• Rhian Brewster mit Hattrick und Vorlage im Viertelfinale
  • Der Spielball als Trophäe
  • Nun gegen Deutschland oder Brasilien: "Wir fürchten niemanden"

Agil. Dynamisch. Effizient.

Das dritte Attribut war bislang bei der FIFA U-17-Weltmeisterschaft Indien 2017 noch nicht das Markenzeichen von Rhian Brewster. Doch pünktlich zur heißen Phase scheint Englands Nummer neun seine Kaltschnäuzigkeit gefunden zu haben. "Ja, ich habe im Verlauf des Turniers bisher einige Chancen verballert. Aber hey! Heute habe ich einen Hattrick erzielt", freut sich der stolze Held des  4:1-Sieges der Three Lions im Viertelfinale gegen die USA gegenüber FIFA.com mit einem breiten Grinsen im Gesicht und streckt uns dabei den Matchball entgegen.

"Den werde ich mit nach Hause nehmen. Erst lasse ich meine Jungs darauf unterschreiben und dann rahme ich mir den Ball ein", verrät Brewster. Mit einem Dreierpack und einem Assist schoss er die jungen Three Lions in Goa erstmals in ein U-17-WM-Halbfinale und schraubte sein Torekonto auf nun vier Treffer in die Höhe.

Seine Stärken zeigte er heute in allen entscheidenden Szenen. Erst stand er eben da, wo ein Torjäger zu stehen hat und staubte einen abgeblockten Ball vom Torhüter zur 1:0-Führung ab. Seine Dynamik ließ beim 2:0 seine Verteidiger alt aussehen. Das dritte Tor für England initiierte er aus der eigenen Hälfte heraus. Und beim 4:1 war er im Strafraum nur durch ein Foul zu stoppen, um dann den Elfmeter selbst zu versenken.

Agil
Als einzige Spitze aufgeboten, glänzte Brewster als ständiger Unruheherd. Er wurde von den starken Außenspielern Phliip Foden und Callum Hudson-Odoi oft gesucht und gefunden. Besonders auffällig: Immer wieder suchte er den Laufweg durch die Schnittstelle zwischen den beiden Innenverteidigern. "Das war vielleicht ein Schlüssel. Wir wussten, dass die Nummmer sechs der USA kein gelernter Verteidiger ist. Deswegen habe ich immer wieder versucht, dort meine Schnelligkeit ins Spiel zu bringen."

Dynamisch

Das höchste Tempo in seinen Aktionen riecht schon jetzt nach Fussball à la Jürgen Klopp. Wie passend, dass Brewster beim FC Liverpool unter Vertrag steht und auch schon die ein oder andere Einheit bei den Profis mitgemacht hat. Seine Schnelligkeit sowohl auf den ersten Metern als auch in der Endgeschwindigkeit sind auffällig und schwer zu verteidigen. "Ich bin halt nicht der große, kräftige Mittelstürmer", sagt Brewster lachend und zuckt fast entschuldigend mit den Schultern, "deshalb versuche ich immer wieder meine Schnelligkeit auszuspielen. Hat heute gut geklappt – vor allem beim zweiten Tor."

Effizient
Gleich die ersten beiden Torversuche zappelten im Netz. Das ist immer wichtig und gibt dem Team und dem Torschützen Sicherheit. Und auch beim Elfmeter ließ er dem U.S.-Torhüter nicht den Hauch einer Chance. "Es war fantastisch heute und irgendwie hat alles geklappt. Ich hoffe, natürlich, dass es so weitergeht, aber dieses Spiel ist ein Riesenhighlight in meiner Karriere."

Nun wartet Brasilien oder Deutschland. "Egal wer kommt, wir fürchten niemanden." Und dass England wieder Weltmeisterschaften gewinnen kann, hat der U-20-Jahrgang erst vor wenigen Monaten in Korea bewiesen. "Das wollen wir auch und ist natürlich eine Inspiration für uns."

Und noch nicht einmal über ein Elfmeterschießen gegen Deutschland muss man sich scheinbar Gedanken machen, nachdem die Three Lions gegen Japan im Achtelfinale alle fünf Elfer versenkt hatten. "Nein, auch davor hätten wir keine Angst – wir sind England!", sagt Brewster selbstbewusst und klopft sich dabei mit der Hand auf das Emblem auf seiner Brust.