• Brazão gewinnt Bronzemedaille und adidas Goldenen Handschuh
  • Er glänzte mit 29 Abwehraktionen, sieben gegen Mali
  • "Diese Generation wird Geschichte schreiben"

Mali hat alles versucht: 27 Schussversuche, zehn davon aufs Tor. Aber ein Treffer wollte nicht fallen. Pech oder Ungeschicklichkeit allein können das nicht erklären. Der Hauptgrund für die mangelnde Effizienz, die zur 0:2-Niederlage im Spiel um Platz drei der FIFA U-17-Weltmeisterschaft Indien 2017 gegen Brasilien führte, trägt einen Namen: Gabriel Brazão.

Der Schlussmann der Seleçao entmutigte die malischen Stürmer, wie so viele andere vor ihnen im Verlauf des Turniers. Der Lohn für seine Leistungen waren eine Bronzemedaille und vor allem der adidas Goldene Handschuh für den besten Torhüter des Wettbewerbs.

"Dieser Preis ist eine schöne Anerkennung für meine Arbeit", freut sich der brasilianische Keeper im Gespräch mit FIFA.com im Anschluss an die Partie. Bei seinem letzten Auftritt glänzte er erneut mit sieben Abwehraktionen. "Ich denke, dass ich ihn in gewisser Weise verdient habe."

Mit 29 Paraden in den sieben Partien der Seleçao in Indien leistete Brazão einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg seines Teams. Gewiss, es reichte nicht für den Einzug ins Finale, aber immerhin für das Siegertreppchen. "Wir sind nicht Weltmeister geworden, gehören aber zu den drei besten Teams der Welt. Das ist sehr wichtig, sowohl für uns Spieler als auch für den brasilianischen Fussball", sagt der Torwart von Cruzeiro.

Tatsächlich stand Brasilien seit 2005 nicht mehr auf dem Podium der U-17-Weltmeisterschaft. Damals unterlag das Team im Finale gegen Mexiko. Bedeutet dieser Erfolg, dass der Seleçao nun bessere Zeiten bevorstehen? "Das brasilianische Publikum kann beruhigt sein. Es ist eine Generation, die im Nationaltrikot Geschichte schreiben wird", kündigt der Schlussmann an. Er ist stolz darauf, mit einer goldenen Auszeichnung und einer Bronzemedaille in die Heimat zurückzukehren.

Die fünf Finger des goldenen Handschuhs:
- Was bedeutet diese Auszeichnung im Leben eines jungen Spielers?
Das ist etwas, das mein Leben lang bleiben wird, eine wunderbare Erfahrung. Aber wenn sie jemand anderes gewonnen hätte, wäre mein Leben normal weitergegangen und ich hätte mich über die Teilnahme an diesem Turnier genauso gefreut.

- Womit hat er sie verdient?
Ich glaube, dass ich meine Sache gut gemacht habe. Ich habe in jeder Partie gute Leistungen gezeigt.

Welche Botschaft hat er für Youssouf Koita, sein Gegenüber im Tor Malis, dem bei der brasilianischen Führung ein Patzer unterlief?
Ich habe keine Gelegenheit gehabt, mit ihm zu sprechen. Aber wir sind in der gleichen Position, und was ihm passiert ist, macht mich ein wenig traurig. Torhütern passieren solche Fehler, aber das Leben muss weitergehen.

- Was hat gefehlt, um den späteren Weltmeister England im Halbfinale zu schlagen?
Uns hat nichts gefehlt. England war einfach besser und hat es verdient, ins Finale zu kommen. Es ist eine tolle Mannschaft.

- Seine Vorbilder?
Ich bewundere Alisson und Ederson Moraes. Ich hätte gerne ihre Qualitäten.