Auf dem erhofften Weg zum Titel bei der FIFA U-17-WM 2009 steht Vize-Champion Spanien im Viertelfinale vor einer schweren Hürde. Das in Nigeria bislang von Sieg zu Sieg eilende Ensemble von Ginés Meléndez trifft am Montag im Ahamdu-Bello-Stadion von Kaduna auf Uruguay und schickt sich an, die Südamerikaner mit einem weiteren Offensivfeuerwerk aus dem Wettbewerb zu werfen.
Der spanische Trainer-Routinier gibt sich vor dem Duell mit La Celeste betont selbstbewusst. Und er hat auch allen Grund dazu. Schließlich kann er angesichts von 13 bislang erzielten Toren der Iberer auf die treffsicherste Offensive des Turniers verweisen, während Uruguay erst fünf Mal den Weg ins gegnerische Netz gefunden hat und damit gemeinsam mit Italien den schwächsten Angriff aller noch verbliebenden Mannschaften bei dieser WM-Endrunde stellt.
Das Duell
Spanien - Uruguay
Montag, 9. November 2009
Kaduna
16:00 Uhr (Ortszeit)
Die Ausgangslage
Beide Teams sind mit breiter Brust nach Kaduna gereist, obgleich sie ihren mentalen Höhenflug auf ganz unterschiedliche Weise erlangt haben. Spanien hat als eines von nur zwei Ensembles die Gruppenphase in Nigeria mit einer blütenweißen Weste überstanden, um dann in der Runde der letzten 16 gegen Burkina Faso souverän mit 4:1 zu gewinnen. Nur eines ist den Meléndez-Schützlingen bislang nicht gelungen: Eine Partie ohne Gegentor zu beenden. Uruguay hat sich bislang von Spiel zu Spiel gesteigert, ist als einer der besten Drittplatzierten in die K.o.-Phase eingezogen und hat dort beim beeindruckenden 2:1-Sieg nach Verlängerung gegen Asienmeister Iran Klasse bewiesen.
Die Statistik spricht für die Südeuropäer. Im bislang einzigen Duell dieser beiden Teams bei einer WM-Endrunde dieser Altersklasse setzte sich Spanien vor 18 Jahren in Italien knapp mit 1:0 durch. Zudem kann die La Rojita auf eine Serie der ganz besonderen Art verweisen: Seit elf Spielen ist sie in dieser Turnierserie ungeschlagen, wenn man mal die Finalniederlage nach Elfmeterschießen in Korea 2007 gegen Nigeria ausklammert.
Uruguay hat nichts anderes im Sinn als diesem Lauf ein Ende zu setzen, muss allerdings auf zwei Akteure verzichten: Verteidiger Ramon Arias ist nach zwei Gelben Karten gesperrt und Abwehrkollege Bruno Marchelli hat sich in der Partie gegen den Iran den Arm gebrochen, so dass für ihn die WM-Endrunde gelaufen ist. Spaniens Coach Meléndez kann dagegen personell aus dem Vollen schöpfen.
Die Statistik
1 - Beim Achtelfinalsieg gegen den Iran konnte Uruguay erstmals überhaupt bei einer U-17-WM nach der Verlängerung den Platz als Sieger verlassen. In der Gesamtbilanz des südamerikanischen Landes in Verlängerungen von FIFA-Turnieren sieht es düster aus: In elf von 15 Versuchen hat man den Kürzeren gezogen.
Die Zitate
"Die Uruguayer haben ein sehr gutes Team mit einigen großen Talenten. Wir respektieren sie und ich glaube, wir werden ein tolles Spiel sehen. Derjenige, der den ersten Fehler macht, wird verlieren."
Ginés Meléndez (Trainer, Spanien)
"Ob Spanien der Favorit ist? Nun, wir sind zwar in unserer Gruppe nur als Dritter weitergekommen, aber wir haben danach immerhin den bis dahin ungeschlagenen Asienmeister nach Hause geschickt. Ich glaube, die Spanier machen sich schon auch über uns Gedanken."
Roland Marcenaro (Trainer, Uruguay)


