Der Weltmeister:

Die Brasilianer kamen mit der festen Absicht nach Ägypten, endlich jene FIFA-Trophäe zu gewinnen, die ihnen in der Vergangenheit immer verwehrt geblieben war. Carlos César sollte als Trainer dafür Sorgen, dass der Traum in Erfüllung ging und baute seine Mannschaft um das exzellente Mittelfeld-Quartett aus Abel, Matuzalem, Fabio Pinto und Ronaldinho Gaúcho herum auf. Die junge Seleção ging im 4-4-2-System mit Enthusiasmus an die Aufgabe heran. Am Ende standen sechs Siege in Folge, 21 Tore, nur 2 Gegentreffer und der Titelgewinn. Die Brasilianer waren stets Herr der Lage - lediglich in der ersten Halbzeit im Finale gegen Ghana wurde es ein wenig brenzlig. Doch bereits in der zweiten Hälfte nahmen die Brasilianer das Heft wieder in die Hand und erspielten sich einen 2:1-Sieg.

Die Überraschungen:
Das Turnier hatte kaum Überraschungen zu bieten - sämtliche favorisierte Teams erfüllten die Erwartungen. Bemerkenswert - besonders vor dem historischen Hintergrund der FIFA-U-17-Weltmeisterschaft - war allerdings die Teilnahme zweier europäischer Mannschaften am Halbfinale. Deutschland und Spanien hielten die europäische Fahne hoch, auch wenn sie gegen ihren jeweiligen Gegner Brasilien (0:4) und Ghana (1:2) verloren.

In den Reihen der Spanier glänzten Iker Casillas, David und der Gewinner des Goldenen Balls Sergio. Die Deutschen wiederum konnten auf einen hervorragenden Sebastian Deisler bauen und verfügten mit Roman Weidenfeller über einen erfahrenen Torwart. Ebenfalls erwähnenswert sind die beiden Stürmer Owusu Afriyie und Michael Coffie aus Ghana, die jeweils drei Mal trafen.

Spieler des Turniers:

Die spanische Angriffsformation aus Sergio und David zeigte sich als beständige Bedrohung der gegnerischen Abwehr. Doch es war Sergio, der insgesamt einen reiferen Stil spielte und aus diesem Grund von der Technischen Studien-Gruppe TSG als bester Spieler des Turniers gewählt wurde. Schnell, gewitzt und mit einem guten Auge traf der Gewinner des Goldenen Balls zwar nur zwei Mal (gegen Neuseeland und Ägypten) im Gegensatz zu Davids sieben Treffern. Doch seine Nominierung ist der Beweis dafür, dass guter Fussball mehr ist, als Tore schießen. Dem stimmt auch der katalanische Prestigeklub FC Barcelona zu: Kaum war das Turnier vorbei, nahm der Klub Sergio unter Vertrag.

Namen, die man sich merken sollte:

Gabriel Milito (ARG), Ferrugem (BRA), Matuzalem (BRA), Ronaldinho Gaúcho (BRA), David (ESP), Iker Casillas (ESP), Sergio (ESP), Xavi (ESP), Sebastian Deisler (GER), Owusu Afriyie (GHA).

Ägypten 1997 in Zahlen:

Abschlusstabelle:

  1. Brasilien

  2. Ghana

  3. Spanien

  4. Deutschland

Tore:
117 (Durchschn. 3,66 pro Spiel)

Beste Offensivmannschaft:
Spanien, 22 Tore

Beste Torschützen:

  1. David (ESP), 7 Tore

  2. Hashim Mohamed (OMN), 5 Tore

  3. Fabio Pinto (BRA), 4 Tore

Austragungsorte: Kairo, Ismailya, Alexandria und Port Said

Zuschauer:
500,000

Durchschnittliche Zuschauerzahl:
15,625