Englands drittes Tor gegen Syrien war eine echte "Arsenal-Produktion": Henri Lansbury sprintete über die rechte Seite bis tief in die gegnerische Hälfte und spielte dann einen gefährlichen Flachpass in den Strafraum, wo ein dankbarer Abnehmer - Ryan Murphy, sein Kollege im Verein wie in der Nationalelf - schon wartete und den Ball mit ausgestrecktem Bein am Torwart vorbei ins Netz schob. Nachdem Lansbury den jubelnd davonstürmenden Murphy eingeholt hatte, gratulierten die beiden einander ausgiebig. "Ihr" Tor bedeutete das 3:1 für England und sicherte den Three Lions einen Platz im Viertelfinale der FIFA U-17-Weltmeisterschaft Korea 2007.
"Vor diesem Spiel hatte ich noch kein Tor gemacht, also war ich froh, endlich getroffen zu haben", sagte Murphy im Gespräch mit FIFA.com und lächelte bei der Erinnerung an seinen Treffer. "Ich denke, das Tor kam genau zum richtigen Zeitpunkt; es nahm den Druck aus dem Spiel und verschaffte uns mehr Luft zum Atmen. Und das ist schließlich der Grund, warum ich Fussball spiele: Ich will Tore machen. Es ist toll, mit der Nummer 9 auf dem Rücken für England zu spielen, und es bedeutet mir sehr viel. Natürlich weiß ich, dass ein Stürmer das ganze Spiel über für seine Mannschaft arbeiten muss - aber es gibt nichts Besseres, als wenn man sieht, wie der Ball ins Netz geht."
Mittelfeldspieler Lansbury, der Zurückhaltendere des Duos, freute sich sehr über den Torerfolg seines Freundes. "Es macht immer Spaß, mit Rhys zu spielen", so Lansbury lächelnd. "Wenn er den Ball hat, weiß man nie, was passieren wird - man weiß nur, dass es irgendetwas Gutes sein wird. Ich freue mich für ihn, dass er heute getroffen hat, denn das wird ihm noch mehr Selbstvertrauen geben als bisher. Bei Arsenal spielen wir zwei immer gut zusammen, und es ist toll, dass wir das auch für England machen dürfen. Irgendwie ist es schon seltsam: Wenn Rhys zu einem seiner Läufe ansetzt, weiß ich instinktiv, wo er sein wird."
Die jungen Gunners werden ihr blindes Verständnis schon bald wieder brauchen - denn schließlich geht es im Viertelfinale für England nun gegen Deutschland. Aber die Aussicht auf diese Begegnung versetzt weder England noch Lansbury oder Murphy in Angst. "Wir freuen uns darauf, nach Goyang zurückzukehren, denn schließlich haben wir dort schon Brasilien besiegt", sagt Lansbury. "Es ist ein sehr nettes Stadion mit einem absolut fantastischen Rasen. Ohne überheblich klingen zu wollen: Wir sind sicher, dass wir weiterkommen. Wir respektieren die Deutschen, aber wir wissen auch, dass wir sie schlagen können."
Murphy ist seiner Meinung: "Wir sind auf die Deutschen vorbereitet. Natürlich wird es ein Spiel auf Biegen und Brechen, aber wir sind bei solchen Begegnungen immer am besten - das haben wir schon gegen Brasilien gezeigt. Wir brennen darauf, ihnen zu zeigen, was wir drauf haben. Wir haben einen starken Kader mit einem tollen Teamgeist, und das sind Qualitäten, die man bei einem solchen Turnier gar nicht hoch genug einschätzen kann. Wir sind uns sicher, dass wir den Titel holen können. Die Mannschaft ist im Verlauf des Turniers immer besser geworden - und das werden wir im nächsten Spiel beweisen." Deutschland ist also gewarnt...

