Im Konfettiregen des Estadio Municipal de la Florida hatten sie am späten Sonntagabend allen Grund, das breiteste Grinsen aufzusetzen. Sydney Leroux, Alex Morgan und Alyssa Naeher genossen den süßen Geschmack des Erfolges in vollen Zügen. Die drei Leistungsträgerinnen des U.S.-Teams ließen sogar die eine oder andere Freudenträne über ihre Gesichter kullern. Schließlich hatten sie kurz zuvor die FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft 2008 in Chile gewonnen.
Wie sehr das Top-Trio tatsächlich am ersten Titelgewinn bei dieser Turnierserie seit sechs Jahren beteiligt war, zeigen die nackten Zahlen. Naeher erhielt den Goldenen Handschuh als beste Keeperin, Leroux den Goldenen Ball als beste Spielerin sowie den Goldenen Schuh als erfolgreichste Torschützin und Alex Morgan den Silbernen Ball sowie den Bronzenen Schuh. FIFA.com nahm die Gelegenheit wahr, um unmittelbar nach der Siegerehrung mit allen drei U.S.-Girls zu sprechen.
Naeher und Leroux fühlten sich zuhause
"In den letzten beiden Jahren sind wir wie eine Familie zusammengewachsen", beschrieb Naeher das Erfolgsgeheimnis der siegreichen Nordamerikanerinnen. Die 20-Jährige erhielt Unterstützung von der zwei Jahre jüngeren Leroux, die im mit 2:1 gewonnenen Endspiel gegen Titelverteidiger Korea DVR ihren fünften Turniertreffer schoss und damit mehr Tore verbuchen konnte als jede andere Spielerin: "Hier in Chile bestand meine Familie aus 19 Mädels. Ich spreche von meinen Teamkolleginnen, und die haben mich unglaublich unterstützt."
Morgan, die in den letzten drei Wochen in Chile zum unumstrittenen Publikumsliebling avancierte, konnte es selbst eine Stunde nach dem Schlusspfiff noch nicht fassen. "Was heute passiert ist, hat das intensivste Gefühl in mir hervorgerufen, dass ich jemals verspürt habe." Die Kalifornierin gab zu, dass auch ein Stück weit Erleichterung dabei war: "Ich verspüre im Fussball immer einen gewissen Druck. Das liegt daran, dass ich sehr viel von mir selbst erwarte." Mit diesem Druck konnte sie jedoch offenbar glänzend umgehen, schließlich sorgte sie mit ihrem sehenswerten Treffer zum 2:0, bei dem sie zunächst drei nordkoreanische Verteidigerinnen stehen ließ, um das Leder dann mit links in den Winkel zu befördern, für die Vorentscheidung.
Ein großes Abenteuer mit Happy-End
Ihre Sturmkollegin, die nicht nur das 1:0 erzielte, sondern insgesamt gar noch einen Treffer mehr als Morgan erzielen konnte, war ebenfalls außer sich vor Freude: "Ein derartiges Gefühl hatte ich noch nie in meinem Leben. Nach dem Endspiel haben wir alle einfach nur vor Freude geweint. In den letzten elf Monaten haben wir als Team einiges miteinander durchgemacht. Es war ein langer Weg, der letztlich dazu führte, dass jede von uns eine Goldmedaille um den Hals hängen hat. Ich denke, unser Schlüssel zum Erfolg war, dass wir mit riesigem Selbstvertrauen ins Endspiel gegangen sind. Wir wussten, wir müssen Tore schießen, um zu gewinnen. Und das ist uns ganz gut gelungen."
Doch die USA bestachen in Chile auch mit ihrem Kollektiv. Naeher blieb bis zur Nachspielzeit des Finales ohne jegliches Gegentor bei diesem Turnier, ehe sie noch den 1:2-Anschlusstreffer durch Cha Hu Nam hinnehmen musste. "Dies war jedoch nicht so schlimm, denn mein einziges Ziel war, dass wir den Titel holen. Dies haben wir geschafft, und ich muss sagen, meine Auszeichnung als beste Torfrau ist auch eine Auszeichnung für unsere gesamte Abwehrreihe, die vor mir stand." Und da bekanntlich die gemeinsame Freude die schönste ist, fügte Naeher hinzu: "Dieser Triumph ist das schönste Gefühl der Welt." Nicht nur darin waren sich an diesem Abend am Stadtrand von Santiago alle drei ausgezeichneten Leistungsträgerinnen des U.S.-Teams einig.
Dies wird auch Pia Sundhage mit großer Freude bemerkt haben. Denn die Trainerin des A-Nationalteams der U.S.-Frauen saß gerührt auf der Tribüne. Es deutet also vieles darauf hin, dass Leroux, Morgan und Naeher noch viele weitere gemeinsame Momente miteinander teilen werden. Aller Voraussicht nach auch Erfolgsmomente.

