Nach 24 Partien bei dieser FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Chile 2008 sehen wir schon ein wenig klarer, etwa was den Umstand angeht, dass einige der herausragenden Spielerinnen bei diesem Turnier das Trikot mit der Nummer zehn tragen.

Die Japanerin Natsuko Hara, die Norwegerin Ida Elise Enget, die Französin Eugenie Le Sommer oder die Brasilianerin Francielle sind einige dieser Spielerinnen, die dank ihres Könnens ihr Team immer wieder nach vorne treiben und dafür bei Experten wie Zuschauern gleichermaßen Bewunderung ernten. Sie alle sind würdige Trägerinnen der Nummer zehn, nicht wegen des Trikots, sondern wegen ihrer fussballerischen Fertigkeiten.

In der Gruppe dieser herausragenden Spielerinnen darf ein Name nicht fehlen, nämlich der von Rita Chikwelu. Die erfahrene nigerianische Mittelfeldspielerin war bislang der Motor ihres Teams auf dem Weg ins Viertelfinale, in dem sie am Sonntag, dem 30. November, im Estadio Francisco Sánchez Rumoroso de Coquimbo auf die Mannschaft Frankreichs treffen.

"Die Stimmung in diesem Team ist ganz hervorragend. Wir sind zuversichtlich, dass wir das Finale in Santiago erreichen werden. Das war unser Ziel, als wir nach Chile kamen. Wir sind nach wie vor siegessicher und versuchen, uns beständig zu steigern", erklärte die Spielführerin der Nigerianerinnen gegenüber FIFA.com.

Jeder Schritt, der sie dem großen Ziel näher bringt, macht sie stolz, zieht aber auch eine immer härtere Prüfung nach sich. "Frankreich wird ein schwieriger Gegner. Bei einer Weltmeisterschaft gibt es jedoch keine leichten Mannschaften mehr. Wir sind alle hierher gekommen, weil wir Tore schießen und möglichst weit im Turnier kommen wollen. Wir werden hart kämpfen, um ins Halbfinale zu kommen", erklärt Rita, die bei ihrem ersten Besuch in Chile von Land und Leuten begeistert ist. "Wir hoffen, dass sie uns weiterhin so unterstützen, in dem Maße, in dem wir hier weiter kommen", hofft sie.

Dynamik, Schnelligkeit und Routine
Die Spielerin mit der Nummer zehn hat uns bislang mit einem Tor und einer Demonstration ihres kraftvollen und schnellen Spiels im Mittelfeld begeistert. Wenn man sie nicht ins Spiel kommen lässt, wie in der Partie gegen England, wo sie eng gedeckt wurde, hat die Mannschaft ihre Schwierigkeiten. Wenn sie jedoch mit Ebere Orji, Sarah Michael und Tawa Ishola kombiniert, wird es für den Gegner schnell gefährlich. "Wir verstehen uns alle sehr gut, und das kann man auch auf dem Platz sehen. Wir setzen nicht auf Einzelleistungen und daran wird sich auch gegen Frankreich nichts ändern, wo wir noch stärker auftreten wollen", erklärt die Spielerin, eine Bewunderin von Zinedine Zidane und Daniel Ola.

Chikwelu, die in Finnland bei United Pietarsaari spielt, weiß aber auch, dass ihr Team noch einiges verbessern muss, um das große Ziel wirklich zu erreichen. "Wir müssen vor dem gegnerischen Tor noch abgeklärter werden. Wir brauchen zu viele Chancen, um ein Tor zu erzielen", analysiert sie. Die Statistik gibt ihr Recht, denn gegen Chile etwa führten 30 Schüsse auf das gegnerische Tor nur zu zwei Treffern.

Rita, die bereits bei den FIFA U-20-Weltmeisterschaften Thailand 2004 und Russland 2006 sowie bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft China 2007 und beim Olympischen Frauenfussball-Turnier in Peking 2008 dabei war, will dieses Mal den ganz großen Wurf landen. Nur beim Turnier in Russland erreichte sie das Viertelfinale, wo ihr Team gegen Brasilien mit 1:2 den Kürzeren zog. Am Sonntag gegen die Französinnen will Chikwelu nun endlich einen Schritt weiter kommen.