Sie begann erst im Alter von 13 Jahren mit dem Fussballspielen. Ihre Idole heißen Robinho und Michelle Akers. Doch bei der FIFA U-20-Frauen-WM 2008 ist sie der große Star. Wenn Alex Morgan am Ball ist, kennt der Lärmpegel in Chiles Stadien keine Grenzen. Die Stürmerin der U.S.-Girls sorgt mit ihrem langen Haar und ihrem eleganten Spielstil für mächtig Aufsehen. Und ganz nebenbei hat sie ihr Team mit bislang drei Treffern auch noch ins Halbfinale geschossen.
Ihr selbst ist der ganze Rummel um ihre Person eher unangenehm: "Es macht mich natürlich schon stolz. Aber ich bin ein Teil der Mannschaft und ich bin einfach begeistert, dass so viele Menschen das U.S.-Team unterstützen. Alles für mein Team", so die 19-jährige Kalifornierin im Gespräch mit FIFA.com, während sie ein breites Lächeln aufsetzt. "Die U.S.-Flaggen in den Stadien und das Zuwinken der Menschen, während wir im Bus sitzen, das sind großartige Erfahrungen."
Traum vom Triumph in Santiago
Ohne Zweifel fühlt sich Morgan im fussballbegeisterten Chile pudelwohl. Während die Abendsonne der malerischen Küstenstadt Coquimbo gerade hinter den Gipfeln der Anden zu verschwinden beginnt, fängt sie sogar an zu schwärmen: "Seit dem allerersten Tag sind die Menschen hier unglaublich nett. Ich finde dieses Land wunderschön." Doch selbst inmitten ihres Anflugs von Melancholie verliert das Juwel von der prestigeträchtigen Berkeley-Universität das Wesentliche nicht aus den Augen. "Es gibt vier tolle Spielorte, drei davon haben wir nun schon gesehen. Den vierten werden wir am Sonntag kennenlernen. Es ist Santiago, und dort wollen wir das Finale spielen."
Ebenso schnell wie die Favoritin des Publikums klare Zielvorgaben ausspricht, trifft sie auch ins gegnerische Netz. Gemeinsam mit ihrer Sturmpartnerin Sydney Leroux hat man schon sieben Mal Anlass zum U.S.-amerikanischen Torjubel gegeben. Und wenn es nach dem Geschmack von Morgan geht, soll dies auch im Halbfinale am Donnerstag gegen einen guten alten Bekannten so weitergehen: "Wir wollen den Titel gewinnen. Deutschland und wir sind starke Mannschaften. Aber wenn wir es hinbekommen, rauszugehen und unser Spiel zu spielen, dann werden wir es schaffen, ins Finale einzuziehen."
"Jetzt kommt Deutschland dran"
Nicht selten treffen diese beiden Giganten des Frauenfussballs bei FIFA-Turnieren in entscheidenden Phasen aufeinander, zuletzt bei der U-17-WM in Neuseeland, als die USA vor wenigen Wochen in der gleichen Runde mit 2:1 gewann. Doch nach dem 3:0-Erfolg gegen England ist Morgan voller Selbstvertrauen: "Die Deutschen spielen ähnlich wie die Engländerinnen, aber sie sind stärker und spielen auch organisierter. Wir vertrauen auf unsere Mentalität."
Die Nummer 13 der schillernden U.S.-Girls glaubt an die eigenen Stärken: "Es gibt immer Steigerungsmöglichkeiten, doch ich bin sehr glücklich über unsere bisher gezeigten Leistungen. Wir haben zwar gegen China verloren, aber alle vier Teams, die im Halbfinale stehen, haben bei diesem Turnier ebenfalls schon jeweils eine Niederlage eingesteckt."
An ein mögliches Scheitern an Deutschland verschenkt sie keinen Gedanken: "Dieses Turnier ist definitiv das bisherige Highlight meiner Karriere, und wir stehen so nah wie noch nie vor unserem Ziel. Wir wollen die Goldmedaille, und jetzt kommt Deutschland dran!" Ihre Fans in Chile würden sich ganz sicher freuen, Alex Morgan einmal mehr strahlen zu sehen.
