Die Gruppe B war zweifelsohne eine der umkämpftesten Vorrundengruppen der FIFA U-17-Weltmeisterschaft Nigeria 2009. Und auch eine der überraschendsten!

Wer hätte gedacht, dass die Schweizer bei ihrer erstmaligen WM-Teilnahme sämtliche Rivalen in die Schranken weisen können? Brasilien und Mexiko, die einander im Finale 2005 gegenüber standen, waren gegen die schweizerische Übermacht chancenlos, auch wenn sich die Mittelamerikaner letzten Endes mit großer Mühe für das Achtelfinale qualifizierten. Die Seleção muss ebenso wie Japan die Heimreise antreten.

Abschlusstabelle
1. Schweiz (9 Punkte)
2. Mexiko (6)
3. Brasilien (3)
4. Japan (0)

Die nächsten Spiele
Schweiz - Deutschland, 4. November, Lagos, 19:00 (Ortszeit)
Mexiko - Korea Republik, 5. November, Bauchi, 16:00 (Ortszeit)

Rückblick
Die Schweiz fuhr als krasser Außenseiter zur WM, zeigte jedoch auch dort jene Qualitäten, die es dem Team bereits ermöglicht hatten, eine sensationelle WM-Qualifikation zu spielen: taktische Disziplin, starke Physis und enorme Effizienz. Mit diesen Waffen wurden sowohl Mexiko (2:0) als auch Japan (4:3) und Brasilien (1:0) besiegt, womit sich die Schweizer ohne Punkteverlust den Gruppensieg sicherten. Pajtin Kasami, Nassim Ben Khalifa und Haris Seferovic sind nicht nur große Zukunftshoffnungen, sondern ließen schon in Nigeria ihr Können aufblitzen.

Mexiko hat sich zwar für das Achtelfinale qualifiziert, muss sich aber noch deutlich steigern. "Wenn wir so weiterspielen, kommen wir nicht weit", analysierte der selbstkritische Trainer José Luis González China. Dennoch gelang es den Mittelamerikanern, sich für den misslungen WM-Auftakt gegen die Schweiz zu rehabilitieren: Sie besiegten in der Neuauflage des WM-Finales von 2005 die Brasilianer und sicherten sich mit dem Erfolg über die Japaner den Einzug ins Achtelfinale. Ihre Reaktionsschnelligkeit und ihre Qualitäten in der Defensive scheinen ihre Stärken für die kommenden Aufgaben zu sein.

Brasilien und Japan mussten hingegen vorzeitig die Heimreise antreten. In der Seleção waren individuelle Lichtblicke zu erkennen, doch einige Abwehrfehler in den entscheidenden Momenten einer jeden Partie kamen die Südamerikaner teuer zu stehen. Die Japaner, die ein attraktives Kurzpassspiel im Mittelfeld pflegen, scheiterten letzten Endes an ihrer Unerfahrenheit sowie an ihrer chronischen Abschlussschwäche.

Denkwürdige Momente
Der erste Torschrei
Kasami zog nicht nur die Fäden im schweizerischen Mittelfeld sondern nahm auch ein Andenken mit: Per Freistoß erzielte er mit dem linken Fuß das erste Tor der FIFA U-17-Weltmeisterschaft Nigeria 2009. Sein Jubel vor der Fernsehkamera und der Dank an die nigerianischen Fans zählen bereits zu den unvergesslichen Momenten dieses Turniers.

Pelé? Neymar!
Was Pelé bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Mexiko 1970 verwehrt blieb, schaffte der junge Neymar gegen Japan. Der Stürmer lief nach einem großartigen Pass von Coutinho allein auf den Torhüter zu und machte alles richtig: Er legte den Ball rechts am Keeper vorbei und umkurvte ihn selbst auf der linken Seite. Dann brauchte er das Leder bloß noch zum zweiten Treffer der Seleção einzuschieben. Der Stürmer stand nunmehr im Mittelpunkt des Interesses.

Verdienter Applaus
Die Japaner fahren zwar ohne Punktegewinn, aber dafür mit einer unvergesslichen Erinnerung nach Hause: mit der Anerkennung von Kollegen, Journalisten und Fans für ihr sehenswertes Offensivspiel. Der Applaus der nigerianischen Fans war Musik in den Ohren der japanischen "Youngsters".

Zahlenspiele
1300 - Der Treffer des Mexikaners Carlos Campos gegen Japan am dritten Spieltag der Gruppe B war das 1300. Tor in der Geschichte der FIFA U-17-Weltmeisterschaft.

Zitat
"Wir können nicht so spielen wie Brasilien, so viel steht fest. Die Schweiz muss in jedes Spiel gehen, als wäre es das letzte - also mit großem Engagement und enormer Disziplin. Das ist unsere große Stärke und deshalb sind wir auch zuversichtlich, dass wir weiterkommen werden."
Dany Ryser (Trainer, Schweiz)