Nachdem sich in dieser Gruppe drei von vier Mannschaften für die Runde der letzten 16 qualifizieren konnten, herrscht bei den Teams Spaniens, der USA und der VAE Freude und Stolz über das bisherige Abschneiden. Gleiches gilt jedoch auch für Malawi. Denn obwohl die Mannschaft aus Zentralafrika vorzeitig die Heimreise antreten muss, hat sie doch wertvolle Erfahrungen sammeln können, die dem Fussball in diesem kleinen Land künftig von Nutzen sein werden. Die jungen Spieler von heute werden sicher die Leistungsträger von morgen im malawischen Fussball sein.
Abschlusstabelle
1. Spanien (9 Punkte)
2. USA (6 Punkte)
3. Vereinigte Arabische Emirate (3 Punkte)
4. Malawi (0 Punkte)
Die nächsten Spiele
Italien - USA, 4. November, Kaduna, 16:00 Uhr (Ortszeit)
Türkei - VAE, 4. November, Enugu, 19:00 Uhr (Ortszeit)
Spanien - Burkina Faso, 5. November, Kano, 16:00 Uhr (Ortszeit)
Rückblick
Die Gruppe E brachte kaum Überraschungen. Spanien und die USA wurden ihrer Favoritenrolle gerecht, und die beiden anderen, weitaus weniger bekannten Teams können ebenfalls stolz auf die gezeigten Leistungen sein. Die Vereinigten Arabischen Emirate und Turnierneuling Malawi stellten in ihrer Auftaktpartie im Sani Abacha Stadium von Kano unter Beweis, dass sie den favorisierten Gruppengegnern keinesfalls eine leichte Beute sein würden. Auch wenn die Araber die Partie am Ende mit 2:0 für sich entschieden, das Team aus dem kleinen afrikanischen Land bot anlässlich seiner Premiere einen beherzten Auftritt. Die jungen Spanier, die bei der diesjährigen Europameisterschaft noch enttäuscht hatten, gerieten in ihrem Auftaktspiel gegen die USA von Beginn an unter Druck, nachdem sie bereits frühzeitig in Unterzahl spielen und kurz darauf das 0:1 hinnehmen mussten. Doch in der Folge gelang es den Schützlingen von Trainer Ginés Meléndez dank ihrer fussballerischen Klasse, die Partie noch zu drehen (2:1).
Das so erlangte Selbstvertrauen auf Seiten der Roja bildete dann auch die Grundlage für die weiteren Erfolge gegen die VAE (3:1) und Malawi (4:1). Unterdessen präsentierten sich die USA auch weiterhin als spielstarke Mannschaft, der es jedoch im Abschluss an der erforderlichen Sicherheit mangelte. Angesichts der vielen Chancen, die das U.S.-Team sowohl gegen Malawi (1:0) als auch gegen die VAE herausgespielt hatte, sind drei Treffer aus drei Spielen eine recht dürftige Ausbeute. Die Mannschaft vom Persischen Golf hingegen kann es immer noch nicht fassen, dass sie erstmals in ihrer Geschichte das Achtelfinale dieses Turniers erreicht hat. Für Auswahltrainer Ali Ibrahim ein Grund mehr, seinen jungen Talenten auch in der K.o.-Runde alles abzufordern.
Denkwürdige Momente
Spiel in Unterzahl gedreht
Spanien bot in seiner Auftaktpartie ein Musterbeispiel an Moral und Effizienz. Das Spiel hatte kaum begonnen, da sahen sich jungen Iberer infolge des Feldverweises ihres Verteidigers Sergi Gómez bereits mit einem Spieler weniger auf dem Platz. Nachdem die USA nur kurz danach auch noch den Führungstreffer erzielt hatten, drohte das Auftaktspiel für Spanien gar zum Albtraum zu werden. Trotz dieses Fehlstarts gelang es der Roja jedoch, nach einer halben Stunde nicht nur wieder zurückzukommen, sondern die Partie dank zweier Tore von Pablo Sarabia und Borja González noch zu drehen.
Ein Treffer für die Geschichtsbücher
Für das Team aus Malawi war die Teilnahme an der FIFA U-17-Weltmeisterschaft Nigeria 2009 die erste überhaupt an einem WM-Turnier. Auch wenn die Afrikaner am Ende keinen einzigen Sieg errangen, so konnten sie wenigstens ihren ersten Treffer bei einer Weltmeisterschaft bejubeln. Kapitän Bruno Milanzi ist der Glückliche, der in der Partie gegen Spanien traf. Die Mannschaft aus Zentralafrika reist in der sicheren Überzeugung aus Nigeria ab, hier einen wichtigen Schritt für den Fussball ihres Landes vollzogen zu haben.
Historische Qualifikation
Die Vereinigten Arabischen Emirate erreichten bei ihrer zweiten Teilnahme an einer FIFA U-17-Weltmeisterschaft zum ersten Mal in ihrer Geschichte das Achtelfinale. Mit dem Triumph in der Auftaktpartie gegen Malawi legte das Team den Grundstein für die nachfolgenden Spiele gegen Spanien und die USA, in denen sie trotz der beiden Niederlagen jeweils eine kämpferisch starke Leistung boten und beide Partien faktisch bis zum Schlusspfiff offen gestalten konnten.
Zahlenspiele
16 - So viele Treffer erzielten die vier Teams der Vorrundengruppe E. Die meisten davon gehen auf das Konto der Spanier, die häufiger als ihre drei Gruppengegner zusammen trafen. Während die Roja neun Tore bejubeln konnte, kamen die USA und die VAE jeweils drei Mal zum Torerfolg. Malawi musste indes bis acht Minuten vor dem Ende des letzten Gruppenspiels warten, bis man den einzigen Treffer bei diesem Turnier feiern konnte.
Zitat
"Während des Turniers haben wir zahlreiche Anrufe aus Malawi bekommen, in denen man uns ermunterte, so weiterzuspielen wie wir begonnen hatten. Auch wenn wir kein Spiel gewonnen haben, so können wir zumindest mit der Gewissheit abreisen, gute Arbeit geleistet zu haben. Jetzt müssen wir weiter an uns arbeiten, um dem Fussball in Malawi zu weiteren Fortschritten zu verhelfen. Wir waren und sind stolz darauf, dass wir den afrikanischen Kontinent bei dieser Weltmeisterschaft vertreten konnten."
John Kaputa (Trainer, Malawi)

