Im Anschluss an die Tagung der Organisationskommission für die FIFA U-20 und U-17-Frauen-Weltmeisterschaften fand in Santiago de Chile eine Pressekonferenz statt. FIFA.com fasst das Wichtigste daraus zusammen.

Jérôme Valcke, FIFA-Generalsekretär
Abgesehen von der Niederlage der Auswahl meines Heimatlandes in Temuco konnte ich nicht allzu viel von diesem Turnier sehen. Dennoch habe ich den Eindruck gewonnen, dass es von der Organisation her ein Erfolg war. Der reibungslose Ablauf eines FIFA-Turniers ist nur dann gewährleistet, wenn das Lokale Organisationskomitee vor Ort eine allseitige Unterstützung leistet. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle bei allen Chilenen ganz herzlich bedanken, denn Ihr Land hat sich den Herausforderungen, die mit der Durchführung einer FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft verbunden sind, gestellt und sie auch gemeistert. Ob in Chile in Zukunft weitere FIFA-Wettbewerbe stattfinden werden? Darüber werden wir zu gegebener Zeit erneut beraten. Das Potenzial hierfür ist meiner Meinung nach auf jeden Fall vorhanden.

Chuck Blazer, Präsident der Organisationskommission für die FIFA U-20 und U-17-Frauen-Weltmeisterschaften
Ich bin sehr zufrieden, denn dieses Turnier war ein großer Erfolg. Nachdem ich bereits die konkrete Vorbereitungsphase verfolgt hatte, bin ich umso mehr von den Fortschritten beeindruckt, die inzwischen zu verzeichnen sind. Und es freut mich, dass Chile fortan über eine ausgezeichnete Infrastruktur verfügen kann. Sämtliche Zielsetzungen, die wir uns vor dem Turnier gestellt hatten, wurden mehr als erfüllt. Die Leistung der teilnehmenden Mannschaften, die Stadien, das Verhalten der Fans, all das war wunderbar. Mein herzlicher Dank gilt Harold Mayne-Nicholls und der chilenischen Staatspräsidentin Michelle Bachelet für ihr Engagement und ihre Unterstützung. Mit dem kompletten Umbau der Stadien wurden nicht nur optimale Bedingungen für das Turnier selbst, sondern auch für die weitere Entwicklung des chilenischen Fussballs im Allgemeinen geschaffen.

Ich meine, dass Chile für künftige Herausforderungen bestens gerüstet ist, und zwar unabhängig davon, ob es sich dabei um Wettbewerbe im Männer- oder Frauenfussball handelt. Die chilenischen Fans und die Mitarbeiter des Lokalen Organisationskomitees haben sich als erstklassige Gastgeber erwiesen. Gleiches gilt für die Präsenz der Medien, die Infrastruktur, die Mannschaftshotels und die überall spürbare Gastfreundschaft. Chile hat seine Aufgabe als Gastgeber auf hervorragende Weise erfüllt und sich somit als Ausrichterland für künftige FIFA-Turniere empfohlen.

Dieses Land hat enorm viel in den Frauenfussball investiert. Und das ist gut so, denn damit wurde eine solide Basis für dessen erfolgreiche Weiterentwicklung geschaffen. Inzwischen wurden bereits konkrete Entwicklungsprogramme auf den Weg gebracht. Insofern kann Chile also stolz darauf sein, diese Investitionen getätigt zu haben, die nicht nur dank der Initiative des chilenischen Fussballverbandes zustande kamen, sondern auch durch die Entscheidung der FIFA, dieses WM-Turnier an Chile zu vergeben. Die gute Arbeit, die dabei vom Gastgeberland geleistet wurde, dient der Entwicklung des Frauenfussballs ebenso wie der weiteren Stärkung der Rolle der Frau in der Gesellschaft.

Harold Mayne-Nicholls, Präsident des chilenischen Profifussballverbandes (ANFP)
Ich möchte der FIFA meinen Dank dafür aussprechen, dass sie uns mit der Austragung dieser U-20-Frauen-Weltmeisterschaft betraut hat. Nach zwei Jahren intensiver Vorbereitung können wir heute mit dem, was wir erreicht haben, sehr zufrieden sein. Dies bestärkt uns in der Hoffnung, dass dieses Turnier eine Art Initialzündung für ein künftiges, noch anspruchsvolleres Projekt sein möge: Die Durchführung der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2015. Wir wollen eine nationale U-18-Frauenliga gründen und die Arbeit mit unserer Frauen-Nationalmannschaft so gestalten, dass sie möglichst die Qualifikation für das WM-Turnier in Deutschland 2011 schafft. Dank dieser FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft konnten wir den Nachweis erbringen, dass auch in Chile genügend Platz für eine erfolgreiche Entwicklung des Frauenfussballs vorhanden ist.

Wir hatten uns mehrere Ziele gesetzt, die wir auch alle umsetzen konnten. Vor allem im Bereich der Infrastruktur sind wir entscheidend vorangekommen. Damit meine ich nicht nur die vier Turnierstadien, sondern auch die Trainingsplätze, die künftig dem gesamten chilenischen Fussball zur Verfügung stehen. Darüber hinaus haben wir unsere Arbeit vorrangig darauf ausgerichtet, unsere Nationalteams wettbewerbsfähiger zu machen. Dies ist unserer U-20-Frauenauswahl und ihrer Trainerin Marta Tejedor im Prinzip auch gelungen. Was uns noch fehlte, war lediglich ein Sieg. Ansonsten haben wir jedoch schon recht gut mithalten können. Denn obwohl wir kein einziges Spiel gewonnen haben, waren die Ergebnisse stets ziemlich knapp. Das haben auch die Zuschauer honoriert und unsere Mannschaft mit reichlich Beifall bedacht. Auch haben wir sowohl uns selbst als auch gegenüber der übrigen Welt bewiesen, dass wir in der Lage sind, eine solch komplexe Aufgabe wie dieses Turnier erfolgreich zu bewältigen. Es ist uns gelungen, den Frauenfussball in der chilenischen Gesellschaft zu etablieren. Davon zeugen allein schon das Interesse und das Verhalten der Zuschauer in den Stadien. Außerdem hat eine chilenische Schiedsrichterin eine Partie geleitet und wird im Spiel um Platz drei als Vierte Offizielle fungieren. Dies ist ein weiterer Beleg für den gestiegenen Stellenwert, den der Frauenfussball heute in Chile hat.