Die Fans haben einen tollen Sonntag mit vielen Toren in den Stadien der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Chile 2008 erlebt. Dabei haben sie die 17 Treffer gebührend mit La-Ola-Wellen auf den Tribünen der Stadien von Temuco und La Florida gefeiert.

Die Torflut hat in den Gruppen einiges in Bewegung gebracht. In der Gruppe D ist bei entsprechenden Ergebnissen nun noch alles möglich, während in Gruppe C Japan das Ticket für das Viertelfinale bereits gelöst hat und die DR Kongo ausgeschieden ist. Mit Spannung erwarten wir nun die Beantwortung der Frage, wer sich am letzten Spieltag im Duell Deutschland gegen Kanada durchsetzt.

Das Spitzenspiel
Deutschland - Japan 1:2
Tore: Kie Koyama (41.) und Asano Nagasato (83.) für Japan; Isabel Kerschowski (61.) für Deutschland

Japan hatte bereits zum Auftakt gegen Kanada einen sehr starken Eindruck gemacht, und der zweite Sieg gegen die starken Deutschen, die zuvor Kongo mit 5:0 deklassiert hatten, hat sie nun zu der Überraschungsmannschaft des Turniers werden lassen. Wir hatten bereits von der Klasse einer Natsuko Hara geschwärmt, und die kleine Spielmacherin mit der Nummer zehn zeigte erneut eine überragende Leistung, vor allem auch im Zusammenspiel mit Asano Nagasato. Es war nicht der Tag der Deutschen, und deren Trainerin Maren Meinert muss nun fürchten, dass ihr Team dem Druck in der entscheidenden Partie gegen Kanada möglicherweise nicht standhält.

Die andere Spiele
Brasilien feierte einen Kantersieg gegen eine mexikanische Mannschaft, die sie nicht allzu sehr forderte. Nur ganz selten sorgten die Mexikanerinnen mit Fernschüssen von Charlyn Corral für Gefahr, ansonsten mussten die Mädchen vom Zuckerhut kaum aufs Tempo drücken, um fünf Tore zu erzielen. Vielleicht fiel der Sieg eine Spur zu hoch aus in diesem Spiel, von dem man am Ende nur das Ergebnis in Erinnerung behalten wird.

Kanada feierte ebenfalls einen hohen Sieg, und zwar gegen Kongo DR, aber dieser Gegner leistete wesentlich mehr Gegenwehr und hatte genügend Gelegenheiten, das Ergebnis weitaus günstiger für sich zu gestalten. Dennoch zogen die afrikanischen Individualistinnen trotz ihres Kampfgeistes und ihrer Schnelligkeit gegen die kollektive Effizienz der Kanadierinnen den Kürzeren und vergossen am Ende bittere Tränen über ihr vorzeitiges Ausscheiden aus dem Turnier.

Für die Spielerinnen aus der DVR Korea ist das Projekt Titelverteidigung bislang ein schwieriges Unterfangen. Sie gingen zwar mit zwei Toren gegen Norwegen in Führung, doch innerhalb von fünfzehn Minuten nach der Halbzeit schaffte Isabell Herlovsen mit einem Doppelpack den Ausgleich. Dennoch ließen sich die Asiatinnen dadurch nicht aus der Ruhe bringen, zogen unbeirrt ihr Spiel weiter auf und nutzten schließlich einen Patzer in der norwegischen Hintermannschaft, um den entscheidenden Treffer zu erzielen.

Spielerin im Fokus
Ra Un Sim, Korea DVR
Zwei Tore und eine Vorlage reichen aus, um in dieser Rubrik geführt zu werden. Doch auch abgesehen von diesen greifbaren Ergebnissen war die Koreanerin Ra Un Sim einer der Aktivposten der Offensivabteilung ihres Team und vom Gegner kaum unter Kontrolle zu bekommen. Die Angreiferin war bereits in Russland 2006 dabei, und auch wenn sie dort kein einziges Spiel bestritt, hat sie wohl doch genügend Anschauungsunterricht bei ihren dort siegreichen Mannschaftskameradinnen nehmen können.

Zitat
"Die Qualifikation ist für uns damit keinen Deut schwerer geworden. Wir müssen einfach das nächste Spiel gewinnen. Wir wissen genau, gegen wen es jetzt geht, aber auch, wozu wir in der Lage sind." Die norwegische Angreiferin Ida Elise Enge, selbstbewusst nach der guten Leistung gegen die DVR Korea mit Blick auf das entscheidende Duell gegen Brasilien.

Alle Ergebnisse
Korea DVR - Norwegen 3:2
Mexiko - Brasilien 0:5
Deutschland - Japan 1:2
Kanada - DR Kongo 4:0