Stürmer mit angeborenem Torinstinkt verbinden gemeinsame Qualitäten. Die Fähigkeit, genau zur richtigen Zeit zur Stelle zu sein, ein steter Zug zum Tor und das eiskalte Ausnutzen von Torchancen unter Druck. Obwohl der Nigerianer Macauley Chrisantus erst 17 Jahre alt ist, scheint er bereits über alle diese Fähigkeiten zu verfügen.

Beim afrikanischen Qualifikationsturnier im März in Togo erzielte Chrisantus vier Treffer, und in Korea hat er es bisher sogar schon auf fünf Tore gebracht, darunter jeweils ein Doppelpack in der Gruppenphase gegen Japan und Haiti. Im Achtelfinale gegen Kolumbien kam er nicht zum Torerfolg, aber in der Runde der letzten Acht gegen Argentinien war er dann wieder zur Stelle und führt damit bisher die Torjägerliste des Turniers an.

Der Stürmer vom FC Abuja gibt sich damit jedoch noch lange nicht zufrieden und hat sich hohe Ziele gesteckt. "Für mich gibt es keine Grenzen", erklärte er gegenüber FIFA.com. "Ich will so viele Treffer wie möglich erzielen, vielleicht acht oder neun Tore."

Das würde mit ziemlicher Sicherheit reichen, um den Goldenen Schuh von adidas bei diesem Turnier zu gewinnen und die Nigerianer am 9. September zum dritten Titelgewinn zu führen. Doch zunächst treffen die Nigerianer im Halbfinale auf die außerordentlich stark spielenden Deutschen.

Teamwork und göttlicher Beistand
"Uns ist egal, gegen wen wir als nächstes spielen, weil wir an uns glauben und unser Team keine Schwächen hat", erklärte Chrisantus. "Wir spielen immer als Team und wie eine Familie."

Dennoch hätten die Nigerianer nicht so leicht das Halbfinale erreicht, wenn sie nicht Chrisantus in ihren Reihen hätten. "Ohne die Hilfe meiner Mannschaftskameraden hätte ich nicht so viele Tore schießen können", meint der Stürmer, der seine Mitspieler seinerseits mit zwei Torvorlagen in Szene setzte.

Er ist ein großer Bewunderer von Thierry Henry und erzielte alle Tore mit dem rechten Fuß. Er möchte jedoch nicht allzu sehr mit seinem Vorbild verglichen werden. "Nun, ich bin mein eigenes Vorbild", meint Chrisantus scherzend. "Ich würde sehr gern für Arsenal (Henrys ehemaliger Verein) spielen, denn dort bekommen talentierte Nachwuchsspieler die Gelegenheit, sich zu echten Profis zu entwickeln. Zunächst muss ich aber meine eigenen Fähigkeiten weiter verbessern."

Neben seiner eigenen Leistungsstärke und der mannschaftlichen Geschlossenheit gibt es noch einen anderen Grund für den Erfolg der Nigerianer. Man kann sich kaum vorstellen, dass sie einmal ohne ihre zahlreichen Fans spielen, die praktisch überall zu sehen waren, sogar als Nigeria im Juni zum Acht-Nationen-Turnier erstmals nach Korea gereist war.

Und Chrisantus gesteht, dass es nichts zu befürchten gibt, wenn die nigerianischen Anhänger zu ihren Spielen kommen und sie mit den bekannten Gesängen anfeuern. Sie unternahmen die weitere Reise von Gwangyang nach Jeju und dann von Cheonan nach Suwon in Begleitung einer Blaskapelle.

"Das bekannte Lied heißt Oyachukunogaja, und das bedeutet 'Gott ist unsere Stärke'. Die Fans haben uns während unserer Spiele wirklich sehr geholfen, und wir wollen den Titel auch für sie gewinnen. Das ist unser Ziel", so der Stürmer.