Sie begann, gegen einen Ball zu treten, als sie ihre beiden Brüder zum Training begleitete, und fand bald einen Platz in einem Futsal-Team, um dort ihre Technik zu verbessern. Dann spielte sie für die Mannschaften von Universidad de Chile und Unión La Calera, bevor sie schließlich zum ersten Mal in die Landesauswahl berufen wurde.
Heute, mit 19 Jahren, hat Nathalie Quezada einen festen Platz im Angriff der Rojitas und kann den Anstoß zur FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft gar nicht mehr erwarten. "Wir sind ganz schön nervös und möchten nun endlich loslegen, um dem Publikum zu zeigen, wie hart wir die ganze Zeit gearbeitet haben", erklärt sie im Anschluss an eine Trainingseinheit gegenüber FIFA.com.
"Die Mannschaft hat ein sehr intensives Jahr hinter sich, in dem es schöne Augenblicke, aber auch sehr harte Zeiten gab. Wir sind sehr glücklich darüber, dass hier bei uns eine Weltmeisterschaft ausgerichtet wird. Wir müssen jetzt alles daran setzen, um hier erfolgreich zu sein", fährt sie fort.
Möglicherweise haben die Ergebnisse der letzten Freundschaftsspiele einen etwas bitteren Nachgeschmack bei den von der Spanierin Marta Tejedora betreuten Spielerinnen hinterlassen. So gab es Niederlagen gegen Argentinien, Brasilien und Frankreich und lediglich einen Sieg, gegen Uruguay. Dennoch ist der Glaube daran, eine gute WM zu spielen, ungebrochen. "Die Stimmung ist nicht ganz so gut, aber jetzt müssen wir einfach weiter hart arbeiten. Es ist nichts Schlimmes passiert, das waren ja nur Freundschaftsspiele. In der nächsten Woche werden wir jedoch auf dem Platz alles geben, um den Leuten zu zeigen, wozu wir imstande sind", sagt sie.
In der ersten Runde trifft Chile in Gruppe A auf England, Neuseeland und Nigeria. "Gegen Neuseeland und England haben wir bereits gespielt und kennen ihre Spielweise. Wir werden Spiel für Spiel vorgehen und versuchen, so weit wie möglich zu kommen, damit man bei der Weltmeisterschaft noch lange von Chile hören wird", versichert sie. "Wir sind technisch stark, können gut mit dem Ball umgehen und haben außerdem großen Kampfgeist", zählt sie die Stärken ihres Teams auf.
Ein Wandel liegt in der Luft
Die bevorstehende Weltmeisterschaft in Chile beginnt die Einstellung in einem Land zu ändern, in dem bislang die Auffassung galt, Fussball wäre reine Männersache. "Früher hat man kaum einmal eine Frau Fussball spielen sehen, das ist mittlerweile nicht mehr so. Inzwischen sieht man mehr Mädchen, die mit einem Ball spielen, es gibt viele Vereine mit einer Frauenfussballabteilung, und all das wird durch die Weltmeisterschaft noch verstärkt, die dem Ganzen eine andere Dimension gibt", bestätigt die Bewunderin von Ronaldinho. "Alles, was wir dieses Jahr erlebt haben, ist wie ein Traum. Wir hätten nie geglaubt, was wir mit diesem Ereignis erreichen können."
Doch Quezada will noch mehr, etwa in einer ausländischen Liga spielen, und sie weiß, dass eine Weltmeisterschaft eine hervorragende Bühne darstellt, um zu zeigen, wie torgefährlich sie ist: "Mein Torriecher ist immer besser geworden. Im Lauf der Zeit kann man mit beständigem Training alles verbessern. Ich versuche, mich nicht zu sehr unter Druck zu setzen. Die Leute sollen daran glauben, dass ich bei dieser Weltmeisterschaft eine sehr wichtige Rolle spielen werde", verkündet sie selbstbewusst.
