Sowohl die Partie zwischen Brasilien und Portugal, die der amtierende Weltmeister knapp für sich entschied, als auch das europäische Duell zwischen Spanien und Italien, das die Squadra Azzurra im Neunmeterschießen gewann, boten Spannung und Emotionen pur. FIFA.com fasst das Wichtigste dieses Halbfinaltages zusammen.

Portugal - Brasilien 4:5
Tore: Madjer, Belchior, Torres und Alan für Portugal; Andre (3), Benjamin und Bruno für Brasilien

Die Portugiesen werden der heute verpassten Gelegenheit sicher noch lange nachtrauern. Obwohl die Schützlinge von Trainer Zé Miguel über weite Strecken der Partie die bessere Mannschaft waren, mussten sie sich am Ende einem brasilianischen Team beugen, das seine Chancen eiskalt nutzte. Trotz ihres zum Teil zerfahrenen Spiels - was sicher auch auf die Gelbsperre ihres Spielmachers Buru zurückzuführen war - behielten die Brasilianer knapp mit 5:4 die Oberhand und erreichten damit zum dritten Mal in Folge das Finale der FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft. Wie schon in der Vorrunde, als man sich gegen Spanien gerade noch mit 3:2 durchgesetzt hatte, sowie im Viertelfinale, in dem man mit 6:4 gegen Russland erfolgreich war, wurde auch heute gegen Portugal deutlich, auf welch großes Reservoir an Talenten Brasiliens Trainer Alexandre Soares zurückgreifen kann, um am Ende doch noch den Sieg einzufahren. Ist Brasilien etwa unschlagbar? Vor allem die Italiener hoffen natürlich, dass dies nicht der Fall ist.

Bester Spieler
Dank seines Dreierpacks leistete Andre, der bei den Brasilianern als Dreh- und Angelpunkt zwischen Angriff und Abwehr operiert, einen wesentlichen Anteil am Finaleinzug seiner Mannschaft. Der in der Regel als Einwechselspieler eingesetzte Spieler hatte im bisherigen Turnierverlauf erst einen Treffer erzielt.

Statistik
4 Minuten und 39 Sekunden - Nur so kurz lag Brasilien heute in Führung. Ein Musterbeispiel an Effizienz!

Zitat
"Was für ein Spiel! Die Portugiesen werden von Tag zu Tag besser, und Belchior ist auf dem besten Wege, sich zu einem der besten Spieler der Welt zu entwickeln. Wir wussten, dass es heute für uns nicht leicht werden würde, zumal wir ohne Buru auflaufen mussten. Am Ende haben wir aber unsere wahren Stärken ausgespielt." Alexandre Soares (Trainer, Brasilien)

Italien - Spanien 4:4; 1:0 n.N.
Tore: Massimiliano Esposito, Simone Feudi und Roberto Pasquali (2) für Italien; Amarelle (2), Javi Alvarez und Javier Torres für Spanien

In den Mannschaftssportarten geht es nicht selten grausam zu. Diese bittere Erfahrung mussten heute zu ihrem Leidwesen auch die Spanier Amarelle und Roberto machen. Nachdem er innerhalb der regulären Spielzeit zwei Mal getroffen hatte - der zweite Treffer führte eineinhalb Minuten vor Schluss zum 4:3 und hatte seine Mannschaft schon wie den sicheren Sieger aussehen lassen - traf der Superstar der Iberer dann im Neunmeterschießen nur den Pfosten. Und ausgerechnet Spaniens exzellenter Torhüter Roberto, der zuvor eine Glanzparade nach der anderen gezeigt hatte, musste sich im Neunmeterschießen Massimiliano Esposito beugen, dessen bereits parierter Neunmeter wegen zu frühen Herauslaufens wiederholt wurde und der sein Team im zweiten Anlauf ins Finale schoss. So wie sie sich heute präsentiert haben, könnten die Italiener den haushohen Favoriten Brasilien im morgigen Finale durchaus in Gefahr bringen. Die Zuschauer im Prado-Stadion wird es freuen.

Bester Spieler
Mit seinen beiden Toren, die zwei Mal zum Ausgleich führten (zunächst zum 3:3, dann zum 4:4) hat Italiens Kapitän und Spielmacher Roberto Pasquali seine Mannschaft zweifellos vor einer Niederlage bewahrt. Keine Frage, dass er dies nur allzu gern am Sonntag gegen Brasilien wiederholen möchte.

Statistik
3 - So viele Halbfinalspiele wurden bisher bei einer FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft im Neunmeterschießen entschieden. Bei der Auflage im Jahr 2005 hatte Portugal die Nase gegen Brasilien vorn, und im Vorjahr setzte sich Uruguay ebenfalls im Neunmeterschießen gegen Frankreich durch.

Zitat
"Ein Neunmeterschießen ist immer eine Art Lotterie. Wir sind zwar zutiefst enttäuscht, haben aber trotzdem ein tolles Turnier gespielt. Ich möchte mich bei meinen Mitspielern für ihre herausragende Leistung bedanken. Wir sind heute sehr traurig, doch wir werden wiederkommen." Alexandre Soares (Trainer, Brasilien)