DER TAG IM RÜCKBLICK - Einen Tag nach dem fulminanten Auftakt von Mitfavorit Brasilien unterstrichen auch Spanien, Nigeria und Japan ihre Ambitionen auf den Titelgewinn mit überzeugenden Siegen. Außenseiter Syrien hielt gegen keinen Geringeren als Argentinien ein mehr als respektables Unentschieden. Trotz ihrer Niederlagen zeigten auch Honduras und Haiti, die beiden Newcomer aus der CONCACAF-Zone, durchaus ansprechende Leistungen. Eine ganze Reihe von Spielern rutschte in der Liste möglicher Stars der Zukunft ein gutes Stück nach oben.
Der Spanier Bojan Krkic erfüllte die in ihn gesetzten hohen Erwartungen in Ulsan voll und ganz, während das Talent von King Osanga und Rabiu Ibrahim in Gwangyang aufblitzte. Der Haitianer Charles Herold Junior und auch Syriens Torhüter Admad Madnia begeisterten die Zuschauer in den Stadien - und auch die vielen Fans, die das Geschehen live auf FIFA.com verfolgten.
Bojan Krkic überragend
Nicht zuletzt dank der bereits bekannten Torgefährlichkeit
von Bojan Krkic zählt Spanien zu den Favoriten bei er FIFA
U-17-Weltmeisterschaft Korea 2007. Bereits zwei Minuten nach dem
Anpfiff des Auftaktspiels der Spanier gegen Honduras bewies das
Stürmertalent vom FC Barcelona, dass dies durchaus begründet ist.
Krkic nahm ein langes Zuspiel auf und setzte den Ball dann mit
einem perfekten Heber aus vollem Lauf in die Maschen. Damit konnte
sich der Europameister über einen echten Blitzstart ins Turnier
freuen. In der zweiten Halbzeit trug Krkic sich erneut in die
Torschützenliste ein. Auch Jordi war zwei Mal für die Iberer
erfolgreich, so dass am Ende im Ulsan-Complex-Stadion ein klarer
4:2-Sieg über Honduras zu Buche stand.
Zwar waren die Spanier die dominierende Mannschaft und schossen insgesamt 23 Mal auf das von David De Gea gehütete Tor, doch der Gegner spielte durchaus munter mit und trug so zum insgesamt hohen Niveau des unterhaltsamen Spiels bei. Die Schützlinge von Miguel Escalante versuchten selbst 14 Mal, zum Torerfolg zu kommen. Die beiden Treffer durch Christian Martinez und Roger Rojas sorgten dafür, dass die Partie bis zur 81. Minute offen blieb, in der Jordi mit dem Treffer zum 4:2-Endstand für die Entscheidung sorgte.
In Gruppe D gab es gleich am ersten Spieltag das Aufeinandertreffen zweier Schwergewichte: der zweimalige U-17-Weltmeister Nigeria entschied das Spiel gegen Frankreich, den Titelträger von 2001, letztlich für sich. Die Afrikaner fanden schnell ihren Rhythmus. Ihr Starspieler King Osanga zeigte sein gesamtes Repertoire an Übersteigern, Körpertäuschungen und anderen Kabinettstückchen, und nach einer Viertelstunde ging Nigeria dann auch in Führung. Macauley Chrisantus zog ab, und nachdem Torhüter Joris Delle den Ball nicht festhalten konnte, hatte der Nigerianer keine Mühe, den Abpraller zu versenken. Ein perfektes Geburtstagsgeschenk für den Stürmer, der morgen seinen 17. Geburtstag feiert.
Auf Seiten der Franzosen zeigte Henri Saviets eine sehr ansprechende Partie und wurde für seinen Einsatz mit dem Ausgleichstreffer nach der Pause belohnt. Doch nach einem Freistoß durch Osanga erzielte Rabiu Ibrahim in der 64. Minute das dritte und letztlich entscheidende Tor der Partie, mit dem er Nigeria die vollen drei Punkte sicherte.
Neue Stars am Fussballhimmel
Die Fans der japanischen Auswahl haben allen Grund, mit
dem 3:1-Erfolg ihres Teams zufrieden zu sein. Dabei hatten auch die
Anhänger von Gegner Haiti im
Soccer Only Field von Gwangyang Grund zur Freude.
Besonders tat sich dabei Charles Herold Junior hervor, der mit
seinen außerordentlichen Dribbelkünsten die Schützlinge von Hiroshi
Jofuku immer wieder zur Verzweiflung brachte.
Joseph Guemsly Junior erzielte in der 71. Minute den Ausgleich für Haiti, doch durch Treffer von Hiroki Kawano und Yoichiro Kakitani kam Japan letztlich zu einem Sieg, der dank des überzeugenden Passspiels auch durchaus verdient war.
Man kann wohl durchaus sagen, dass der syrische Schlussmann Ahmad Madnia sich in Argentinien heute keine Freunde gemacht hat. Der hervorragend aufgelegte Torhüter sorgte mit einer ganzen Reihe von Glanzparaden gemeinsam mit seiner entschlossenen Hintermannschaft dafür, dass Außenseiter Syrien den hoch favorisierten Argentiniern ein mehr als respektables torloses Unentschieden abringen konnte. Unmittelbar vor der Pause rettete Madnia gleich drei Mal in Folge mit spektakulären Reflexen. Die fassungslosen Gesichter der jungen Südamerikaner sagten alles.
Den Syrern gelang es sogar einige Male, die Abwehr der Argentinier in arge Bedrängnis zu bringen. Insgesamt schossen sie nicht weniger als 15 Mal aufs Tor, wobei ein zählbarer Erfolg allerdings ausblieb. Die Argentinier ihrerseits können durchaus mit dem typisch schnellen Spiel zufrieden sein, dass sie aufzogen. An einem anderen Tag hätten sie mit dieser Leistung durchaus das ein oder andere Tor erzielen können, doch dieser 19. August war eindeutig der Tag Madnias.




