• Sayyad und Delfi erzielten drei von vier Toren gegen Deutschland
  • Das Duo ist an vier von sieben Turniertoren beteiligt
  • "Allahyar ist ein Krieger im Sturm"

Unzertrennlich schienen Allahyar Sayyad und Younes Delfi am heutigen Abend. In der Mixed-Zone nach dem Spiel standen sie nebeneinander und stellten sich den Fragen der Journalisten. Zuvor harmonierten sie auf dem grünen Rasen so gut miteinander, dass die DFB-Defensive sie zu keiner Zeit unter Kontrolle bekam und vielleicht noch den einen oder anderen bösen Traum haben wird.

Mit 4:0 - welches den höchsten Sieg des Irans in der Turniergeschichte markiert - schoss sich das Team Melli gegen Deutschland vorzeitig in das Achtelfinale, zählt nun zum Favoritenkreis auf den WM-Titel und gab seinem Gegner Hausaufgaben auf. "Wir haben heute kein gutes Spiel abgeliefert und in vielen Situationen unsere Grenzen aufgezeigt bekommen", gab DFB-Coach Christian Wück nach dem Spiel zu.

FIFA.com hat sich mit den beiden iranischen Wirbelwinden in den Katakomben des Pandit Jawaharlal Nehru Stadium von Goa unterhalten und nennt zwei Gründe, warum das Duo so gut harmoniert.

Allahyar Sayyad
Treffer gegen Deutschland: 1
Turniertreffer: 2


Younes Delfi

Treffer gegen Deutschland: 2
Vorlagen gegen Deutschland: 1
Turniertreffer: 2

Blindes Verständnis
Seit zwei Jahren spielen die beiden schon zusammen für die iranische Jugendnationalmannschaft. Delfi und Sayyad verstehen sich nicht nur auf dem Platz, sondern auch abseits davon ausgezeichnet. Deshalb kommunizieren sie viel miteinander und bereiten sich auf ihre Aufgaben gewissenhaft vor. "Wir sprechen vor jedem Spiel sehr lange miteinander und überlegen uns einen Schlachtplan. Wir gehen die Details noch einmal durch und wollen nichts dem Zufall überlassen", benennt Sayyad einen Hauptgrund, für das erfolgreiche Zusammenspiel. "Allahyar ist ein Krieger im Sturm. Er gibt nie auf, hat einen großen Hunger nach Toren und ist sehr schnell", schwärmt Delfi von seinem kongenialen Partner und fährt fort: "Dass der eine die Stärken des anderen kennt, hilft beim Zusammenspiel." Dies hat man beim 3:0 eindrucksvoll gesehen, als Sayyad Delfis Maßflanke wuchtig einköpfte.

Taktisches Verständnis
"Deutschland hat Probleme in der Defensive. Sie haben ein sehr gutes Team und spielen gut nach vorne. Aber wir wussten, wenn wir ihre Offensive kontrollieren, dann bekommen wir unsere Chancen und können ihnen hinten wehtun", verrät Irans Trainer Chamanian Abbas nach dem Spiel. Dass er dann mit seinen beiden Angreifern zwei Spieler in seinen Reihen hat, die seine Marschroute so brillant umsetzen, ist natürlich für jeden Trainer ein Geschenk. "Der Trainer hat gesagt, wir müssen die Räume zwischen ihren Innenverteidigern und zwischen dem Mittelfeld und der Abwehr nutzen. Das haben wir, glaube ich, ganz gut geschafft", schmunzelt Sayyad. In der Tat. Immer wieder stießen die beiden in die Lücken und liefen die Defensive sehr clever an. So zwangen sie den Gegner zu vielen Fehlern, woraus eine Menge Torchancen resultierten.