Es war ihr knappster Sieg. Portugal lag im Viertelfinale von Rio de Janeiro 2007 mit nur einem Treffer gegen die Brasilianer zurück und drängte auf den Ausgleich. Doch dann tauchte aus dem Nichts ein kanariengelber Spieler auf und schoss die Seleção mit einem Doppelpack zum 10:7-Sieg.
Dieser Held war Buru, der bei der FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft im vergangenen November den Golden Ball und Goldenen Schuh von adidas gewann und aktueller FIFA Weltfussballer im Beach Soccer ist. Dieser Spieler wird allerdings im Halbfinale der Brasilianer gegen Portugal in Marseille wegen einer Sperre das Spiel nur von der Tribüne aus verfolgen können. "Das ist ein schwerer Verlust. Buru ist ein kompletter Spieler, der Beste in der Welt", urteilt einer seiner Teamkameraden.
In Anbetracht der Leistungen des zweiten brasilianischen Angreifers scheint sich der Verlust allerdings in Grenzen zu halten. Der antrittsschnelle, unglaublich trickreiche und schussstarke Benjamin hat die Zuschauer im Stade du Prado mit seinen atemberaubenden und spontanen Aktionen in den Bann gezogen.
Bei seinem Hattrick zum 7:1-Sieg im letzten Gruppenspiel der Brasilianer gegen Mexiko verwandelte er unter anderem einen Freistoß, den er fast von der eigenen Torlinie getreten hatte. In der selben Begegnung tunnelte er einen Gegenspieler, zeigte artistische Dribblings und vollführte vor den Augen der hilflosen Gegenspieler einen Übersteiger nach dem anderen. Das macht den Beach Soccer aus. Benjamin zeigt Bewegungsabläufe, von denen so mancher Spieler auf dem Rasen nur träumen kann. Hinzu kommt, dass sein Spiel keine brotlose Kunst ist.
"Er ist in der Form seines Lebens", befand der brasilianische Trainer Alexandre Soares nach dem Viertelfinalerfolg gegen Russland, an dem Benjamin maßgeblich beteiligt war. "Lange bevor wir hierher gekommen sind, habe ich bereits gesagt, dass bei der WM mit ihm zu rechnen sein wird. Er hat sich das ganze Jahr in phantastischer Form präsentiert, so dass mir klar war, dass er auch in Marseille glänzen würde."
Nach den Leistungen von Benjamin und seinen Mitspielern ist Soares davon überzeugt, dass der Mannschaft auch ohne die Nummer elf der Finaleinzug gelingen kann. "Buru ist ein außergewöhnlicher Spieler, auf den wir natürlich nur ungern verzichten. Insbesondere wenn es gegen ein Top-Team wie Portugal geht", so der Trainer. "Aber Brasilien macht nicht nur ein Spieler aus. Die ganze Mannschaft steckt voller starker Akteure, die alle eine Begegnung entscheiden können."
Kein Brasilianer hat jedoch in Marseille die Rolle des Matchwinners besser ausgefüllt als Benjamin. "Ich freue mich über meine bisherige Leistung", so Benjamin gegenüber FIFA.com. "Ich denke nicht darüber nach, ob ich in der Form meines Lebens bin. Ich freue mich einfach nur, zum Erfolg Brasiliens beitragen zu können. Ohne Buru wird es gegen Portugal schwer werden. Wir sind aber alle vom Sieg überzeugt, da wir viele Stars in der Mannschaft haben."
Zumindest hieran besteht kein Zweifel. Und am Prado-Strand ist Benjamin der leuchtendste Himmelskörper dieses brasilianischen Sternenhimmels.




