Turnierdebütant Schweiz hat das Finale der FIFA U-17-Weltmeisterschaft 2009 in Nigeria erreicht. Die Auswahl von Coach Dany Ryser bezwang an diesem Donnerstag im Teslim-Balogun-Stadion von Lagos Kolumbien deutlich mit 4:0 und kämpft nun am Sonntag in Abuja gegen den Sieger des zweiten Halbfinalduells zwischen dem Gastgeber und Spanien um die WM-Trophäe.

In der Hitze von Lagos waren es die Südamerikaner, die in den Anfangsminuten mutiger wirkten und mit ihren technischen Finessen den Ball in ihren Reihen halten konnten. Nach knapp zehn Minuten gelang es den Eidgenossen jedoch, ihre Anfangsnervosität abzulegen. Torjäger Haris Seferovic scheiterte nur knapp mit einem ersten Schussversuch.

Momente später sollte das junge europäische Ensemble jubeln: Nassim Ben Khalifa drang in den kolumbianischen Strafraum ein, und während sein erster Schuss von Schlussmann Cristian Bonilla noch gehalten werden konnte, beging Santiago Arias beim Nachsetzen des Schweizers ein Handspiel, das dem südamerikanischen Verteidiger die Rote Karte einbrachte und Ben Khalifa ermöglichte, mit dem folgenden Strafstoß nach 14 Minuten die Führung zu erzielen.

Die Schützlinge von Ramiro Viafara reagierten wütend und hätten durch zwei Kopfbälle von Jean Blanco und Jeison Murillo sowie mit einem Distanzschuss von Gustavo Cuellar durchaus den prompten Ausgleich erzielen können, der Ball flog jedoch jeweils knapp am Schweizer Gehäuse vorbei. Doch auch auf der Gegenseite war Aufregung angesagt, denn Seferovic und Ben Khalifa scheiterten mehrfach aussichtsreich an Torwart Bonilla.

In der 36. Minute zeigte sich das Schweizer Traumduo dann aber wieder von seiner besten Seite. Der technisch überragende Ben Khalifa setzte Seferovic mit einem tödlichen Pass in Szene und die Schweizer Nummer neun netzte mit aller Kaltschnäuzigkeit zum 2:0 ein. Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff musste sich Kolumbien dann sogar glücklich schätzen, nicht noch höher in Rückstand zu liegen, denn Granit Xhaka traf mit einem 18-Meter-Schuss nur die Querlatte.

Das Offensivfeuerwerk der Schweizer ging nach dem Seitenwechsel weiter. In der 50. Minute spielte Andre Goncalves mit einem cleveren Pass Bruno Martignoni frei, der frei vor Schlussmann Bonilla auftauchte und das Leder trocken in den linken oberen Winkel wuchtete. Fortan ließen die Nachwuchskicker aus Kolumbien die Köpfe hängen und versuchten ihr Glück, wenigstens zum Anschlusstreffer zu kommen, nur noch sporadisch über den trotzigen Flügelstürmer Stiveen Mendoza.

Das Team aus Europa schaltete nun einen Gang zurück und konzentrierte sich nahezu vollends darauf, den deutlichen Vorsprung zu verwalten und Kolumbien nicht zu Torchancen kommen zu lassen. Dennoch kam die Schweiz ab und an in die Verlegenheit, den vierten Treffer zu erzielen. Nach 67 Minuten scheiterte Ben Khalifa noch per Kopf an Kolumbiens Keeper, 60 Sekunden später war Ricardo Rodriguez jedoch zur Stelle, um infolge eines Wirrwarrs im gegnerischen Strafraum am schnellsten zu reagieren und für die 4:0-Vorentscheidung zugunsten der Eidgenossen zu sorgen.

Wilson Cuero sorgte in der Schlussphase mit einem sehenswerten Solo noch einmal für eine spektakuläre Szene vor dem Schweizer Gehäuse, sein Abschluss blieb jedoch wirkungslos. Die Kolumbianer können sich nun nach einem durchaus überraschend guten Turnier mit einem Sieg im Spiel um Platz drei belohnen, während die starken Schweizer Juwelen nach Gold greifen.