Usbekistan triumphiert und bucht WM-Ticket

Triumph für den usbekischen Fussball: Am Samstag gewann die U-16-Auswahl des Landes den AFC Asien-Pokal – für die Zentralasiaten der erste kontinentale Erfolg im Nachwuchsbereich.

Durch den Titelgewinn in Iran sind die Schützlinge von Dilshod Nuraliyev für die FIFA U-17-Weltmeisterschaft Vereinigte Arabische Emirate 2013 qualifizieret. Die Usbeken sind damit zum zweiten Mal in Folge beim großen Stelldichein der U-17-Weltelite dabei. Zuvor hatten sie 2011 in Mexiko das Viertelfinale erreicht.

FIFA.com fasst ein torreiches  Turnier voller Überraschungen zusammen.

Süße Siege
Usbekistan hatte seit seiner Aufnahme in die FIFA 1994 erst eine Goldmedaille bei den Asienspielen geholt. Die kontinentale Krönung der U-16-Nationalmannschaft am Samstag stellt damit den größten Erfolg des Landes seit Jahren dar.

Der Sieg schmeckt um so süßer, als er hart erarbeitet ist und mehrfach auf des Messers Schneide stand. So wurden die Usbeken nach einem Sieg gegen Indien, einem Unentschieden gegen die VR China und einer Niederlage gegen Russland beispielsweise nur Zweiter in Gruppe D. Im Viertelfinale straften sie dann alle Vorhersagen Lügen, indem sie sich im Elfmeterschießen mit 5:3 gegen die Republik Korea durchsetzten.

Damit war das große Ziel VAE 2013 erreicht und beflügelt von ihrem (Zwischen-)Erfolg schlugen die Usbeken im Anschluss auch Gastgeber Iran mit 3:2, wobei alle drei Tore für den späteren Sieger bereits in der ersten Hälfte fielen. Im Endspiel galt dann erneut Japan als haushoher Favorit, doch Usbekistan trotzte abermals den Prognosen und gewann im Elfmeterschießen.

Trainer Dilshod Nuraliyev will bei der kommenden FIFA U-17-Weltmeisterschaft nun nachlegen: "Wir dürfen uns jetzt nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen. Wenn wir nächstes Jahr in den Emiraten etwas erreichen wollen, müssen wir hart arbeiten!"

Nuraliyev weiter: "Einige behaupten, wir wären in den K.o.-Spielen besonders auf der Höhe gewesen, aber ich behaupte: Wir hatten das gesamte Turnier über dasselbe Niveau. In der Gruppenphase hat uns nur der Torerfolg gefehlt, aber der hat sich dann ja im Turnierverlauf eingestellt."

Untröstliche Finalisten
Japan gilt in der Alterskategorie U-16 als eine Fussballmacht in Asien. Die Mannschaft konnte schon zwei Mal Asienmeister werden. In Iran lösten die Kleinen Samurai ihr Ticket für ihre siebte Teilnahme an der FIFA U-17-Weltmeisterschaft, womit sie zusammen mit Katar die bei diesem Turnier am häufigsten vertretene asiatische Mannschaft sind.

Wie die Usbeken legten auch die Japaner eigentlich erst nach der Gruppenphase so richtig los. Sie wurden in Gruppe C Zweiter hinter der Republik Korea, gewannen dann jedoch souverän mit 2:1 gegen Syrien und zerlegten Irak mit 5:1 in der Vorschlussrunde.

Als es im Endspiel nach sieben Minuten 1:0 für den Favoriten stand, rechnete schon alles mit einem erneuten japanischen Offensivspektakel, doch die Usbeken glichen im zweiten Durchgang aus und gewannen letztendlich das Elfmeterschießen, weil gleich drei japanische Akteure verschossen.

Historische Qualifikation und Desillusionierung
Nach dem Erfolg vor vier Jahren hatte sich Iran – zumal vor heimischem Publikum - berechtigte Hoffnung auf eine Titelverteidigung gemacht. Dann aber folgte das Aus im Halbfinale.

Irak wiederum überraschte mit der Qualifikation für die VAE 2013. Für das Zweistromland ist es die erste Teilnahme an einer FIFA U-17-WM. Nach souveränen Leistungen in der Gruppenphase mit zwei Siegen gegen Oman und Thailand sowie einem Unentschieden gegen Australien lösten die Iraker die WM-Fahrkarte durch ein 3:1 gegen Kuwait im Viertelfinale.

Desillusioniert hingegen wurde die Republik Korea, die zunächst als einzige Mannschaft in der Gruppenphase - gegen die DVR Korea, Japan und Saudiarabien – ohne Punktverlust blieb, um dann überraschend an Usbekistan zu scheitern. Dabei retteten sich die Südkoreaner sogar erst in der vierten Minute der Nachspielzeit ins Elfmeterschießen, was ihnen unterm Strich dann aber auch nichts mehr nützen sollte.

Ihnen gehört die Zukunft
Das Turnier bot natürlich auch wieder Gelegenheit, potenzielle künftige Stars des asiatischen Fussballs zu entdecken. So wurde der Südkoreaner Hwang Hee-Chan mit fünf Treffern Torschützenkönig. Der Japaner Taro Sugimoto wurde – nicht zuletzt wegen seiner drei Tore und einer Vorlage im Finale – zum besten Spieler des Turniers gewählt. Mit Reza Chaab, Majid Hosseini und Amir Mohammad Mazloum hatte Iran gleich drei dreifache Torschützen in seinen Reihen. Hatem Al Rushadi aus Oman und Mohammed Al Dahi aus Jemen trafen ebenfalls drei Mal.

Statistik
97 – So viele Tore fielen in den 31 Begegnungen dieses AFC Asien-Pokals, also rechnerisch 3,13 pro Spiel. Japan und Iran stellten mit jeweils 14 Toren (sechs mehr als Weltmeister Usbekistan) die beste Offensive.

Ihre Meinung zählt!
Welches dieser asiatischen Teams kommt bei der FIFA U-17-Weltmeisterschaft Vereinigte Arabische Emirate 2013 am weitesten: Usbekistan, Japan, Iran oder Irak?