Zum vierten Mal in der Geschichte der FIFA U-17-Weltmeisterschaft wurde ein Finale erst im Elfmeterschießen entschieden. Dieses Mal setzte sich Nigeria mit 3:0 gegen Spanien durch und sicherte sich den dritten Titel. Die Partie wurde am Sonntag, dem 9. September, im FIFA WM-Stadion von Seoul ausgetragen.
Der Held des Abends war der nigerianische Schlussmann Oladele Ajiboye, der zwei der drei Elfmeter Spaniens parierte. Auf diese Weise sicherten sich die von Yemi Tella trainierten Nigerianer nach China 1985 und Japan 1999 den dritten Titelgewinn in dieser Altersklasse.
Die beiden Teams hatten in dieser Partie eines gemein: Ihr Wunsch nach einem Sieg war größer als die Angst vor der Niederlage. Daher war die erste Halbzeit so intensiv, dass kaum Zeit blieb, zu Atem zu kommen. Wie erwartet waren die Spanier bemüht, den Ball möglichst lange in ihren Reihen zu halten. Daher stellte Juan Santisteban ein sehr flexibles Mittelfeld auf, in dem insgesamt fünf Spieler agierten. Dabei waren Fran Mérida, Iago und Lukas ständig in Bewegung. Im Angriff musste der Trainer aufgrund einer Sperre auf Bojan Krkic verzichten und brachte daher den unermüdlich kämpfenden Dani Aquino als einzige Sturmspitze.
Nigeria versuchte hingegen, ein direktes Spiel nach vorn aufzuziehen. Spielmacher Rabiu Ibrahim versorgte Ademola Rafeal und Ganiyu Oseni auf den Außenbahnen sowie den durchschlagskräftigen Stürmer Macauley Chrisantus mit langen Bällen.
So ging die Partie beständig hin und her, und beide Mannschaften hatten Einschussmöglichkeiten. Die klarsten Chancen boten sich Rafeal (29.), dessen Schuss nur knapp am rechten Torpfosten von David De Gea vorbeistrich, sowie Sergio (34.) mit einem Versuch aus kurzer Distanz. Schlussmann Ajiboye war bereits geschlagen, aber ein nigerianischer Verteidiger konnte gerade noch auf der Linie retten.
Zu Beginn der zweiten Spielhälfte wollte Yemi Tella auf der linken Seite dann für mehr Tiefe sorgen, indem er den quirligen Sheriff Isa für Rafeal ins Spiel brachte. Die erste Chance hatte dann allerdings Spanien. Nach einer Hereingabe von Isma López gelang es Aquino jedoch nicht, den Ball ins Tor zu schieben (46.).
Obwohl die Nigerianer sehr beherzt zu Werke gingen, mangelte es ihnen an klaren Tormöglichkeiten. Gefahr kam lediglich durch einige wenige schön ausgeführte Flanken zustande, aber insgesamt gesehen überzeugten die Nigerianer eher durch ihr schönes Spiel als durch ihre Torgefährlichkeit. So sah es jedenfalls bis zur 57. Minute aus, als De Gea sich mächtig strecken musste, um einen Schuss von King Osanga zu parieren. Die Spanier blieben hingegen in Lauerstellung und warteten auf Kontermöglichkeiten. Nach einem langen Zuspiel versuchte es der von links hereingelaufene Fran Mérida in der 69. Minute aus aussichtsreicher Position, Ajiboye war jedoch zur Stelle und verhinderte das Tor.
Zehn Minuten vor Spielende wechselten beide Trainer noch einmal aus: Tella tauschte Stürmer gegen Stürmer und Santisteban Mittelfeldspieler gegen Mittelfeldspieler. Am Ende hatten beide Mannschaften Möglichkeiten, das Spiel für sich zu entscheiden, die Torhüter verhinderten dies jedoch mit Glanzparaden: Ajiboye wehrte Schüsse von Aquino (90. +1) und Fran Mérida (90. +3) ab, während De Gea einen Versuch von Isa parierte (90. +2).
In der Verlängerung ging es hoch her. Kingsley Udoh ließ den Spaniern das Blut in den Adern gefrieren, als er sah, dass De Gea weit aus dem Tor herausgelaufen war und sein Glück mit einem Schuss aus 55 Metern versuchte. Der Ball traf jedoch nur die Latte (105.). Später drosch Oseni das Leder aus aussichtsreicher Position über den Kasten (113.). Und dann gelang es Ajiboye in der 116. Minute noch, einen starken Linksschuss von Iago zur Ecke abzulenken.
Letztendlich blieb es auch nach 120 Spielminuten beim 0:0. Im Elfmeterschießen gab sich Nigeria dann keine Blöße. Matthew Edile, Daniel Joshua und Ganiyu Oseni verwandelten jeweils sicher. Illarra verschoss gleich den ersten Elfmeter für Spanien. Dann machte der grandios aufgelegte Ajiboye alles klar, als er den Schuss von Fran Mérida abwehrte und auch den von Iagos parierte.

