Drei Außenseiter machten sich auf zur Jagd auf Italien, doch am Ende lief der europäische Favorit der Gruppe F der FIFA U-17-WM 2009 dem Trio davon. Die Republik Korea begeisterte das Publikum in Kaduna mit attraktivem Offensivfussball und Uruguay nutzte dank technisch ansprechenden Darbietungen als Drittplatzierter die Hintertür zum Achtelfinale. Algerien verabschiedete sich dagegen ohne Punkt und ohne Tor aus Nigeria.

Abschlusstabelle
1. Italien (7 Punkte)
2. Korea Republik (6)
3. Uruguay (4)
4. Algerien (0)

Die nächsten Spiele
Italien - USA, Kaduna, 4. November, 16:00 Uhr (Ortszeit)
Mexiko - Korea Republik, Bauchi, 5. November, 16:00 Uhr (Ortszeit)
Iran - Uruguay, Calabar, 5. November, 19:00 Uhr (Ortszeit)

Rückblick
Mit der Gewissheit, über große Erfahrung zu vefügen, enttäuschte der Nachwuchs des amtierenden FIFA Weltpokal-Siegers nicht. Drei italienische Akteure hatten bereits U-21-Nominierungen erhalten: Sie trieben ihr Ensemble auch in kritischen Situation zum Triumph. In der Auftaktpartie gegen die Algerier erzielte einer von ihnen, Federico Carraro vom AC Florenz, just in dem Moment den späten 1:0-Siegtreffer, als einige seiner Teamkollegen bereits begannen, die Köpfe hängen zu lassen. Noch mehr Effizienz bewies man im hochklassigen Match gegen die Südkoreaner, als man fast eine Stunde lang spielerisch unterlagen war, aber dann binnen fünf Minuten ein 0:1 in ein 2:1 drehte. Die Schützlinge von Pasquale Salerno sollten über ausreichend Kraftreserven verfügen, um in der K.o.-Phase eine gute Rolle zu spielen.

Läuferisch stark und taktisch diszipliniert wie immer präsentierten sich die Südkoreaner. Allerdings zeigte der Vize-Asienmeister auch eine erstaunliche Physis und spielerischen Glanz. Beim 3:1-Auftaktsieg gegen Uruguay ließ man sämtliche Qualitäten dieser vielversprechenden Generation Südkoreas aufblitzen, doch dann wurde man einmal mehr Opfer eines altbekannten Problems: Gegen die Italiener ging man leer aus, weil das Ensemble von Kwang-Jong Lee seine zahlreichen Torchancen nicht nutzte. Umso fröhlicher wirkte der Nationalcoach dann, als man zum Abschluss gegen Algerien gleich die ersten beiden Einschussmöglichkeiten nutzte, um einen 2:0-Erfolg sicherzustellen. Dies lässt hoffen.

"Unser wichtigstes Ziel war der Einzug in die K.o.-Runde. Wir wollten einfach nur das Achtelfinale erreichen." Mit diesen Worten traf Uruguays Trainer Roland Marcenaro den Nagel auf dem Kopf. Spielerisch konnten seine Talente nur phasenweise brillieren, meistens dank der individuellen Klasse des kleinen Spielmachers Sebastian Gallegos von Atlético Madrid, der für beide selbst erzielte Treffer seines Teams in der Vorrunde verantwortlich zeichnete [Anm. d. Red.: Hinzu kam ein Eigentor der Algerier]. Gegen die Südkoreaner zog man klar den Kürzeren, Algerien zeigte man die Grenzen auf und den Italienern rang man ein torloses Remis ab.

Nach drei Niederlagen und einem Torverhältnis von 0:5 traten die sympathischen Nachwuchskicker Algeriens mit traurigen Gesichtern die Heimreise an. Bei ihrem ersten Auftritt bei einer WM-Endrunde dieser Altersklasse musste die Mannschaft von Otmane Ibrir Lehrgeld zahlen, doch das wird sie in den Augen ihres Trainers nur stärker machen: "Südkorea war im Spiel gegen uns besser, aber meine Jungs haben gegen Uruguay und Italien bewiesen, dass sie sich auf Augenhöhe mit ihnen befinden können."

Denkwürdige Momente
Geben und Nehmen
Vor zwei Jahren feierten die Nigerianer in Südkorea den U-17-Titel, während der damalige Gastgeber schon in der Vorrunde scheiterte. Die herzlichen Einheimischen dachten nun, es sei an der Zeit, den Spieß umzudrehen: Fast hundert Nigerianer feuerten die Ostasiaten in den Farben deren Landes bei jedem Match leidenschaftlich an und präsentierten sich als echter Fanklub. Nur wenn die Golden Eaglets, die freilich die Vorrunde überstanden, gegen die Südkoreaner das Viertelfinale erreichen sollten, haben die Freunde des Kulturaustauschs ein Problem. "Für wen ich dann halten soll, weiß ich noch nicht", verriet der 18-jährige Tanimu FIFA.com.

Kuchen und Kerzen
Ausgelassen und fröhlich ließ sich Stephan El Shaarawy feiern. Es war der Tag nach Italiens Auftaktsieg gegen Algerien. Und es war auch der Geburtstag der Nummer 10 der Azzurrini. Eine riesige Torte wurde mit besonders großer Liebe zubereitet, schließlich verfügt das Teamhotel der Südeuropäer in Kaduna zufällig über eine auf italienische Speisen spezialisierte Köchin. Nun hoffen die Salerno-Schützlinge, noch einen weiteren Geburtstag in Nigeria feiern zu dürfen: Torhüter Mattia Perin ist am 10. November dran - dem Tag nach dem Abschluss der Viertelfinalspiele.

Zahlenspiele
6 - Die "Sechser" der drei aus der Gruppe F weitergekommenen Teams sind von unschätzbaren Wert: Sowohl Bruno Marchelli, Verteidiger Uruguays, als auch Lorenzo Crisetig, der jüngste Akteur im italienischen Kader, spielten bislang jede Minute. Und Südkoreas beeindruckender Mittelfeldmotor Jong-Kwon Lee wurde nur deshalb in den letzten fünf Minuten des letzten Gruppenspiels ausgewechselt, um Sonderapplaus vom Publikum zu erhalten.

Zitat
„Ich möchte die Möglichkeit nutzen, mich bei den Menschen von Kaduna zu bedanken. Sie haben uns mit einer unbeschreiblichen Herzlichkeit behandelt. Es war eine tolle Erfahrung für meine Spieler und mich, hier gewesen sein zu dürfen!"
Otmane Ibrir (Trainer, Algerien)