Spanien hat sich mit einem verdienten 1:0-Sieg gegen Kolumbien den dritten Platz und damit die Bronzemedaille bei der FIFA U-17-Weltmeisterschaft 2009 gesichert. Somit gelang den Schützlingen von Ginés Meléndez ein versöhnlicher Abschluss beim Turnier der Stars von morgen in Nigeria, nachdem sie im Halbfinale gegen den Gastgeber und Titelverteidiger mit 1:3 den Kürzeren gezogen hatten.

In einer äußerst schleppenden ersten Halbzeit hatten die Südeuropäer zwar mehr vom Spiel und kontrollierten ihren Gegner dank ihrer Ballsicherheit, doch sie konnten sich vor dem kolumbianischen Gehäuse kaum nennenswerte Torchancen erspielen. Mehrere Distanzschüsse von Pablo Sarabia und Isco landeten in den Armen von Schlussmann Juan Chaverra.

Erst unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff gelang es dem Mittelfeld der Iberer, den bis dahin völlig in der Luft hängenden Keilstürmer Borja besser in Szene zu setzen. Der bullige Nachwuchskicker von Atlético Madrid setzte nach 43 Minuten einen spektakulären Volleyschuss aus acht Metern nur knapp am Tor vorbei, ehe wenig später ein Kopfball von Kapitän Marc Muniesa reflexartig von Chaverra pariert werden konnte.

Nach dem Seitenwechsel knüpften die jungen Spanier dort an, wo sie in der ersten Hälfte aufgehört hatten. Spielerisch dominierte die Furia Roja die Südamerikaner ohnehin, nun forcierten sie aber auch noch das Flügelspiel und kamen so endlich zu vermehrten Strafraumaktionen. Rechtsaußen Kevin und der von der Mitte nach links abgezogene Isco versorgten Borja und Sergi Roberto mit zahlreichen Flanken, die diese aber nicht verwerten konnten.

69 Minuten dauerte es, ehe Kolumbien seine erste Torchance hatte. Der pfeilschnelle Wilson Cuero fasste sich ein Herz und hämmerte das Leder nach einem sehenswerten Solo aus 18 Metern auf das spanische Tor, der Stürmer fand aber in Torwart Edgar seinen Meister. Und nur Sekunden später machte es Cueros Teamkollege Fabian Castillo sogar besser, umkurvte drei spanische Verteidiger und schob den Ball an Edgar vorbei, doch Sergi Gomez kratzte den Ball noch von der eigenen Torline.

Es kam, wie es kommen musste: Kolumbiens Fahrlässigkeit wurde bestraft. In der 75. Minute verstolperte Spaniens Filigrantechniker Isco den Ball zwar freistehend aus 16 Metern, doch Borja legte ihm das Leder mit dem Rücken zum Tor stehend abermals auf und die Nummer 10 vom FC Valencia ließ sich ihre zweite Chance nicht entgehen, um zum 1:0 zu treffen. Dies stellte zugleich den Endstand dar, welcher aus Sicht der Iberer nur einen kleinen Wermutstropfen hatte: Borja konnte sein Torkonto nicht erhöhen und verpasste es damit, seine Hoffnungen auf den alleinigen Gewinn des Goldenen Schuhs von adidas aufrecht zu erhalten.