Die FIFA U-17-Weltmeisterschaft 2017 findet in Indien statt. Das Land hat zwar schon zahlreiche sportliche Großveranstaltungen organisiert, darunter die Asienspiele und die Commonwealth-Spiele, sowie mehrere Weltmeisterschaften beispielsweise im Cricket und Hockey. Nun allerdings wird die zweitbevölkerungsreichste Nation der Welt erstmals ein FIFA-Turnier ausrichten.

Wie in zahlreichen anderen ehemaligen britischen Kolonien reicht die Geschichte des Fussballs auch in Indien bis ins 19. Jahrhundert zurück. Die ältesten heute noch existierenden indischen Klubs sind Mohammedan Sporting und Mohun Bagan. Beide wurden schon drei Jahrzehnte nach dem FC Sheffield, dem ersten und somit ältesten Fussballklub der Welt, gegründet. Der Durand Cup ist sogar der drittälteste Fussballwettbewerb der Welt.

Bereits 1948 und somit nur ein Jahr nach der Erlangung der Unabhängigkeit nahm die indische Fussball-Nationalmannschaft in London erstmals an den Olympischen Spielen teil. Für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 1950™ erhielt das Land eine Einladung.

Bis 1960 qualifizierte sich Indien regelmäßig für die Olympischen Spiele. Bei den Spielen von Melbourne 1956 landete die Nationalmannschaft auf dem respektablen vierten Platz. Ebenfalls in dieser Ära feierte der indische Fussball auch seine größten internationalen Erfolge, mit Goldmedaillen bei den Asienspielen 1951 in Neu-Delhi und 1962 in Jakarta.

Heute gehört Fussball zu den am intensivsten verfolgten Sportarten in Indien und liegt, was Status und Beliebtheit angeht, nur hinter Cricket. Dies ist einer ganzen Reihe von Initiativen und Investitionen in die Zukunft des Fussballs zu verdanken.

Der indische Fussballverband (All India Football Federation, AIFF) hat zahlreiche koordinierte Aktionen gestartet, um den indischen Fussball voranzubringen, und setzt dabei auf Breitensport und Nachwuchsförderung. Mit Blick auf diese Strategie bewarb sich der AIFF auch um die Ausrichtung der FIFA U-17-Weltmeisterschaft, die von der FIFA beschlossen wurde. Damit wird dieser Wettbewerb als erstes FIFA-Turnier überhaupt auf dem indischen Subkontinent ausgetragen.

Das Land
Indien ist mit 1,2 Milliarden Einwohnern das zweitbevölkerungsreichste Land und gleichzeitig die größte Demokratie der Welt. In der Liste der flächenmäßig größten Länder belegt Indien Platz sieben. Der Subkontinent wird vom Indischen Ozean, dem Arabischen Meer und dem Golf von Bengalen begrenzt und ist durch eine enorme landschaftliche Vielfalt gekennzeichnet. Indien grenzt an sechs Nachbarländer.

Indien ist eine parlamentarische Bundesrepublik, bestehend aus 29 Bundesstaaten und sieben Unionsterritorien. Der Vielvölkerstaat mit einer immensen Sprachvielfalt und Diversität blickt auf eine lange Fussballgeschichte zurück.

Wirtschaft
Indiens Wirtschaft ist die siebtgrößte der Welt (nach nominalem BSP) und die drittgrößte der Welt (nach Kaufkraftparität). Indien gehört als Schwellenland zu den so genannten BRICS-Staaten. Seine aufstrebende Wirtschaft konnte in den vergangenen zwei Jahrzehnten Zuwachsraten von rund 7 Prozent halten.

Im letzten Quartal 2014 löste Indien die VR China als am schnellsten wachsende Wirtschaft ab.

Indien lag bei den Wachstumsprognosen der Weltbank 2015/16 erstmals ganz vorn und wird sich demzufolge 2016/17 noch weiter steigern. 

Klima und Tourismus
Indien wird im Norden vom mächtigen Himalaya-Gebirge begrenzt. Das Arabische Meer bildet die Westküste, der Golf von Bengalen die Ostküste des Subkontinents. Indien verfügt über eine enorme landschaftliche und klimatische Vielfalt, von schneebedeckten Bergen bis hin zu tropischen Urwäldern und unberührten Stränden. Auch die indische Fauna ist enorm vielfältig. Zu den spektakulärsten Tieren zählen Bengaltiger, asiatischer Löwe, indisches Panzernashorn und asiatischer Elefant.

Das Land blickt auf ein reiches und vielfältiges kulturelles Erbe mit zahlreichen beeindruckenden architektonischen Werken zurück, von fantastischen Tempeln, Festungen und Palästen über das weltberühmte Grabmal Tadsch Mahal bis hin zu modernen Klassikern wie dem Lotustempel und dem Rashtrapati Bhavan, dem Amtssitz des indischen Präsidenten. Jährlich besuchen mehr als acht Millionen Touristen das Land und lassen sich von seiner enormen Vielfalt beeindrucken.