Die FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft Jordanien 2016 wird das größte Sportereignis in der Geschichte des Königreichs darstellen. Obgleich das Land noch nie ein großes Turnier veranstaltet hat, kann es als Austragungsort der Panarabischen Spiele 1999 bereits Stadien und eine Sportinfrastruktur vorweisen. Der Fussball ist in Jordanien eine wahre Leidenschaft und es ist sehr schwer, Tickets für die Spiele der Nationalmannschaft zu bekommen. In der Qualifikation zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™, zum AFC Asien-Cup oder bei den Spielen der Klubs ist das jordanische Publikum immer zur Stelle, um die einheimische Mannschaft zu unterstützen. Es kann also davon ausgegangen werden, dass viele Zuschauer die Stadien füllen werden, um die talentierten jungen Spielerinnen zu bewundern, die Starruhm anstreben.

Jordanien: Allgemeine Informationen
Jordanien, das offiziell "Haschemitisches Königreich Jordanien" heißt, wurde 1923 unter dem Namen "Emirat Transjordanien" gegründet. Es erlangte am 25. Mai 1946 seine Unabhängigkeit und ist ein arabischer Staat im Südwesten Asiens. Es liegt südlich von Syrien und nördlich der arabischen Halbinsel, wodurch es eine zentrale Lage im Herzen des Nahen Ostens einnimmt. Sein Name ist vom Fluss Jordan abgeleitet, der an seiner westlichen Grenze entlangfließt. Aus den zwei wichtigsten Quellflüssen wurde der Name "Jordanien" abgeleitet.

Die Topografie Jordaniens ist sehr vielfältig. Seine Fläche beträgt 89.213 m², und es leben dort circa 6,7 Millionen Einwohner. Es ist ein Land mit einer sehr reichen Geschichte, in der die Überreste der ersten menschlichen Siedlungen und zahlreicher antiker Zivilisationen zu finden sind. Es nimmt eine wichtige strategische Position als Drehscheibe zwischen Asien, Afrika und Europa ein.

Im Norden und Westen herrscht ein mediterranes Klima, während der Süden und Osten von Wüstenklima geprägt sind. Die Temperaturen liegen im Durchschnitt zwischen zwölf und 25 Grad. So dürfte das Klima während des Turniers perfekt und weder zu kalt noch zu heiß sein. Dies wird die Organisation von zahlreichen Veranstaltungen rund um die Spiele ermöglichen.

Wirtschaft
Die wichtigsten Wirtschaftssektoren des Königreichs sind das Dienstleistungsgewerbe, Handel, Tourismus sowie Industriezweige wie die Düngemittel- und Medikamentenherstellung. Im Süden des Königreichs befinden sich die drittgrößten Phosphatvorkommen der Welt. Es werden außerdem Kali, Mineralsalze und Erdgas gefördert. 78 Prozent der Einwohner leben in den Städten, 35 Prozent der Jordanier sind jünger als 14 Jahre alt. Das Bildungsniveau gilt als eines der höchsten der Region.

Die Wirtschaft gehört zu den liberalsten und wettbewerbsstärksten des Nahen Ostens. Insbesondere das moderne Bankenwesen wird von den Investoren geschätzt, nachdem es die Finanzkrise von 2009 glänzend überstand.

Tourismus
Der Fremdenverkehr ist mit Einnahmen von schätzungsweise 3 Milliarden U.S.-Dollar einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Jordaniens. Die Wüstenstadt Petra wurde zu einem der neuen sieben Weltwunder gewählt. Es kann im heiligen Fluss Jordan oder im Toten Meer, dem tiefsten Punkt der Erde, gebadet werden. Jordanien beherbergt zudem zahlreiche alte Moscheen und Kirchen. So können zum Beispiel die antike Stadt Jerash im Norden des Königreichs oder das römische Amphitheater im Herzen der Hauptstadt Amman besucht werden. Ein Pflichtbesuch ist der Wadi Rum mit seiner rot gefärbten, rauen Formenvielfalt, die an eine Mondlandschaft erinnert. Die Küstenstadt Akaba lädt dazu ein, die Winterferien am Roten Meer zu verbringen.

Sport
Jordanien gehört zu den arabischen Ländern mit dem größten Interesse für Jugend und Sport. Dies zeigt sich an der großen Anzahl von Sportkomplexen, die eigens für junge Menschen gedacht sind. So erzielt Jordanien insbesondere in den zwei bei der Jugend beliebtesten Disziplinen, Fussball und Basketball, in allen Altersklassen gute Ergebnisse. Auch Kampfsportarten erfreuen sich in Jordanien großen Zuspruchs, und das Königreich kann mehrere Weltmeister vorweisen.

Die Sportzentren wurden in den 1960er-Jahren erbaut. Der Komplex der Al-Hussein Youth City ist der älteste seiner Art in der arabischen Welt. Er beherbergt mehrere Stadien und Sporthallen, unter anderem das Amman International Stadium, in dem die Spiele des Turniers stattfinden werden. Aufgrund der zunehmenden Sportbegeisterung im Königreich entstanden in den verschiedenen Regionen Jordaniens weitere Jugend- und Sportkomplexe. So werden auch die Städte Irbid und Zarka die Ehre haben, Spiele der FIFA U-17-Frauen-Weltmeisterschaft auszutragen.

Fussball
Der Fussball ist altersübergreifend die beliebteste Sportart des Königreichs. Die jordanische Nationalelf nahm in der Vorausscheidung für Mexiko 1986 erstmals an der Qualifikation für die FIFA WM teil. Auf dem Weg nach Brasilien erreichten die Al-Nashama die interkontinentale Playoff-Runde, in der sie Uruguay unterlagen. Auf kontinentaler Ebene gelang die erfolgreiche Qualifikation für die Asienmeisterschaften von 2004 und 2011, in der Jordanien das Viertelfinale erreichte. 2015 indes schied das Team erstmals bereits in der Gruppenphase aus.

Jordanien hat nur einmal an einem FIFA Turnier teilgenommen, der FIFA U-20-Weltmeisterschaft Kanada 2007. In den Gruppenspielen gegen Spanien, Uruguay und Sambia zog sich die Juniorenauswahl achtbar aus der Affäre.

Der Frauenfussball existiert offiziell seit 2004. Die Gründung eines Mädchenteams, das mehrere Jahre zusammenspielt, ermöglichte es, wichtige Erfahrung zu sammeln und an der Qualifikation der Asien-Zone für die FIFA Frauenweltmeisterschaft™, den Asienspielen und der Olympia-Vorausscheidung teilzunehmen. Die Entwicklung dieser Disziplin führte in der Folge zur Gründung von Nationalteams in den Alterskategorien U-19, U-17 und U-14 sowie zur Eröffnung von Sichtungszentren für Mädchen zwischen sechs und 14 Jahren.