar ein Vater, aber ein bisschen bleibt er immer Trainer und ist dann beides gleichzeitig", sagt der Sohn lachend. So sei nun mal das Zusammenleben mit dem Mann, der Stade Malien 2009 zum Titelgewinn beim CAF Confederation Cup und die Nationalmannschaft 2016 erstmals ins Finale der Afrikanischen Nationenmeisterschaft führte. Dramé Senior trainiert heute den malischen Erstligisten Onze Créateurs.

Die Ratschläge eines Vaters und Trainers
- "Mein Vater wird mich anrufen, aber nicht, um mir zu gratulieren. Er wird mir für das nächste Spiel Mut zusprechen. Er wird mir sagen, dass dieses Viertelfinale nichts mehr gilt, es ist Vergangenheit. Dass ich mich konzentrieren soll, um das Halbfinale vorzubereiten und wieder von vorne anzufangen."

- "Er gibt mir Ratschläge und sagt, dass ich vom Anfang bis zum Ende konzentriert bleiben muss, wenn ich spiele. Er sagt mir, dass ich körperlich und mental stark sein muss. Dass ich immer bereit und auch gedanklich auf alles vorbereitet sein muss."

Offenbar sind diese Ratschläge auf fruchtbaren Boden gefallen, denn Hadji ließ sich selbst durch die widrigen Witterungsverhältnisse während dieses Viertelfinales nicht aus dem Konzept bringen. Bei seinem Führungstreffer blieb er standfest und überwand den Torhüter, während um ihn herum reihenweise Ghanaer ausrutschten. "Jedes Mal, wenn ich ein Tor schieße, ist das eine enorme Freude. Es macht mich stärker und ich bekomme noch mehr Lust, erneut zu treffen, um meinem Team zum Sieg zu verhelfen", sagt der malische Stürmer. Nun träumt er davon, im Halbfinale erneut erfolgreich zu sein. Egal bei welchem Wetter…