In Victoria gab es allenthalben Grund zum Jubeln, denn alle vier Teams, die an der kanadischen Westküste ihr letztes Gruppenspiel bestritten, qualifizierten sich für die K.O.-Runde. Sambia besiegte Uruguay mit 2:0, womit beide Teams als Gruppenzweiter bzw. -dritter aus der Gruppe B für die Runde der letzten 16 Teams qualifiziert sind. Japan und Nigeria waren in Gruppe F bereits qualifiziert, bevor ihr Spiel ü berhaupt begonnen hatte. Entsprechend freudig war die Stimmung auf dem Feld und auf den Tribünen im RoyalAthletic Park am Samstagabend.

Am größten war die Freude bei der japanischen Mannschaft und i hren zahlreichen Fans, denn das 0:0-Unentschieden gegen Nigeria sicherte dem Team das Recht, auch weiterhin in Victoria zu spielen. Der überschwängliche Jubel nach dem Schlusspfiff schien angesichts des vorangegangenen Spiels zwar recht ü bertrieben, doch die Japaner wollten unbedingt in der asiatisch beeinflussten Stadt mit den vielen Anhängern bleiben und feierten das Erreichen dieses Ziels entsprechend.

Wie schon nach den Siegen in den ersten beiden Gruppenspielen stellten sich die Spieler nach der Partie geschlossen vor ihrem lautstarken Fanblock auf und bedankten sich mit lautem Gesang und einer gemeinschaftlichen Performance, die aus einem Kampfsportfilm entliehen sein könnte. Auch danach blieben die Spieler noch lange am Fuße der Tribünen um Autogramme zu geben, für Fotos zu posieren und die guten Wünsche ihrer blau gekleideten Anhänger zu genießen.

";Wir sind sehr glücklich, dass wir hier bleiben können";, bestätigte Japans Kapitän YoheiFukumoto mit einem breiten Lächeln im Gesicht. ";Hier kennen wir alles ganz genau, auch den Platz. Wir haben uns an die Abläufe hier gewöhnt. Und natürlich freuen wir uns auch ü ber die tolle Unterstützung hier in Victoria."; Diese Einschätzung teilten alle Spieler und der Trainerstab, bevor das Team mit Gesang und weiteren Jubelgesten im Mannschaftsbus davonfuhr.

Weit entfernt von Afrika
Der eigentliche Gewinner des Tages war jedoch das Team von Sambia, dass erstmals in Victoria antrat, nachdem es seine beiden bisherigen Spiele auf der anderen Seite der Bucht in der Nähe von Vancouver ausgetragen hatte. Allerdings müssen die Sambier bereits am nächsten Morgen zum Achtelfinale gegen Nigeria nach Ottawa reisen, doch auch dort werden sich sicher wieder einige Anhänger des Teams einfinden und es ä hnlich wie hier mit Trommeln und Gesängen unterstützten.

";Wir haben Victoria jetzt in bester Erinnerung";, sagte Trainer George Lwandamina mit einem Augenzwinkern und freute sich ü ber den ersten Sieg seiner Schützlinge im angenehm kühlen a ber sonnigen Klima der Stadt, in die das Team erst wenige Tage zuvor gekommen war.

Die lautesten Fans waren die Nigerianer, deren treue Musikgruppe das Stadion an allen Spieltagen mit rhythmischen Klängen unterhielt. Zwar ist man ü ber den verpassten Gruppensieg etwas enttäuscht, da man nun Victoria verlassen muss, doch die Nigerianer nehmen ebenfalls nur gute Erinnerungen an die Stadt mit, in der sie bereits zehn Tage vor Turnierbeginn ihr Quartier hatten.

";Wir sind sehr gerne hier";, hatte Stürmer BrownIdeye noch vor dem Spiel bekräftigt. ";Wir waren jetzt so lange hier, dass uns die Leute kennen und uns ansprechen, um Autogramme zu ergattern und Fotos mit uns zu machen. Nigeria! Nigeria! hören wir hier immer wieder. Wir haben viele neue Brüder und Schwestern gewonnen.";

";Ich wünsche den Nigerianern alles Glück der Welt";, sagte ein ganz in Grün-Weiß gehüllter nigerianischer Fan namens Grace nach dem Spiel. ";Wir sind etwas traurig, dass die Mannschaft uns jetzt verlässt, a ber sie bleibt ja im Turnier, und das ist alles was zählt.";