Ein Treffer und eine Torvorlage im Spiel um Platz drei gegen Ghana, in dem seine Mannschaft am Ende mit 3:1 die Oberhand behielt, gaben letztlich den Ausschlag dafür, dass die anwesende Fachpresse Toni Kroos zum besten Spieler des Turniers und somit zum Preisträger des Goldenen Balls von adidas bei der FIFA U-17-Weltmeisterschaft Korea 2007 wählte.
Damit geht die begehrte Auszeichnung für den besten Spieler des gesamten Turniers an einen Mittelfeldakteur, der eigentlich gar nicht so recht in das stereotype Bild vom deutschen Fussballer passt, denn Kroos bot bei diesem Turnier in puncto Technik und Spielübersicht eine Galavorstellung, die selbst die in dieser Hinsicht verwöhnten Südamerikaner regelrecht ins Schwärmen kommen ließen. Eigenschaften, die sich wohl jeder vom Kapitän eines Nationalteams wünscht. Aber das ist noch nicht alles. Hinzu kommen noch fünf weitere Tore und vier entscheidende Vorlagen, die ihm außerdem noch den Bronzenen Schuh von adidas für den drittbesten Torschützen des Turniers einbrachten.
Wenige Minuten nach der Verleihung der begehrten Trophäen unterhielt sich Toni Kroos exklusiv mit FIFA.com.
Wie fühlt man sich nach einer solchen
Auszeichnung?
Einfach großartig! Ich bin mit meiner Leistung über das
gesamte Turnier hinweg sehr zufrieden. Allerdings würde ich sie
gerne gegen den WM-Titel für meine Mannschaft eintauschen. Dennoch
ist es natürlich eine große Ehre für mich, dass man mich für diese
beiden Preise ausgewählt hat.
Sind Sie überrascht, dass Sie im Turnierverlauf fünf Tore
erzielt haben?
Ehrlich gesagt, nein... Es gehört zu meiner Art und Weise,
Fussball zu spielen, obwohl ich nicht unbedingt damit gerechnet
hatte, dass ich so viele Treffer bei einem WM-Turnier erzielen
würde. Fünf Tore in sieben Spielen ist ein mehr als guter
Durchschnitt, das freut mich schon sehr.
Wie sehen Sie die Tatsache, dass Sie den Erwartungen hier
voll und ganz gerecht werden konnten?
Na ja, dazu kann ich sagen, dass ich schon vor der
Weltmeisterschaft ein gutes Gefühl hatte und mir ziemlich sicher
war, ein erfolgreiches Turnier zu spielen. Ähnliches trifft auch
auf einige andere Spieler zu, die zu Beginn dieses Turniers bereits
bekannter waren als ich. Allerdings habe ich dann erst im
Turnierverlauf so richtig gespürt, dass ich mit dem Erwartungsdruck
um meine Person auch umgehen und mich entsprechend in die
Mannschaft einbringen kann. Von daher kann ich mit meiner Leistung
absolut zufrieden sein. Überraschend für mich war, dass ich unter
den vier bis fünf Fussballern, die ich eben angesprochen habe, am
Ende als bester Spieler geehrt wurde.
Allgemein herrscht die Auffassung vor, dass Ihr Team in
Korea 2007 im Gegensatz zur typisch deutschen Spielweise einen
technisch brillanten Fussball geboten hat. Wie stehen Sie
dazu?
Uns sind die klischeehaften Meinungen über den deutschen
Fussball bekannt, und am Anfang haben auch wir etwas nach diesem
Schema gespielt, indem wir weitestgehend auf unsere physischen
Stärken setzten. Doch schon bald haben wir gemerkt, dass wir auch
anders können. Folglich haben wir uns zunehmend auf die Offensive
und eine bessere Ballkontrolle besonnen. Die große Herausforderung
dabei war die, beide Dinge unter einen Hut zu bekommen, um das
Spiel der Mannschaft insgesamt effektiver zu machen. Und ich meine,
dass uns das ganz gut gelungen ist.
Wie sehen Sie die Zukunft dieser
Nachwuchsmannschaft?
Wir haben zwar rechtzeitig mit der Vorbereitung auf dieses
Turnier begonnen, doch so richtig zusammengerauft haben wir uns
erst nach und nach, um dann im richtigen Moment unsere Bestform zu
erreichen. Einige von uns werden weiter diesem Team angehören,
andere werden es verlassen. Dennoch bin ich mir sicher, dass der
deutsche Fussball schon in naher Zukunft noch größere Erfolge
feiern kann, wenn der Kern dieser Mannschaft im Wesentlichen
erhalten bleibt.







