Zum Auftakt der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Chile 2008 gab es in Chillán zwischen China VR und Argentinien nur ein torloses Remis. Damit ließ das insgesamt 300. Tor in der Turniergeschichte noch etwas auf sich warten. Doch das Eis war schnell gebrochen, so dass der Torreigen schon bald seinen Lauf nahm.

"Ich bin sicher, dass die Fans bei diesem historischen Turnier, dem ersten FIFA-Frauenwettbewerb überhaupt in Südamerika, auf ihre Kosten kommen werden. Es ist ein Beleg für die weltweit wachsende Bedeutung des Frauenfussballs", so FIFA-Präsident Joseph S. Blatter am Eröffnungstag. "Ich bin überzeugt, dass wir hier in Chile neue Stars dieses Sports erleben werden."

In Coquimbo herrschte Feststimmung. Dort verfolgten 18.000 begeisterte Zuschauer erst die farbenfrohe Eröffnungsfeier, bevor sie ihre Rojita bei jeder Aktion mit frenetischem Beifall bedachten. Zu einem Auftaktsieg für die gastgebende Mannschaft reichte es dennoch nicht.

Das Spitzenspiel
Neuseeland - Nigeria 2:3
Tore: Sarah Michael (32.), Ogonna Chukwudi (35.), Rita Chikwelu (90. + 2) für Nigeria; Ria Percival (42. und 52.) für Neuseeland

Der Aperitif zur Auftaktpartie des Gastgeberlandes hätte schmackhafter nicht sein können. Denn die starken Nigerianerinnen, die nach einer halben Stunde dank einer 2:0-Führung bereits wie die klaren Siegerinnen ausgesehen und dabei auch für den 300. Treffer der Turniergeschichte gesorgt hatten, machten die Partie spannend bis zur letzten Sekunde. Die Ehre des Jubiläumstreffers wurde Sarah Michael zuteil, die Nigeria in Führung schoss. Doch die Neuseeländerinnen steckten nicht auf und schafften noch innerhalb der nächsten halben Stunde den Ausgleich. Mit einem Unentschieden wollte sich jedoch keines von beiden Teams zufrieden geben, so dass die Partie bis zum Schluss offen blieb. Am Ende war es mit Rita Chikwelu die auffälligste Spielerin auf dem Platz, die den Siegtreffer für die Afrikanerinnen erzielte.

Die anderen Spiele
Auch wenn die Chinesinnen als vermeintlich favorisierte Mannschaft in ihre Auftaktpartie gegen Argentinien gingen und auch von Beginn an druckvoll spielten, blieben sie im Abschluss glücklos. Davon zeugen nicht zuletzt zwei Großchancen, bei denen die Asiatinnen nur die Latte trafen. Das Team der Albiceleste rang dem amtierenden Vize-Weltmeister einen wertvollen Punkt ab und schuf sich so eine gute Ausgangsposition für den weiteren Turnierverlauf.

Wie bereits eingangs festgestellt, blieb der Torjubel in Chillán zunächst aus. Die erlösenden Treffer fielen erst in der zweiten Hälfte der zweiten Partie. Frankreich hatte über weite Strecken des Spiels mit den USA mitgehalten, scheiterte jedoch schließlich an der glänzend aufgelegten Sydney Leroux im U.S.-Team, die zwei Treffer beim 3:0-Sieg erzielte. Welche Worte wird der Coach der U.S.-Amerikanerinnen ob dieser grandiosen Leistung wohl für seine Schützlinge gefunden haben?

Das letzte Spiel des Eröffnungstages, bei dem die Gastgeberinnen ins Geschehen eingriffen, wurde erst am späteren Abend angepfiffen, um den einheimischen Fans die Möglichkeit zu geben, das Länderspiel ihrer A-Nationalmannschaft in Spanien (der Europameister gewann die Partie mit 3:0) im Fernsehen zu verfolgen. Die freudige Erwartungshaltung stand den Chileninnen förmlich ins Gesicht geschrieben, als sie aus voller Kehle und sichtlich gerührt ihre Nationalhymne sangen. Es folgte eine erste Halbzeit, in der sie mit den Engländerinnen durchaus Schritt halten konnten. Doch dann führte eine Mischung aus Nervosität, mangelnder Erfahrung und zunehmendem Kräfteschwund zu einem Ballverlust, der den weiteren Spielverlauf entscheidend beeinflussen sollte. Nach dem englischen Führungstreffer durch Brooke Chaplen bemühte sich das gastgebende Team zwar intensiv um den Ausgleich, musste jedoch noch ein zweites Gegentor hinnehmen.

Und obwohl damit das ganz große Fest für die Gastgeberinnen ausgeblieben war, bot dieser erste Spieltag bereits einige Partien voller Emotionen und Spannung, in denen die beteiligten Teams Charakter bewiesen und schließlich auch für Tore sorgten. Unter dem Strich also ein gelungener Auftakt!

Spielerin im Fokus
Sydney Leroux, USA 

Sie fieberte zunächst von der Ersatzbank aus mit ihrer Mannschaft mit und verfolgte ebenso aufmerksam jede Angriffsaktion der Französinnen wie auch die Glanzparaden der U.S.-Torhüterin Alyssa Naeher. Sobald sie jedoch den Rasen betreten hatte, ging die Partie in ihre entscheidende Phase. Zunächst bediente sie mit einem schönen Zuspiel Alex Morgan, die zur Führung für die USA einschoss. Die beiden restlichen Treffer zum 3:0-Endstand erzielte Leroux selbst und unterstrich damit ihre Ambitionen auf einen Stammplatz in der Mannschaft.

Zitat
"Ich bin zuversichtlich dass wir von Spiel zu Spiel besser werden. Ich möchte mit Nigeria das Finale dieses Turniers erreichen." Daniel Evumena (Trainer, Nigeria)

Alle Ergebnisse
China VR - Argentinien 0:0
Frankreich - USA 0:3
Neuseeland - Nigeria 2:3
Chile - England 0:2