Spanien ist nach einem dramatischen 7:5-Sieg nach Elfmeterschießen gegen Uruguay ins Halbfinale der FIFA U-17-WM 2009 eingezogen und trifft nun auf Gastgeber Nigeria oder die Republik Korea. In Kaduna stand es nach der regulären Spielzeit 3:3, nachdem die Iberer bereits mit 3:1 in Führung lagen.

Mit feinem Kombinationsfussball setzten die jungen Spanier das Team aus Uruguay von der ersten Minute an enorm unter Druck. Pablo Sarabia setzte sich immer wieder auf dem linken Flügel durch, seine guten Hereingaben konnten aber von Isco und Iker Muniain nicht verwertet werden. Es kam, wie es kommen musste: Nach zehn Minuten hatte Uruguay seine erste Chance und nutzte sie eiskalt, als Adrian Lunas 19-Meter-Freistoß noch abgefälscht wurde und Schlussmann Edgar auf dem falschen Fuß erwischte. Doch die Iberer hatten die perfekte Antwort: Sarabia wurde nach 17 Minuten von Federico Sarraute im Strafraum gefoult, und Isco ließ sich den folgenden Strafstoß nicht entgehen, um zum Ausgleich einzunetzen.

Nachdem Isco mit einem Kopfball wenig später nur den Pfosten traf, hatte das Ensemble von Ginés Melendéz mit einem weiteren Elfmeter die Chance zur Führung. Abermals war es Sarraute, der diesmal Isco foulte und mit Gelb-Rot vom Platz musste, doch Sergi Roberto scheiterte im Duell gegen Salvador Ichazo. Die Überzahl der Spanier hielt nicht lange, denn Kapitän Marc Muniesa wurde unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff wegen eines völlig überflüssigen Fouls an Luna direkt vor der uruguayischen Ersatzbank mit einer Roten Karte versehen.

Spanien kam aber dennoch wie der Blitz aus der Kabine und sorgte dank eines Doppelschlags von Borja in der 47. und 49. Minute für die Vorentscheidung: Erst hämmerte der Sturmhüne von Atlético Madrid den Ball aus sechs Metern und infolge eines feinen Solos von Sarabia zum 2:1 ins Netz, ehe er von Isco freigespielt wurde und nervenstark vor Keeper Ichazo auftauchend das 3:1 erzielte. Wenig später hätte Borja sogar fast noch einen Hattrick perfekt gemacht, sein zu langsam geratener Versuch, aus spitzem Winkel einzuschieben, wurde jedoch von Pereyra auf der Torlinie geklärt.

Die Iberer schalteten nun einen Gang zurück und versuchten die Partie zu kontrollieren, was ihnen auch lange Zeit gelang. Doch nach 71 Minuten nutzte der eingewechselte Uruguayer Gabriel Mezquida ein Wirrwarr in der spanischen Abwehr, um den Ball reaktionsschnell über Torwart Edgar hinweg zum Anschlusstreffer ins Tor zu lupfen. Und als der bei Atlético Madrid spielende Gallegos nach 84 Minuten mit einem überlegten Rechtsschuss aus elf Metern infolge eines feinen Dribblings den 3:3-Ausgleich erzielte, war die Stimmung im Ahmadu-Bello-Stadion auf dem Höhepunkt angelangt.

Da in der Verlängerung die Spanier zwar leicht dominierten, ihre Torchancen durch Borja und Isco jedoch nicht nutzen konnten, musste die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen. Während auf Seiten Spaniens nur Sarabia verschoss, für Uruguay aber die Nerven von Laureiro und Mezquida versagten, war es Isco überlassen, den Siegtreffer aus elf Metern für die Südeuropäer zu erzielen.