England hat einen perfekten Start in die FIFA U-20-Frauen-WM 2008 in Chile erwischt. Die Europäerinnen setzten sich in Coquimbo gegen den Gastgeber mit 2:0 durch und übernahmen damit die Tabellenführung in der Gruppe A.
Vor einer atemberaubenden Atmosphäre von 15.045 Zuschauern im Estadio Francisco Sánchez Rumoroso wurden die Hausherrinnen von der ersten Sekunde an durch die lautstarken Kehlen der Fans nach vorne gepeitscht. Schon nach elf Minuten hätte das Team aus Chile, das kämpferisch und läuferisch stark auftrumpfte, in Führung gehen müssen, doch Daniela Zamora wurde alleine vor Englands Torfrau Rebecca Spencer auftauchend im letzten Monent noch von Verteidigerin Fem Whelan eingeholt und geblockt.
Die Europäerinnen schienen die Partie zwar leicht zu dominieren, doch Chile wirkte äußerst selbstbewusst, suchte in der Situation das direkte Duell eins-gegen-eins und war jederzeit bereit, für Gefahr zu sorgen. So auch in der 29. Minute, als abermals Zamora alleine vor Spencer auftauchte, diesmal jedoch von der Keeperin selbst gestoppt wurde.
Im Gegenzug kam endlich auch England zu seiner ersten Großchance: Toni Duggan nutzt ihre Freiheiten und zieht aus sieben Metern ab, doch Torfrau Claudia Endler lenkte den Ball mit einem überragenden Reflex noch um den Pfosten herum. Nur zwei Minuten später setzte sich die technisch starke Jessica Clarke auf den linken Flügel durch, doch ihr Schussversuch landete am Außennetz.
Fünf Minuten vor dem Halbzeitpfiff musste sich das Team von Trainerin Mo Marley schließlich bei Keeperin Spencer bedanken, dass man nicht in Rückstand geriet, denn die 17-Jährige konnte einen spektakulären Kopfball per Hinterkopf von Daniela Pardo gerade noch so mit den Fingerspitzen umlenken.
Nach dem Seitenwechsel zunächst ein völlig anderes Bild: Beide Teams beschränkten sich darauf, keine Fehler zu machen, so dass die Partie verflachte. Nach wie vor waren es jedoch die Engländerinnen, die mit ihrem disziplinierten 4-5-1-System und mit zwei klassischen „Sechsern" dominierten. In der 54. Minute sollte sich dies auszahlen: Brooke Chaplen wurde mit einer Clarke-Flanke in Szene gesetzt und köpfte das Leder über die chilenische Torfrau hinweg zur Führung ins Netz.
Rund zehn Minuten später hätte die englische Torjägerin Dowie fast für die Vorentscheidung gesorgt, als sie mit dem Rücken zum Tor angespielt wurde, sich schnell drehte und direkt schoss, doch der Ball verfehlte den zweiten Pfosten um Zentimeter. Chile warf nun alles nach vorne und konnte, auch dank der Unterstützung der Zuschauer, die Initiative übernehmen, doch England lauerte auf Konter und blieb gefährlich.
Einer dieser Konter sollte in der 80. Minute für die Entscheidung sorgen, als Toni Duggan den Ball erhielt und mit ihrem 16-Meter-Schuss direkt in den linken oberen Winkel der chilenischen Keeperin keine Abwehrmöglichkeit ließ. England verließ letztlich als verdienter Sieger dieser Partie den Platz, weil man das reifere und taktisch cleverere Team war.
