Am 14. Juli wird in der Tschechischen Republik die siebte UEFA U-19-Europameisterschaft angepfiffen. Für die acht teilnehmenden Nationen geht es dabei auch um sechs Startplätze für die FIFA U-20-Weltmeisterschaft Ägypten 2009.
Titelverteidiger Spanien gilt nach dem Gewinn seiner Qualifikationsgruppe mit der Ukraine, der Türkei und Armenien auch diesmal als großer Favorit. Trainer Ginés Meléndez kann noch immer auf die Dienste von Aarón Ñíguez zurückgreifen, der maßgeblichen Anteil am Gewinn des EM-Titels 2007 hatte, und auch auf die Darbietungen des Arsenal-Mittelfeldspielers Fran Mérida kann man sich schon freuen.
Meléndez ist zuversichtlich, dass seine junge Truppe durch den Triumph der A-Nationalmannschaft bei der UEFA EURO 2008 zusätzlichen Auftrieb erhält. "Dieser Erfolg hebt zweifelsohne die Moral in der Mannschaft, vor allem deshalb, weil diese Jungs viele Jahre bei uns waren und sämtliche Juniorenmannschaften durchlaufen haben", erklärte er. Er meinte damit vor allem Fernando Torres ‒ ein Star des Turniers von 2002, der im Finale der EURO 2008 den Siegtreffer für Spanien erzielte.
Spanien trifft in Gruppe A auf Deutschland, Ungarn und Bulgarien. Das Spiel gegen die Deutschen hat nach dem Sieg im EM-Finale einen besonderen Stellenwert. Deutschlands Trainer Horst Hrubesch weiß um die Stärke der Spanier: "Der Weg zum Titel führt nur über Spanien", sagte er und kündigte an, dass seine Mannschaft versuchen wird, mit Meléndez' Ballzauberer mitzuhalten: "Wenn wir nur da stehen und sie spielen lassen, werden wir verlieren. Wir müssen agieren, nicht reagieren."
Hrubesch präsentiert sich mit breiter Brust: ""
Ungarn eliminierte in der Qualifikation Portugal und wird in der Gruppe A wohl von niemandem unterschätzt werden. Die Ungarn haben Liverpools Torjäger Krisztián Németh in ihren Reihen, der im entscheidenden Spiel gegen Portugal den Siegtreffer erzielte und auch zum 2:1-Sieg über Zypern die beiden Treffer beisteuerte. Bulgarien nimmt zum ersten Mal an der Endrunde einer U-19-Europameisterschaft teil, doch nachdem die Osteuropäer in der Qualifikation das Punktemaximum erreicht haben, werden sie wohl auch bei der EM nicht unterschätzt werden.
In Gruppe B treffen Gastgeber Tschechische Republik, Vize-Europameister 2007 Griechenland sowie die beiden traditionellen Fussballmächte England und Italien aufeinander. Die Gastgeber mussten keine Qualifikation absolvieren, weshalb es ihnen an Wettbewerbserfahrung mangelt. Trainer Jakub Dovalil hofft jedoch, diesen Mangel durch die Erfahrung seiner Spieler in der tschechischen Liga wettmachen zu können. "Unsere Spieler kommen in der ersten Liga regelmäßig zum Einsatz und haben bereits etwa 30 Spiele absolviert", erklärte er.
Last der Geschichte
Griechenland qualifizierte sich nur mit Mühe für die Endrunde. Zu Beginn der letzten Qualifikationsrunde setzte es eine 1:2-Niederlage gegen Moldawien, doch die Erfolge über die Niederlande und Russland in den letzten beiden Spielen reichten für die EM-Qualifikation. Sotiris Ninis von Panathinaikos Athen, der zum besten Spieler der EM 2007 in Österreich gewählt wurde, ist auch diesmal wieder mit dabei ‒ ebenso wie Abwehrspieler Sokratis Papastathopoulos von AEK Athen. Nach dem zweiten Platz bei der EURO 2007 wird von den Griechen viel erwartet, doch Trainer Alexis Alexiou appellierte an seine Mannschaft, sich nicht von der Last der Geschichte erdrücken zu lassen. "Das ist eine andere Mannschaft. Für sie gibt es keinen Grund, sich von den Erfolgen der letzten Generation unter Druck setzen zu lassen. Die Jungs sollen sich nur auf sich selbst konzentrieren."
Nachdem die Engländer zuletzt zwei Mal in Folge die Qualifikation für die Europameisterschaft verpasst haben, hoffen sie diesmal unter Beweis stellen zu können, dass sie in dieser Altersklasse doch noch eine Macht sind. Trainer Brian Eastick führte seine Mannschaft durch eine schwierige Qualifikationsgruppe, in der die Gegner unter anderem Polen, Serbien und Gastgeber Belarus hießen.
England ist nach den Ausfällen von Kapitän Ciaran Clark und Angreifer Daniel Welbeck vom Verletzungspech geplagt, doch Eastick ist nach wie vor davon überzeugt, dass seine Mannschaft über eine ausreichende Qualität verfügt. "Meine Spieler konnten bereits viel Erfahrung sammeln. Wir werden mit sehr starken Spielern zur Europameisterschaft fahren."
Ebenso wie England konnte auch Italien bei den letzten U-19-Qualifikationen nicht überzeugen. Nachdem man bei der Endrunde 2003 mit den heutigen Nationalspielern Giorgio Chiellini und Alberto Aquilani angetreten war, konnte man sich für die nächsten vier Europameisterschaften nicht mehr qualifizieren. Die Qualifikation für die EM 2008 in der Tschechischen Republik meisterten die Italiener jedoch mit Bravour: Nach einer erfolgreichen ersten Qualifikationsrunde gaben sie auch in der letzten Gruppenphase, in der sie auf Frankreich, die Schweiz und Schweden trafen, keinen einzigen Punkt ab.
