In einer hochklassigen Partie trennten sich Nigeria und England an diesem Samstagabend in Coquimbo mit einem 1:1-Remis, um mit jeweils vier Punkten weiterhin die Tabelle der Gruppe A der FIFA U-20-Frauen-WM 2008 in Chile anzuführen.
Nach einem sehr nervösen Beginn waren es zunächst die Afrikanerinnen, die dank ihrer Zweikampfstärke den Ton angeben konnten. Ebere Orji hatte gleich mehrfach die Chance, ihr Team in Führung zu bringen, doch in beiden Fällen scheiterte sie an der gegnerischen Torfrau Rebecca Spencer. Dank der individuellen Klasse der pfeilschnellen und technisch äußerst versierten Flügelstürmerin Jessica Clarke kamen die Engländerinnen dann allmählich besser ins Spiel und konnten einen Lattentreffer verbuchen, als sich eben jene Clarke nach gut einer halben Stunde ein Herz fasste und aus 25 Metern halbrechter Position einfach abzog.
Unmittelbar vor dem Pausenpfiff durften die von Mo Marley trainierten Europäerinnen das 1:0 feiern, als sich die stark aufspielende Natasha Dowie auf dem rechten Flügel durchsetzte und ihre etwas verunglückte Flanke von Nigerias Keeperin Marbel Egwuenu eigentlich ohne Bedrängnis hätte festgehalten werden können, doch die Torfrau ließ das Leder durch ihre Handschuh gleiten, um es schließlich aus dem eigenen Netz holen zu müssen.
Im zweiten Spielabschnitt schaltete Nigeria wieder einen Gang höher. Orji hätte ihr Team den Ausgleich bringen müssen, ihr Schuss aus kürzester Distanz nach einem Getümmel im englischen Strafraum flog jedoch über das Quergebälk. Und auch Sarah Michael, die nach 67 Minuten völlig freistehend vor Spencer auftauchte, versagten die Nerven.
Drei Minuten später wurde das Ensemble von Coach Daniel Evumena jedoch erlöst: Eine Freistoß-Hereingabe aus 30 Metern geriet zu lang, die englische Torfrau Spencer konnte den Ball mit Mühe noch an die eigene Latte lenken, doch im zweiten Einschussversuch setzte Orji das Leder in die Maschen, um den gerechten 1:1-Endstand perfekt zu machen.
