Sie haben es zwar nicht geschafft, auf das Treppchen zu steigen und sich eine Medaille zu sichern, aber sicherlich hätten sich die Teilnehmer an der FIFA U-17-Weltmeisterschaft Korea 2007 kaum eine bessere Vorbereitung wünschen können als das Fussballturnier im Rahmen der Panamerikanischen Spiele in Rio de Janeiro.

Nur selten haben Mannschaften in der Vorbereitung auf das höchste Turnier in ihrer Altersklasse die Möglichkeit, sich wie hier gegen Teams höherer Altersklassen zu beweisen. Der Wettbewerb war zweifellos eine große Herausforderung und dürfte sich im Hinblick auf Korea als sehr nützlich erweisen.

Trauer in Brasilien, Argentinien zeigt Nerven
Obwohl das gastgebende Team durchaus Fortschritte gezeigt hat, dürften die Erinnerungen an das Turnier nicht gerade angenehm sein. Die brasilianische Elf mit ihren Protagonisten Lulinha und Maicon stand nach relativ problemlosen Siegen gegen Honduras und Costa Rica bereits mit einem Fuß im Halbfinale.

Eine beherzt aufspielende ecuadorianische Mannschaft machte den jungen Auriverdes dann jedoch einen Strich durch die Rechnung, und die Brasilianer mussten ihre Träume im Maracanã-Stadion begraben. Im letzten Spiel der Gruppe A machten sich die Ecuadorianer ihren altersmäßigen Vorsprung zunutze und setzten sich mit 4:2 gegen die Heimmannschaft durch. Damit mussten die Brasilianer ihren Traum vom Medaillengewinn in Ihrem legendären Stadion endgültig begraben.

Die zweite südamerikanische Spitzenmannschaft, Argentinien, kam ebenfalls nicht über die erste Runde hinaus und bot ein etwas schwächeres Bild. Die Albiceleste zeigten eine solide Abwehrleistung, hatten jedoch im Angriff nur wenig zu bieten und brachten es gerade einmal auf zwei Unentschieden (1:1 gegen Haiti und 0:0 gegen Kolumbien) und eine Niederlage gegen den späteren Silbermedaillengewinner Jamaika (0:2).

Kolumbien hat da schon eine bessere Bilanz vorzuweisen. Zum bereits erwähnten Unentschieden gegen Argentinien gesellte sich ein 1:0-Erfolg gegen Haiti. Erst nach einem torlosen Remis gegen die starken Jamaikaner war das Ausscheiden der unbesiegten Kolumbianer besiegelt. Nach diesem Auftritt können sie Ihre Vorbereitung allerdings mit breiter Brust fortsetzen. Die Mannschaft hat als letzte Etappe der Vorbereitung auf Korea noch ein Trainingslager im italienischen Udine angesetzt.

Wertvolle Erfahrungen für die Teams aus Mittelamerika und der Karibik
Nicht nur der südliche Teil des Kontinents konnte vor der Reise nach Asien bei diesem Turnier wertvolle Erfahrungen sammeln. Auch die CONCACAF-Länder Costa Rica, Honduras und Haiti nahmen an dem Wettbewerb in Rio de Janeiro teil.

Von diesen drei Teams hat Honduras die beste Bilanz vorzuweisen. Mit einem 2:1-Erfolg gegen Costa Rica setzte sich die Mannschaft an die Spitze der U-17-Teams der Region. Die Honduraner hinterließen trotz der Niederlagen gegen Brasilien (0:3) und Ecuador (2:3) einen guten Eindruck. Besonders profilieren konnte sich der Stürmer Johnny Leverón.

Die Costa Ricaner konnten hingegen nicht an ihre guten Leistungen aus der Qualifikation für Korea 2007 anknüpfen. Das 1:1-Unentschieden im Auftaktspiel gegen den späteren Goldmedaillengewinner Ecuador ließ zwar zunächst hoffen, es folgten jedoch zwei Niederlagen gegen Brasilien (0:2) und Honduras (1:2).

Haiti schickte hingegen eine Mannschaft ins Rennen, die aus U-17- und einigen U-20-Spielern bestand und eine sehr wechselhafte Leistung bot. Das Team aus der Karibik erreichte ein ermutigendes 1:1-Unentschieden gegen Argentinien, musste sich jedoch anschließend gegen Kolumbien (0:1) und Jamaika (0:4) geschlagen geben.

So endete der große Panamerika-Test für die Mannschaften, die ab dem 18. August in Korea dabei sind. Jetzt gilt es, die Vorbereitung mit voller Kraft fortzusetzen, damit beim großen Weltturnier die volle Leistung abgerufen werden kann. Die Vorbereitungsspiele deuten darauf hin, dass wir uns auf einen spannenden und hart umkämpften Wettbewerb freuen dürfen.