Das war sicherlich ein Abend, den Rene Vollath so schnell wie möglich vergessen möchte. Im Halbfinalspiel gegen Nigeria waren es am Donnerstag seine beiden Fehler innerhalb von acht Minuten gewesen, die dem Spiel in der ersten Halbzeit die entscheidende Wende gegeben hatten. Von da an hatte Nigeria die Nase vorn und den Deutschen gelang es nicht mehr, das Ruder noch einmal herumzureißen.
Das war für die Nummer 12 des DFB-Teams umso enttäuschender, weil er Trainer Heiko Herrlich erst vor Kurzem davon überzeugt hatte, dass er der Beste ist. Nach seiner soliden Leistung im letzten Gruppenspiel gegen Trinidad und Tobago hatte er Fabian Giefer als Nummer 1 im Tor abgelöst.
Der Schlussmann vom 1. FC Nürnberg hat den Schock inzwischen überwunden und äußerte gegenüber FIFA.com, dass er jederzeit bereit sei, wieder zwischen den Pfosten zu stehen, wenn er dazu aufgefordert werde. Sollte das Nachwuchstalent die Gelegenheit bekommen, Wiedergutmachung zu leisten, dann wird er diese sicherlich nur zu gern beim Schopf packen.
FIFA.com: Rene, was hat Trainer Heiko Herrlich nach dem
Halbfinalspiel gegen Nigeria zu Ihnen gesagt?
Rene Vollath: Er hat mir gesagt, ich soll meinen Kopf
nicht hängen lassen. Schließlich hätte ich gegen die USA und
England gut gespielt, daran würde auch dieses Spiel nichts ändern.
(Unser Kapitän) Toni Kroos kam nach dem Abpfiff auch direkt auf
mich zu, um mir zu sagen, dass ich gegen Ghana definitiv noch eine
weitere Chance bekäme, mich zu beweisen.
Was war für Sie der schlimmste Augenblick in diesem
Spiel?
Das war, als Deutschland am Ende verloren hat. Ich hatte zwei
Fehler gemacht, die entscheidend zu unserer Niederlage beigetragen
haben. Jedes Tor, das ich zugelassen habe, hat mir schwer zu
schaffen gemacht.
Wer ist Ihr Lieblingstorhüter?
Ich habe kein bestimmtes Vorbild. Jeder Torhüter, der es
geschafft hat, sich als Profi in seiner Mannschaft zu etablieren,
ist mein Idol.
Wie sehen Sie die Rivalität zwischen den drei Torhütern in
der deutschen Mannschaft?
Na ja, wir stehen halt miteinander im Wettstreit, wenn es
darum geht, wer zum Einsatz kommt. Abseits des Feldes sind wir
trotzdem
eine Mannschaft. Vor dem Training machen wir gemeinsam
Aufwärm- und Dehnübungen. Wir hassen uns nicht. (lächelt)
Sie haben Ghana in der Gruppenrunde spielen sehen. Wo
liegen Ihrer Meinung nach die besonderen Stärken der
Mannschaft?
Sie haben schnelle Spieler auf den Außenbahnen und können
jeden Gegner überraschen.
Was wollen Sie im Spiel um Platz 3 zeigen, wenn Sie noch
einmal die Chance bekommen, zu spielen?
Das Spiel gegen Nigeria war eine gute Erfahrung, und ich
möchte beweisen, dass ich mit schwierigen Situationen fertig werden
kann. Selbst wenn ich bei diesem Spiel nicht zur Startaufstellung
gehören sollte, möchte ich allen danken, die bisher ihr Vertrauen
in mich gesetzt haben. Ich hoffe, dass ich ihnen etwas zurückgeben
kann.




