Die Peruaner bereiten sich derzeit auf ihre größte Herausforderung bei der FIFA U-17-Weltmeisterschaft Korea 2007 vor, denn am Samstag steht ihnen bei der Viertelfinalpartie gegen Ghana ein heißer Tanz gegen eine überragende afrikanische Mannschaft bevor, die am vergangenen Mittwoch den Titelfavoriten Brasilien aus dem Rennen warf. Nachdem die Peruaner sich in der Gruppenphase gegen den Gastgeber Republik Korea sowie gegen Togo und Costa Rica durchsetzen konnten, kamen Juan José Orés Schützlinge in ihrer Achtelfinalpartie gegen Tadschikistan auch nach 120 Spielminuten unter strömendem Regen nicht über ein 1:1 hinaus. Erst das an Spannung kaum zu überbietende Elfmeterschießen brachte dann die denkbar knappe, aber für Peru umso erlösendere Qualifikation für das Viertelfinale.

"Es war ein sehr schweres Spiel, genau wie ich es erwartet hatte", sagte der Trainer gegenüber FIFA.com. "Meine Spieler waren während der gesamten Partie ständig in Bewegung und haben sich eine Menge Chancen herausgespielt, es aber trotzdem nicht geschafft, in der regulären Spielzeit und der Verlängerung genügend Tore zu erzielen, um das Spiel zu gewinnen. Aber als es zum Elfmeterschießen ging, hatte ich bis zum Ende großes Vertrauen in unseren Torhüter Eder Hermoza. Und schließlich konnten wir uns dann auch durchsetzen."

Der ehemalige Star von Universitario erklärte, dass seine Mannschaft auf dem Weg ins Viertelfinale mit einer Menge Unwägbarkeiten zurechtkommen musste. "Unsere Stürmer trafen das gegnerische Tor einfach nicht. Ich hatte mit so einer Abschlussschwäche nicht gerechnet, weil alle Angreifer in der Qualifikation zur Endrunde hier in Korea eine hervorragende Form und Treffsicherheit an den Tag gelegt hatten. Aber irgendwie hat sich die Sachlage im Laufe des Turniers geändert."

Tatsächlich war Carlos Bazalar in den Vorrundenbegegnungen der einzige Torschütze für das peruanische Team, bevor sich in der Achtelfinalpartie gegen Tadschikistan auch Reimond Manco in die Torschützenliste eintragen konnte. Das offensive Mittelfeldduo von Alianza Lima hatte bis zu diesem Zeitpunkt entscheidend zum peruanischen Erfolg beigetragen, aber Oré scheinen der kollektive Einsatz und der Siegeswille wichtiger zu sein als die herausragenden Leistungen einzelner Akteure.

"Wir möchten nicht von der Leitung einzelner Spieler abhängig sein, um zum Erfolg zu kommen. Und ich möchte mein Team auch nicht um einen einzelnen Spieler herum aufbauen. Reimond ist ein wirklich talentierter Spieler, aber während der Gruppenphase konnte er nicht sein gesamtes Potenzial zeigen. Ich glaube, dass er in der letzten Partie wieder an seine gewohnte Form anknüpfen konnte, weil er bei dieser Begegnung erleben konnte, was echtes Teamwork und Aufopferung für die Mannschaft bedeutet."

Während sich Oré Gedanken um die mangelnde Treffsicherheit macht, kann die peruanische Elf stolz auf die Defensivabteilung sein, die sich als eine der solidesten unter den teilnehmenden Nationen herausgestellt hat. Der peruanische Torhüter Eder Hermoza konnte seinen Kasten in allen drei Spielen der Vorrunde sauber halten und musste seinen ersten Gegentreffer erst in der Achtelfinalpartie gegen Tadschikistan durch Nuriddin Davronov hinnehmen.

"Unsere Stärke kommt von der kompakten und disziplinierten Organisation unserer Abwehrreihen", erklärt Oré. "Wir haben unsere Abwehr während der Südamerika-Qualifikation aufgebaut und sie seitdem ständig optimiert. Auch wenn unser wichtigster Mann in der Abwehr, Hersi Socola, noch nicht von seiner Knieverletzung genesen ist, haben doch seine Kameraden in der Hintermannschaft bisher einen respektablen Job abgeliefert."

Oré kennt die Schwächen und Stärken seines Teams ganz genau. Aber wie gut kennt er den nächsten Gegner seines Teams? "Offen gesagt sind wir immer noch dabei, die bisherigen Spiele Ghanas bei dieser Endrunde zu analysieren", sagt der Trainer. "Ghana hat einen sehr starken Sturm, und die Spieler können nahezu alles am Ball.

Ich analysiere gerade das Video der Partie der Ghanaer gegen Brasilien. Auch wenn Ghana ein ernstzunehmender Gegner ist, bin ich mir sicher, dass die Afrikaner auch ihre Schwachpunkte haben, die wir uns zunutze machen müssen. Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, dass wir dieses Spiel auf jeden Fall gewinnen werden, aber wir sind jedenfalls bereit, zu zeigen, wozu wir tatsächlich in der Lage sind."