Zwillinge, Schwedinnen und Medaillensiegerinnen
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Sie heißen Marie und Kristin Hammarstrom, sind 29 Jahre alt und Zwillingsschwestern. Beide reisten als Reservespielerinnen zur FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Deutschland 2011™. Gegen Frankreich aber erzielte Marie von der Bank kommend den Siegtreffer für ihre Mannschaft, und Kristin weinte vor Glück und Stolz.

Schweden beendet das weltweite Kräftemessen somit auf dem dritten Platz. Die Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim wird sich noch lange an die Feier erinnern, die am 16. Juli die Mauern der Umkleidekabine erbeben ließ. Inmitten der Freudenschreie, Gesänge und den umherfliegenden Wasserflaschen war es für die beiden Schwestern ein besonderes Gefühl, diesen magischen Moment und den Gewinn der Bronzemedaille, mit der die Skandinavierinnen ihre Leistung krönten, gemeinsam erleben zu können.

Marie, die 20 Minuten vor Ende der Partie eingewechselt wurde, erzählte uns gerne, wie sie den entscheidenden Treffer erzielte, mit dem sie ihre Mannschaft auf das Siegertreppchen führte: "Es gab Eckball. Ich blieb in der Nähe des Strafraums, für alle Fälle. Ich bekam den Ball auf den rechten Fuß, mit dem ich nicht wirklich gut schießen kann. Ich täuschte den Schuss also an, um mir den Ball auf links zu legen." Mit ihrem Treffer in den Winkel ließ sie Celine Deville keine Abwehrchance und zerstörte die französischen Hoffnungen auf eine erfolgreiche Aufholjagd.

"Ich weiß nicht, ob die Französinnen wussten, dass ich mit links schieße. Vielleicht hat es deshalb funktioniert. Es war in jedem Fall ein fantastisches Gefühl", erzählte die immer noch gerührte Heldin des Tages.

Aufbäumen und Stolz
Die Schwedinnen waren nach einem Platzverweis seit einer Viertelstunde nur noch zu zehnt, und Frankreich war in dieser Zeit der Ausgleich gelungen. "Der Platzverweis von Josefine Oqvist hat uns noch mehr zusammengeschweißt, wir haben niemals aufgegeben! Wir waren so motiviert, diese Medaille zu holen", sagte die Mittelfeldakteurin des schwedischen Klubs Orebro DFF.

Stolz blickte auch Kristin Hammarstrom auf ihre Zwillingsschwester. Beide hatten im Vorfeld des Turniers zwölf Einsätze auf dem Konto, doch die schwedische Ersatztorhüterin ist schon seit längerem international dabei. "Ich bin viel früher ins Nationalteam gekommen als sie, ich gehörte in China 2007 schon zur Mannschaft. Eine Weltmeisterschaft zu bestreiten ist wirklich ein einmaliges Gefühl." Der 13. Einsatz brachte Marie offensichtlich Glück: "Ich habe es zuerst nicht glauben können, als sie dieses wichtige Tor erzielte. Doch ich habe schnell realisiert, dass es tatsächlich passiert ist. Ich habe meine Freude hinausgeschrien und sogar vor Glück geweint. Ich bin sehr stolz auf meine Schwester, es ist eine immense Freude für mich."

Das Glück der Zwillinge ist mit Händen zu fassen, und Kristin ist nicht eine Sekunde eifersüchtig auf das, was ihrer Schwester eben gelungen ist: "Ich habe immer Lust zu spielen. Doch nach dem, was wir heute erlebt haben, und vor allem nach dem Treffer von Marie war es für mich heute kein Problem, auf der Bank zu sitzen. Es ist ein fantastisches Gefühl." Kristin und Marie Hammarstrom verlassen Deutschland also mit einem breiten Lächeln auf dem Gesicht, einem Erfolg mehr auf ihrer Liste - und nicht zuletzt mit einem weiteren Kapitel für die Familiengeschichte.