Park Ji-Sung ist in der koreanischen Nationalmannschaft und beim englischen Meister Manchester United ein Star. Ohne Führung durch den niederländischen Trainer Guus Hiddink aber, so Park gegenüber FIFA.com, wäre seine Karriere nie so erfolgreich verlaufen.
Im Exklusivinterview mit der offiziellen Website zur FIFA U-17-Weltmeisterschaft Korea 2007 ermutigte der fleißige und laufstarke Mittelfeldspieler junge Fussballer dazu, seinem Beispiel zu folgen und einen Wechsel nach Europa anzustreben, um sich dort den letzten Schliff als Profi zu holen.
Geboren wurde Park in Suwon, einem der Austragungsorte der aktuellen U-17-Weltmeisterschaft. Mit elf Jahren begann er das Fussballspielen, und schnell sammelte er dank seines großen Talents Preise und Auszeichnungen. Die Vereine in Korea aber wollten zunächst nichts von ihm wissen. Park ging auf die Myung-Ji-Universität, um weiter Fussball spielen zu können. Doch mit der Verpflichtung von Guus Hiddink als Nationaltrainer der Taeguk Warriors im Jahr 2000 ging Parks Stern richtig auf.
"Als ich jünger war, habe ich stets versucht, bei Vereinen unterzukommen, die eigentlich über meinem Niveau lagen", erinnert sich der Mittelfeld-Renner. "So habe ich mir immer neue Herausforderungen gesucht, um höhere Ziele zu erreichen. Es war mein Glück, dass ich noch als Student in die Nationalmannschaft berufen wurde. Dann ging ich nach Eindhoven und habe Erfahrungen in Europa gesammelt. Es war also Guus Hiddink, mit dem der Wendepunkt in meiner Laufbahn kam. Er hat an mich geglaubt und mir damit den Glauben an mich gegeben. Für einen jungen Spieler gibt es nichts Wichtigeres."
Park, der beim FIFA-Weltpokal Korea/Japan 2002™ eine der Säulen des Erfolgs war und mit der Republik Korea bis auf den vierten Platz stürmte, wechselte 2003 zum PSV Eindhoven, ehe 2005 sogar der Traum vom Transfer zu Manchester United wahr wurde. In Europa lernte Park die Vorteile modernster Trainingseinrichtungen aus erster Hand kennen. Aufstrebenden Talenten aus Asien empfiehlt er deshalb einen Wechsel zu Europas Top-Adressen, wenn sie ihr Potenzial ausschöpfen wollen.
"Die Einrichtungen für junge Spieler sind in Europa besser als in Korea", hat Park erkannt. "Hier spielt man auf Rasen, daheim in Asien spielt man auf einem Bolzplatz oder bestenfalls auf Kunstrasen. In England oder den Niederlanden gehören Jungprofis in der Regel einem Verein an, der erstklassige Trainingseinrichtungen hat, damit sich Talente auch voll entfalten können. In Korea spielen diese Talente nur für ihre jeweilige Uni und nicht für einen Verein.
Der Fussball in Asien macht Fortschritte, ist aber von europäischen Standards noch weit entfernt. Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass asiatische Spieler zu den Top-Mannschaften Europas wechseln, damit sie das Fussballspielen so richtig lernen. Wenn ich jungen Spielern in Korea einen Rat geben könnte, dann wäre es dieser: Habt Spaß am Fussball und gebt eure Ziele nicht auf."
Sir Alex als Spiegelbild
Aber nicht nur von einem niederländischen Mentor bei Klub und
Nationalmannschaft hat Park profitiert, aktuell lernt er im Old
Trafford von einem anderen ganz Großen seiner Zunft, nämlich Sir
Alex Ferguson. "Ja ich erkenne durchaus Parallelen zwischen
beiden", sagt Park lächelnd. "Zunächst einmal sind beide
hervorragende Trainer, die ihre Spieler immer und immer wieder
ermutigen, ihr Können auch zu zeigen. Wer Spieler unter diesen
beiden ist, gibt meiner Meinung nach automatisch immer 100 Prozent
in jeder Partie."
Weil sich Park in der Meisterschaftssaison 2006/07 einer schwierigen Knieoperation unterziehen musste, war er im vergangenen halben Jahr zur Untätigkeit verdammt. Doch bei allem Frust über das Zuschauerdasein zeigt sich Park begeistert von den Transferaktivitäten seiner Red Devils. Der 26-Jährige selbst hat sich Anfang 2008 als Ziel für seine Rückkehr auf den grünen Rasen gesetzt - ein Datum, auf das nun Fans in England und im Fernen Osten hoffen.
Im Brustton der Überzeugung spricht Park von der Titelverteidigung. "Wir haben eine gute Mannschaft und der Manager hat es geschafft, den Kader mit einigen guten Spielern noch weiter zu verstärken", gibt er als Gründe hierfür an. "Die Neuverpflichtungen haben mich auf ihre Weise alle überzeugt. Nani ist sehr schnell, Owen [Hargreaves] ein Arbeitstier und Carlos [Tevez] glänzt mit seiner Übersicht. Anderson hat noch nicht oft gespielt, aber ich freue mich schon darauf, mehr von ihm zu sehen. Ich kann hoffentlich im neuen Jahr wieder ins Geschehen eingreifen. Meinem Knie geht es immer besser. Ich liege genau im Plan."
