Am Freitag, 6. November, fand in Santiago die Abschluss-Pressekonferenz zur FIFA U-17-Weltmeisterschaft Chile 2015 statt. Das Turnier geht in zwei Tagen mit dem Finale zwischen Mali und Nigeria zu Ende. Sunil Gulati, der Vorsitzende der Organisationskommission des Turniers, Colin Smith, der FIFA-Direktor für Wettbewerbe und Cristian Varela, der Vorsitzende des Lokalen Organisationskomitees, sprachen über die positiven Auswirkungen und das bleibende Vermächtnis, das das Turnier in den beteiligten Regionen hinterlässt. Ein Wettbewerb mit derart jungen Spielern ist selbstredend ein Ereignis für die ganze Familie und zog entsprechend viele Eltern mit ihren Kindern ins Stadion, oftmals in Regionen, die nie zuvor Gastgeber eines Weltturniers waren.

FIFA.com hat die wichtigsten Äußerungen von der Pressekonferenz zusammengestellt.

Sunil Gulati
Chile war in jeder Hinsicht ein großartiger Gastgeber. Wir haben ein sensationelles Turnier mit 24 Teams und unglaublich erfolgreichen Halbfinalspielen gesehen. Der Zuschauerschnitt von über 9.000 bedeutet eine enorme Steigerung gegenüber 2013. Ein besonders reizvoller Aspekt solcher Turniere besteht darin, dass Vorhersagen, wer die Stars der Zukunft werden, sehr schwer sind. Wer wird der nächste James Rodriguez oder Kaká? Wir alle haben unsere Tipps, doch bislang behalten wir sie noch für uns und freuen uns auf ein großartiges Finale am Sonntag.

Ich denke, dass wir ein sehr offenes und unterhaltsames Endspiel erleben werden. Beide Teams haben bewiesen, dass sie offensiv spielen wollen, und beide haben bisher sehr starke Leistungen gezeigt. Ich erwarte ein offenes und spannendes Spiel, weil die jungen Spieler mit so überschäumender Begeisterung dabei sind. Der afrikanische Verband CAF wird in jedem Fall den Gewinner stellen, doch der größte Gewinner wird der Sport sein, denn wir werden am Sonntag ein sehr unterhaltsames Endspiel erleben.

Colin Smith
Dieses Turnier hat die beiden Grundsteine dessen zusammengebracht, was die FIFA ausmacht: Ein Turnier erster Güte und Entwicklung. Das ist das Vermächtnis, von dem wir immer gesprochen haben. In den sieben Spielorten haben 2.000 Kinder an Grassroots-Aktivitäten und Seminaren teilgenommen. Insgesamt haben 80 chilenische Grassroots-Trainer an Schulungen teilgenommen. Diese werden die erworbenen Kenntnisse nun in ihre jeweiligen Gemeinden bringen und dort bei der Strukturierung von Nachwuchsprogrammen helfen.

Zusätzlich haben 24 südamerikanische Trainer spezielle Schulungen für umfangreiche theoriebasierte Spielanalysen erhalten. Damit wurde den Trainern das Rüstzeug vermittelt, sich in ihren Gemeinden am Aufbau strukturierter Entwicklungsprogramme zu beteiligen. Diese Entwicklungsprogramme und das Vermächtnis stellen einen wichtigen Aspekt der Dinge dar, die die FIFA über das eigentliche Turnier hinaus vermitteln kann.

Wir haben ein Turnier erlebt, bei dem Fairplay einen hohen Stellenwert hatte. Das Turnier lief in großartigem Sportsgeist ab. Im Halbfinale zwischen den beiden sehr spielstarken Teams Nigeria und Mexiko beispielsweise gab es keine einzige Gelbe oder gar Rote Karte, dafür aber ein flüssiges Spiel ohne viele Unterbrechungen. Dahinter stehen unsere Arbeit mit den Schiedsrichtern und die Fairplay-Programme, die bei allen unseren Wettbewerben laufen.

Die Organisation eines derartig großen Turniers wäre für die FIFA allein ohne eine gute Zusammenarbeit mit dem LOK nicht möglich. Ich möchte Cristian [Varela] und seinem gesamten Team für all die Jahre harter Arbeit und Vorbereitung danken, die es uns ermöglicht haben, ein solches Turnier zu veranstalten. Und ich möchte auch all den Volunteers danken, die als freiwillige Helfer so viel ihrer wertvollen Freizeit investiert haben, ferner unseren Geschäftspartnern, den Medien, den Sendeanstalten und natürlich auch den Zuschauern, denn ohne sie wäre alles ganz anders.

Cristian Varela
Wir sind sehr zufrieden, denn wir haben unsere Zuschauerprognosen deutlich übertroffen. Mehr als 450.000 Zuschauer in den Stadien ist eine wirklich beeindruckende Zahl. Wir haben unseren Traum verwirklicht, die Spiele verteilt über die verschiedenen Regionen auszutragen. Ich freue mich sehr, dass wir diese Veranstaltung den Menschen schenken konnten, die nie davon geträumt hätten, Spieler aus aller Welt vor Ort in ihren Stadien zu erleben. Es war unser Ziel, den Menschen, die sonst nicht die Möglichkeit haben, derartige Veranstaltungen zu besuchen, eben dies zu ermöglichen. Aus welchem Winkel man es auch betrachtet, dieses Turnier war ein großer Erfolg.

Fast 200 Millionen Menschen haben diese Meisterschaft verfolgt. In 170 Ländern konnten die Menschen die Freude genießen, die wir in den Stadien von internationalem Format erlebt haben. Wir haben an allen Spielorten großartige Leistungen gesehen. Ich denke, dass wir ein großartiges Bild von Chile gezeichnet haben, und das macht mich glücklich. Wir wollen ein Vermächtnis in Form von Infrastruktur hinterlassen und den Fussball auch den Menschen näher bringen, die bisher nicht ins Stadion gegangen sind, junge Leute und ganze Familien, die das Spiel genießen können.

Dass Ausscheiden Chiles hat sich wohl ausgewirkt, doch der Geist des Turniers blieb intakt. Ich war selbst bei dem Spiel zwischen Nigeria und Mexiko, und die Partie vor 21.000 Zuschauern war ein fantastisches Erlebnis. Das zeigt, wie sehr die Menschen den Fussball lieben. Ich habe viele Familien gesehen, die gemeinsam das Spiel geschaut haben. Wir müssen unser Team auch weiterhin unterstützen. Wir werden einen neuen Alexis Sanchez erleben, der die Jungs im roten Trikot beobachtet.

Auch die Unterstützung des Staates war sehr wichtig. Dieses Turnier mit 24 Delegationen war auch angesichts der großen Distanzen eine enorme Herausforderung, doch wir haben es geschafft. Ohne die Unterstützung des Staates wäre das nicht möglich gewesen.