Unter der Sonne Chiles haben an diesem ebenso aufregenden wie spektakulären Montag der Titelverteidiger und sein Vorgänger das Halbfinale der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft 2008 komplettiert. Während Korea DVR im rein asiatischen Duell gegen Japan die Oberhand behielt, setzte sich Deutschland gegen Brasilien durch. Damit heißt es auch Abschied nehmen von jenen beiden Teams, die aufgrund ihrer attraktiven Spielweise unzählige Fans hinzugewonnen haben. Ein Wehmutstropfen für die Zauberinnen vom Zuckerhut: Erstmals haben sie bei dieser Turnierserie die Runde der letzten Vier verpasst.
Die Nordkoreanerinnen und die Deutschen haben unterdessen dank ihrer Dynamik und ihrer taktischen Cleverness ihre Hoffnungen auf einen erneuten Gewinn der begehrten Trophäe aufrecht erhalten. Während die Asiatinnen nun am Donnerstag in Temuco auf das Überraschungsteam aus Frankreich treffen, kommt es am gleichen Tag in Coquimbo zum Kracher zwischen Deutschland und den USA.
Das Spitzenspiel
Brasilien - Deutschland 2:3
Nicht wenige hatten in Temuco mit einem Sieg des glanzvoll aufspielenden Ensembles um Topstar Erika gerechnet, schließlich haben die Brasilianerinnen bis zu diesem Viertelfinale jeden Gegner beherrscht und zudem für jede Menge Szenenapplaus gesorgt. Doch klar war auch, dass das niemals zu unterschätzende Deutschland ein Gegner eines anderen Kalibers sein würde. Dies sollte sich bewahrheiten, denn die Zweikampfstärke des Ensembles von Trainerin Maren Meinert ließ nur selten Freiraum für brasilianische Kreativität.
Nachdem die Südamerikanerinnen durch ein Eigentor der deutschen Spielführerin Carolin Schiewe in Führung gegangen waren, konnten die Banecki-Zwillinge Sylvie und Nicole sowie Nathalie Bock mit ihren Treffern den Spieß umdrehen, während die eingewechselte Lisa Schwab entscheidende Akzente setzte. Am Ende war es dann die deutsche Torfrau Alisa Vetterlein, die zwar beim brasilianischen Anschlusstreffer in den Schlussminuten eine unglückliche Figur machte, insgesamt aber mit Klasseparaden den Sieg festhielt und die Publikumslieblinge aus Brasilien zur Verzweiflung brachte.
Das zweite Spiel
Japan - Korea DVR 1:2
Keine Überraschung nannte selbst der japanische Coach Norio Sasaki das Ergebnis nach der Partie. Es kam so wie es meistens kommt, wenn diese beiden asiatischen Giganten aufeinandertreffen: Japan sorgte für die spielerischen Glanzmomente, doch Korea DVR machte die entscheidenden Tore.
Der feinen Technik des Ensembles um die diesmal nicht ganz so wirkungsvolle Spielmacherin Natsuko Hara fehlte die letzte Durchschlagskraft, um die physische und mentale Stärke des Champions aus dem Gleichgewicht zu bringen. Japan hatte in La Florida/Santiago zwar beeindruckende 60% Ballbesitz, doch dies reichte nur für ein sehenswertes Freistoßtor durch Asano Nagasato zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Cha Hu Nam und Ra Un Sim schossen dagegen immer dann Tore, wenn Japan stärker zu werden drohte, und trafen den Gegner damit mitten ins Herz.
Spielerin im Fokus
Alisa Vetterlein
Die deutsche Keeperin steht wie keine andere für diesen Erfolg gegen Brasilien. Lautstark wie immer sorgte sie von hinten dafür, dass man gegen die ideenreichen Südamerikanerinnen keine Lücke aufkommen ließ, und selbst ihren Schnitzer zum 2:3-Anschlusstreffer in der 88. Minute steckte sie nervenstark weg, denn nur wenige Momente später rettete sie in höchster Not gegen Daiane und hielt ihrem Team damit den Halbfinaleinzug fest.
Zitat
"Es gewinnt nicht immer das beste Team, sondern manchmal auch das effizienteste. Doch wir gehen mit Stolz aus diesem Turnier, denn wir haben bis zur letzten Sekunde gekämpft."
Francielle (Mittelfeldspielerin, Brasilien)
Ergebnisse
Japan - Korea DVR 1:2
Brasilien - Deutschland 2:3
