• Anibal Vega dreht das Spiel durch zwei Tore in drei Minuten
  • Für den eingewechselten Akteur war es der erste Einsatz
  • Sein großes Vorbild ist Cristiano Ronaldo

Zur Pause schlichen die Paraguayer mit gesenkten Köpfen in die Kabine. Im Dr. DY Patil Stadium in Navi Mumbai lagen sie zur Halbzeit gegen Neuseeland durch gleich zwei Eigentore ausgerechnet von Kapitän Duarte mit 1:2 zurück.

Im zweiten Durchgang änderte sich das Bild jedoch komplett. Paraguay gewann die Begegnung letztlich mit 4:2 und zieht damit in die K.o.-Phase der FIFA U-17-Weltmeisterschaft Indien 2017 ein. Edeljoker Anibal Vega wurde nach seiner Einwechslung zur zweiten Halbzeit zum Helden des Tages. Er benötigte gerade einmal dreißig Minuten, um das Vertrauen seines Trainers zu rechtfertigen – mit zwei Toren innerhalb von nur drei Minuten!

Als Ruhe eingekehrt war und die Spieler aus der Kabine kamen, äußerte sich Anibal Vega gegenüber FIFA.com schließlich zur Partie. "Ja, es war ein schwieriges Spiel. In der Halbzeitpause hat der Trainer uns gesagt, wir sollen ruhig bleiben und endlich wieder konzentrierter spielen. Auch, als ich mich zur Einwechslung bereit machen sollte, hat er mir ganz einfach geraten, nicht nervös zu sein, sondern so ruhig zu spielen wie immer. 'Bleib ganz cool und mach' dein Tor!', hat er gesagt."

Nicht zum ersten Mal
"Es ist fantastisch, zwei Tore in so kurzer Zeit zu schießen!", vertraute uns Vega breit grinsend an. Aber eine Premiere war es nicht. "Das ist mir schon in der Nachwuchsmannschaft von Palmeiras in Brasilien gelungen", betonte der Doppeltorschütze. "Da habe ich ganz ähnlich aus kurzer Distanz getroffen, aber auf diesem Niveau ist das grandios!"

Vega hat einen laufenden Profivertrag bei Palmeiras, spielt aktuell aber in seinem Heimatland Paraguay. Seine Ziele formuliert er dabei durchaus ambitioniert, denn: "Es ist gut, die Zukunft zu planen", findet er. Und: "Jeder Spieler will sich verbessern, um seiner Nationalmannschaft zu helfen."

Und wer ist das Vorbild von Anibal Vega? "Cristiano Ronaldo. Für mich ist er ein kompletter Spieler und der Beste der Welt", schwärmt das Talent. "Ich wäre froh, wenn ich eines Tages sein Niveau erreichen könnte."

Den Auftaktsieg seiner Mannschaft gegen Mali verpasste Vega und auch in der zweiten Partie wurde er erst zur zweiten Halbzeit eingewechselt. Mit der nun bereits feststehenden Qualifikation für die K.o.-Phase hofft Vega auf Einsätze von Beginn an. Zum Abschluss des Interviews sagte er: "Der Weg ist noch lang. Wir sind hier, um uns konkurrenzfähig zu präsentieren. Insofern war das bislang nur ein erster Schritt. Wir müssen weiter arbeiten, um unser Ziel zu erreichen."

Dann verließen Vega und seine Mannschaftskameraden lachend und von paraguayischer Musik begleitet das Stadion. Die Feier, die auf dem Rasen angefangen hatte und in den Katakomben des Stadions fortgesetzt wurde, ging anschließend im Hotel weiter. Die Mannschaft ist glücklich. Zu verdanken hat sie das nicht zuletzt ihrem Edeljoker.