DER TAG IM RÜCKBLICK - Argentinien, Nigeria, England und Deutschland gingen als Favoriten in ihre Achtelfinalspiele gegen Costa Rica, Kolumbien, Syrien und die USA, und wie erwartet setzte sich das Quartett der "Giganten" durch und steht nun im Viertelfinale.
Dabei verliefen die jeweiligen Begegnungen für die Favoriten nicht so problemlos wie vielleicht erwartet. So war Kolumbien nur zwölf Minuten davon entfernt, Nigeria den dritten Anlauf auf den Titel des FIFA U-17-Weltmeisters zu verbauen, Deutschland musste gegen die USA alles geben, und auch England hatte gegen Syrien ein hartes Stück Arbeit zu leisten.
Zwar konnte sich in diesen Spielen keiner der bisherigen führenden Torjäger aus Argentinien, Nigeria, England und Deutschland erneut in die Torschützenliste eintragen, aber das hinderte die vier Teams nicht daran, ihre Titelträume weiterzuverfolgen. Für die Südamerikaner sprang Verteidiger Gaston Sauro als "Matchwinner" in die Bresche: Seine beiden Kopfballtore sicherten den Argentiniern einen 2:0-Sieg gegen Costa Rica und damit ein Aufeinandertreffen mit Nigeria, das dank Yakubu Alfas erstem Turniertor Kolumbien bezwang.
Krystian Pearce und Rhys Murphy trugen mit ihren jeweils ersten Treffern im Turnier dazu bei, dass England Syrien mit 3:1 besiegte und damit in die Runde der letzten Acht vorrückte. Dort werden die Engländer auf einen ihrer ewigen Fussballrivalen treffen - die deutsche Elf, die bekanntermaßen erst kürzlich auf A-Nationalmannschaftsebene ein Freundschaftsspiel in Wembley mit 2:1 gewinnen konnte. Held des Tages in Heiko Herrlichs U-17-Team war Richard Sukuta-Pasu, der beim 2:1-Sieg gegen die USA beide deutsche Tore schoss. Damit übertrumpfte der dynamische Stürmer ganz nebenbei ein Trio seiner Mannschaftskameraden und ist jetzt der beste Torjäger seiner Elf.
Entscheidende Tore
Die Fussballfans in Gwangyang hatten schon gestern
eine Riesenüberraschung erlebt, als Ghana den dreimaligen
U-17-Titelträger Brasilien aus dem Turnier warf - und auch bei der
heutigen Begegnung im
Soccer Only Field sah alles wieder nach einem Sieg des
Außenseiters aus: 15 Minuten vor Schluss der Partie lag Nigeria mit
0:1 gegen Kolumbien zurück.
Doch obwohl es den Cafeteros mit Erfolg gelang, Macauley Chrisantus, den bisher besten Torschützen dieser Auflage der FIFA U-17-WM, von seinem sechsten Treffer abzuhalten, konnten sie nicht verhindern, dass andere nigerianische Spieler mit Erfolg auf Torejagd gingen. Zwei Minuten nach seiner Einwechslung - und damit nach gerade erst 95 aktiven Minuten bei diesem Turnier - erzielte Sheriff Isa sein insgesamt drittes Tor bei der FIFA U-17-Weltmeisterschaft Korea 2007 und glich so für die Westafrikaner aus, bevor Alfa das Team ins Viertelfinale schoss.
Auch die Begegnung zwischen Deutschland und den USA endete 2:1 und wurde erst kurz vor Schluss entschieden: Nachdem Sukuta-Pasu den Deutschen in der 89. Minute mit seinem zweiten Tor der Partie ein Zwei-Tore-Polster verschafft hatte, erzielte Kapitän Mykell Bates in der Nachspielzeit den Anschlusstreffer für die USA und brachte seine Elf wieder in Reichweite der Verlängerung. Doch trotz des anschließenden Sturmlaufs der Amerikaner hielten die Deutschen stand, und der deutsche Torwart Rene Vollath vereitelte auch die letzte Chance der U.S.-Boys.
Bates' Anschlusstreffer war übrigens sein drittes Tor im Turnier - keine schlechte Ausbeute für einen Verteidiger. Schon mit seinem ersten Treffer, dem insgesamt 1100. Tor in der Geschichte der FIFA U-17-Weltmeisterschaft, hatte er für Furore gesorgt - und heute durchbrach Henri Lansbury bereits die nächste Schallmauer: Das Elfmetertor des englischen Mittelfeldspielers zur 1:0-Führung gegen Syrien war das 1200. Tor seit Einführung dieses Turniers.
Doch auch Lansburys nächster Beitrag zu dieser Partie konnte sich sehen lassen: Während John Peacocks Team 2:1 in Führung lag und Syrien mit Macht auf den Ausgleich drängte, nahm Lansbury einem Gegenspieler den Ball vom Fuß, stürmte nach vorn und bediente Murphy, seinen Vereinskameraden beim FC Arsenal, der eiskalt zum 3:1 vollstreckte und damit den Neuling aus Asien endgültig aller Chancen aufs Weiterkommen beraubte.




