Sun Wen, die zweifelsfrei als eine der größten Spielerinnen des Frauenfussballs bezeichnet werden darf, war eine der herausragenden Persönlichkeiten, die Anfang dieser Woche in Peking am sechsten Treffen des Lokalen Organisationskomitees (LOK) der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft China 2007 teilnahmen.

Die Akteurin, die bei allen bisherigen FIFA Frauenfussball-Weltmeisterschaften auf dem Platz stand und 1999 in den USA den Goldenen Ball und den Goldenen Schuh gewann, hat zehn Monate vor dem wichtigsten Turnier des Frauenfussballs eine neue Aufgabe gefunden: Sie ist die neue stellvertretende Generalsekretärin des Fussballverbandes von Shanghai.

"Shanghai ist einer der fünf Austragungsorte der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft und wird sowohl die Delegation der FIFA als auch die Mannschaften empfangen, die hier acht Partien bestreiten, einschließlich des Endspiels", so Sun Wen. "Ferner werden in dieser Stadt auch die Eröffnungs- und Abschlussfeier stattfinden, so dass ich als Bürgerin Shanghais sehr stolz bin, einen Beitrag für die Vorbereitung dieses Ereignisses zu leisten."

"Ich muss noch einiges lernen"
Die Sturmlegende hat eine überragende Karriere auf dem Platz hinter sich. Nachdem sie ihre Schuhe an den Nagel gehängt hatte, nahm sie ein Studium an der Universität auf und hat als angesehene Fussballjournalistin den Kontakt zu ihrem Sport niemals verloren. Dennoch äußert sich Sun Wen gegenüber FIFA.com zurückhaltend zu den Herausforderungen, die sie in ihrer neuen Aufgabe erwarten.

"Mir wurde die Aufgabe erst vergangenen Freitag übertragen, so dass dies das erste offizielle Treffen ist, an dem ich teilnehme" so die ehemalige Spitzenspielerin. "Ich werde vor allem für das Marketing zuständig sein - ein Bereich, in dem ich noch einiges dazulernen muss."

Sun Wen ist davon überzeugt, dass der Fussballverband Shanghais sie vor allem als Aushängeschild für den Frauenfussball engagiert hat. "Es ist schön, dass ich bei der fünften FIFA Frauenfussball-Weltmeisterschaft wieder dabei sein kann. Das unterstreicht auch irgendwie meine Aufgabe als FIFA-Botschafterin", fügt sie hinzu.

Ein erfolgreiches Jahr
Während Sun sich vorsichtig optimistisch zeigte, äußerte sich Xie Yalong, der Präsident des Chinesischen Fussballverbandes und des LOK, nach dem zweitägigen Treffen weniger zurückhaltend. Er betonte noch einmal, dass das LOK ein erfolgreiches Jahr hinter sich habe.

"Wir haben bereits drei wichtige Vorgaben der FIFA erfüllt: Das LOK wurde gegründet, die fünf WM-Austragungsorte ausgewählt und inspiziert sowie der Spielplan bestätigt", so der Präsident.

Der Frauenfussball war schon immer das Aushängeschild dieses Sports in China, schließlich gewannen die Chinesinnen 1996 beim Olympischen Fussballturnier in Atlanta die Silbermedaille und belegten 1999 in den USA den zweiten Platz. Dennoch warnt Xie in Anbetracht der Popularität, die der Frauenfussball in der bevölkerungsreichsten Nation hat, das LOK vor allzu großem Optimismus, da durch die Erfolge 1999 in den USA und 2003 die Messlatte bereits sehr hoch gehängt wurde.

"In den USA waren 1999 durchschnittlich sensationelle 37.000 Zuschauer in den Stadien, und sogar nach dem Zusammenbruch der U.S.-Profiliga WUSA waren 2003 noch durchschnittlich 21.000 Fans auf den Rängen. Wir müssen deshalb in der Vorbereitung einen praktischen und realistischen Ansatz verfolgen."

Wuhan wartet auf die Auslosung
Der Druck der Vorbereitung lastet wohl noch mehr auf Zhang Jin, der als LOK-Mitglied für die Veranstaltung in Wuhan verantwortlich ist, wo am 22. April die Auslosung der Endrundengruppen stattfinden wird.

"Wir arbeiten momentan gegen die Zeit, schließlich sind es nur noch fünf Monate bis zur Auslosung", so der stellvertretende Leiter des Sportbüros von Wuhan.

Zhang war von der Effizienz und Professionalität der FIFA-Delegation beeindruckt, die im vergangenen September die Spielstätten inspizierte, und ist davon überzeugt, dass die Auslosung im internationalen Konferenzzentrum Wuhan Guanggu ein großer Erfolg wird.

Zhang bestätigte ebenfalls, dass die "großartige und fantastische" FIFA-Veranstaltung durch ein zusätzliches Unterhaltungsprogramm bereichert wird, das, so verriet er gegenüber FIFA.com, Einblicke in die chinesische Kultur gewährt. "Das ist noch streng geheim für uns," teilt er uns mit einem Lächeln mit, "aber ich kann Ihnen jetzt schon sagen, dass Sie bei der Auslosung sehen können, wie 'Cuju' (das in alten Schriften überlieferte chinesische Ballspiel, das als erster Vorläufer des Fussballspiels gilt) gespielt wurde."