Die zweitgrößte Stadt Jordaniens liegt 70 Kilometer nördlich der Hauptstadt Amman. In der Römerzeit lag Irbid inmitten der zehn Städte, die die so genannte Dekapolis bildeten, ein römisch und griechisch geprägtes Handels- und Kulturzentrum der Region. Später wurde die Stadt dann zu einem Zentrum des sich ausbreitenden islamischen Einflussgebiets. Bis zu 4.500 Jahre alte archäologische Funde im Gebiet der heutigen Stadt weisen allerdings darauf hin, dass hier schon während der Bronzezeit Menschen lebten.

Der heutige Name der Stadt könnte sich von dem Namen des alten römischen Distrikts Beit Arbal ableiten, oder auch von dem arabischen Wort "rubda" stammen, das "Dunkelheit" oder "Asche" bedeutet und auf die vulkanischen Gesteinsbrocken verweist, die in den Außenbezirken überall auf dem roten Boden zu finden sind. Irbid hat zwei Spitznamen, nämlich "Gänseblümchen", die hier zahlreich blühen, und "Bräutigam des Nordens".

Sehenswürdigkeiten
In Irbid gibt es zahlreiche Gebäude und andere historisch interessante Sehenswürdigkeiten, darunter das Dar Al Saraya-Kastell aus osmanischer Zeit, die Ali-Bin-Abi-Talib-Moschee und das Archäologische Museum. Das Kastell wurde Mitte des 19. Jahrhunderts auf der südlichen Hügelflanke Ibrids als Festung angelegt. Derzeit beherbergt es sechs der sieben Ausstellungssäle des Museums, die rund um einen zentralen Innenhof angeordnet sind und in denen chronologisch sortiert zahlreiche Artefakte aus den historischen Perioden der Stadt ausgestellt sind.

Bei einem Besuch in Irbid gehört auch ein Abstecher zu der in griechisch-römischer Zeit gegründeten Stadt Umm Qais, knapp 30 km nördlich von Irbid, zum Pflichtprogramm. Deren historischer Name Gadara bedeutet "die befestigte Stadt". Aus strategisch sicherer Höhe (364 Meter über Meeresniveau) überblicken die alten Ruinen das Tal des Flusses Jarmuk, die Golanhöhen und den See Genezareth. Die Lage und die ganzjährige Verfügbarkeit von frischem Quellwasser ließen die Stadt zu einem wichtigen Zentrum der damaligen Zeit werden.

218 v. Chr. sah sich Ptolemäus IV., der damalige König von Palästina und Jordanien, einem Angriff des griechischen Seleukiden-Herrschers Antiochus III. ausgesetzt, der Galiläa eroberte, den Jordan überschritt und auch Teil des nördlichen Jordaniens eroberte. Einige der besten hellenistischen Dichter und Künstler der damaligen Zeit kamen aus Gadara, darunter Meleagros und Theodoros.

An einem der Zugänge zur Stadt Umm Qais findet sich eine Steinplatte vom Grab des Dichters Arabios (4. Jahrhundert) mit folgender Inschrift: "Oh, ihr Vorübergehenden - Ich war so wie ihr jetzt seid und ihr werdet sein, wie ich jetzt bin: Genießet also das Leben, denn ihr seid nicht lang auf dieser Erde."

Herausragende Sehenswürdigkeiten sind die zum Teil hervorragend erhaltenen römischen Theater, die byzantinische Kirche, das Hippodrom, der Marktplatz, das Lagerhaus sowie die römischen Bäder.

Fussball
In Irbid sind mehrere Fussballklubs angesiedelt. Der größte ist der Pro-League-Klub Al Hussein. In der nahe gelegenen Grenzstadt Al Ramtha ist der gleichnahmige Lokalrivale angesiedelt. Al Ramthas größter Erfolg war das Erreichen der Halbfinalrunde beim AFC Asien-Pokal der Pokalsieger 1992.

Ursprünglich gab es am Ort des Stadions von Irbid nur einen staubigen Ascheplatz. 1990 wurde das Stadion vollständig umgebaut und zur Al Hassan Sports City erweitert, einem großen Sportzentrum für die Stadt und die umliegenden Siedlungen. Knapp 90 Kilometer (70 Autominuten) von Amman entfernt, bietet der Komplex zahlreiche Sportanlagen, darunter auch Hallenplätze und Schwimmbecken. Zentraler Bestandteil ist jedoch weiterhin das Al-Hassan-Stadion. Für das bevorstehende Turnier wird das Stadion erneut modernisiert. Nach dieser Maßnahme bietet es auf nummerierten Sitzen Platz für 12.000 Zuschauer.