Kolumbien hat sich mit einem 6:4-Sieg nach Elfmeterschießen gegen die Türkei das Ticket für das Halbfinale der FIFA U-17-Weltmeisterschaft Nigeria 2009 gesichert. In Bauchi kamen die Südamerikaner in der letzten Minute der regulären Spielzeit zum 1:1-Ausgleich, um dann in einem packenden Finish die stärkeren Nerven unter Beweis zu stellen. In der Runde der letzten Vier trifft Kolumbien nun auf den Sieger des Duells zwischen Italien und der Schweiz.
Nach einem schleppenden Beginn waren es die Südamerikaner, die durch Fabian Castillo die erste Einschussmöglichkeit hatten, als der quirlige Offensivmann infolge eines feinen Solos nach zehn Minuten den türkischen Schlussmann Deniz Mehmet mit einem strammen Schuss zu einer Glanzparade zwang. Diese Szene sollte sich als Weckruf für die Südosteuropäer erweisen, denn fortan schaltete das Ensemble von Abdullah Ercan einen Gang höher.
Die sollte belohnt werden. Die Stadionuhr zeigte 20 Spielminuten an, als eine präzise Freistoß-Hereingabe von Engin Bekdemir auf Muhammet Demirs Stirn landete und der Offensivmann von Bursaspor aus kurzer Distanz zur Führung ins kolumbianische Tor einköpfte. Fast hätte Demir dann sogar noch auf 2:0 erhöht, sein Fernschuss flog jedoch knapp am gegnerischen Gehäuse vorbei. Kurz vor dem Halbzeitpfiff ließ sich dann Castillo in aussichtsreicher Position kurz vor seinem Abschluss den Ball vom Fuß spitzeln und damit die Möglichkeit zum Ausgleich nehmen.
Mit deutlich mehr Schwung nach vorne kam Kolumbien aus der Halbzeitpause. Die Cafeteros wussten, dass sie mehr tun müssen, um noch eine Chance auf das Weiterkommen zu haben, und sie drängten die Türken fortan in deren eigene Hälfte. Nach 52 Minuten flog ein 25-Meter-Kracher von Gustavo Cuellar ebenso nur knapp über den Querbalken wie wenig später ein brandgefährlicher Kopfball-Aufsetzer von Jeison Murillo.
Ihrem Keeper Mehmet hatte es die Türkei zu verdanken, dass man auch nach 65 Minuten noch in Führung lag, denn der Nachwuchsmann von West Ham United parierte einen Cuellar-Freistoß souverän. Die Ercan-Schützlinge sorgten nun nur noch sporadisch für Entlastungsangriffe, die sie zudem nicht erfolgreich abschließen konnten. In der Schlussphase wurde Murillo auf Seiten der Kolumbianer dann fast zur tragischen Figur, als er gleich zweimal - erneut jeweils per Kopf - aussichtsreich vergab. Doch der kurz zuvor eingewechselte Jorge Luis Ramos rettete die Südamerikaner mit einem spektakulären Kopfballtreffer nach einem 40-Meter-Pass unmittelbar vor dem Schlusspfiff auf dramatische Weise in die Verlängerung.
Wer nun dachte, beide Teams würden aus lauter Angst, zu viel Risiko einzugehen und am Ende als Verlierer vom Platz zu gehen, kaum mehr etwas wagen, hatte sich getäuscht. Die leidenschaftlich geführte Partie wurde zu einem offenen Schlagabtausch, der von Kolumbien dominiert wurde und der nur dank der starken Abwehrreihen keine gefährlichen Torabschlüsse zu bieten hatte.
Im finalen Elfmeterschießen hatte Kolumbien schließlich das Lachen auf seiner Seite, weil der Türke Furkan Seker als einziger Schütze nicht in die gegnerischen Maschen traf, sondern das Leder in den Nachthimmel von Bauchi schoss.
